Meierei im Bürgerpark ab Freitag wieder geöffnet

Milch im Ausschank

Bremen. Der Zeitplan für den Umbau war ehrgeizig. Doch es hat geklappt: Freitag öffnet die Meierei im Bürgerpark wieder für Bremerinnen und Bremer, die mitten im Grünen Erholung und Entspannung suchen.
23.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Milch im Ausschank
Von Frauke Fischer

Bremen. Der Zeitplan für den Umbau war ehrgeizig. Doch es hat geklappt: Freitag öffnet die Meierei im Bürgerpark wieder für Bremerinnen und Bremer, die mitten im Grünen Erholung und Entspannung suchen.

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage interessiert Lothar Randecker vermutlich mehr denn je. Morgen Mittag öffnet der erfahrene Bremer Gastronom erstmals die Türen der Meierei im Bürgerpark nach mehrmonatiger Renovierungszeit. Und die vielen Spaziergänger, die in den vergangenen Tagen schon nachgefragt haben, wann sie sich denn auf der Terrasse, im Seegarten oder im neu gestalteten Innenraum stärken können, lassen einen ordentlichen Ansturm vermuten. 50 bis 60 Kuchen hat das Küchenteam vorsichtshalber schon mal bei den Hausbäckern geordert. Außerdem sollen Bier- und Bratwurstbude jene besänftigen, die nicht so schnell zum Zuge, beziehungsweise zu einem Platz im Inneren mit Kaffee und Kuchen kommen.

Dass sich Bremerinnen und Bremer für die neue, alte Meierei brennend interessieren werden, darf als gegeben gelten. Das Lokal mitten im Bürgerpark und immerhin mit Blick auf die Türme des Bremer Doms hat Tradition. Und die will der neue Gastronom aufgreifen. 1880 wurde die Meierei im Stil eines Schweizer Chalets gebaut. Bürgerinnen und Bürger suchten sie fortan zur Erholung im Grünen auf, tranken Milch, gern in Form von Punsch in Verbindung mit einem gehörigen Schuss Portwein, aber sicher auch pur. Zur Unterhaltung der kleinen und großen Besucher wurden damals Tiere ausgestellt, unter anderem Affen in einem Käfig.

Auf solcherlei Attraktionen verzichtet das jetzige Meierei-Team. Doch „ein Haus für alle Bremer“ soll das Lokal wieder werden, betont Randecker, Nicht zuletzt zur Freude von Bürgerparkverein und Bürgerparkdirektor. „Es ist gut, dass die Meierei aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt worden ist“, sagte Tim Großmann bei der Vorstellung der neu gestalteten Räume. Innendesigner Rolf-Günter Bultmann hat nach eigenem Bekunden Spaß daran gehabt, die abgehängten Decken zu öffnen und die Raumhöhe damit beinahe zu verdoppeln. Aus Fenstern sind hohe zweiflügelige Türen geworden, die viel Licht hereinlassen und den Blick auf blühende Büsche und Bäume ermöglichen. Der Stuck an der Decke kommt nun ebenso wieder zur Geltung wie der schöne Kamin im Zentrum des Raums und vor allem der neu installierte lange Tresen. Zum Meiereisee hin laden Tische und Stühle bei gutem Wetter von morgens bis abends in den Seegarten ein. Für Passanten, die sich nach der Jogging- oder Fahrradtour nur kurz erfrischen möchten, soll es einen Ausschank von frischen Säften und Milch geben. Fahrräder und Picknickkörbe werden verliehen. Auf regionale, auch Bioprodukte werde besonderer Wert gelegt, betonte der neue Chefkoch Johannes Robold. Wichtig ist dem neuen Pächter: „Auch bei großen Gesellschaften soll ein Teil der Meierei immer offen für andere Gäste sein“, sagt Randecker. Das sei in der Vergangenheit oft anders gewesen und habe viele verärgert.

Auch der Denkmalschutz hatte ein Wörtchen mitzureden bei der aufwendigen Sanierung, beispielsweise bei der Sandsteinfreitreppe, die nach historischem Vorbild nun wieder über die Veranda an der Frontseite ins Lokal führt. Einen Teil der Kosten dafür hat der Bürgerparkverein übernommen, 30 000 Euro laut Vereinsschatzmeister Dietrich Grashoff. „Diese Treppe ist ein Gewinn für das Bild des Bürgerparks“, lobt Großmann die Entscheidung für die Wiederherstellung.

Die Neueröffnung der Meierei morgen soll dem Bürgerparkverein ebenfalls zugutekommen. Laut Randecker, der unter anderem das „Theatro“ am Theater am Goetheplatz und das „Intermezzo“ in der Glocke betreibt, geht die Hälfte des Erlöses aus dem morgigen Verkauf von Bier, Bratwurst und anderer Speisen an den Verein, um die notwendige Restaurierung des Marcusbrunnens zu unterstützen.

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