Herbstschau des Deichverbands am rechten Weserufer: In Vegesack stehen zahlreiche bauliche Veränderungen an Millionen für den Küstenschutz

Rund vier bis fünf Millionen Euro werden in den kommenden Jahren rund um den Vegesacker Hafen verbaut. Das Geld fließt in den Küstenschutz, wie ihn die Länder Niedersachsen und Bremen in ihrem Generalplan festgelegt haben. Welche baulichen Veränderungen auf die Vegesacker zukommen, gehörte zu den Themen bei der Herbstschau des Deichverbandes am rechten Weserufer.
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Von Ulf Buschmann

Rund vier bis fünf Millionen Euro werden in den kommenden Jahren rund um den Vegesacker Hafen verbaut. Das Geld fließt in den Küstenschutz, wie ihn die Länder Niedersachsen und Bremen in ihrem Generalplan festgelegt haben. Welche baulichen Veränderungen auf die Vegesacker zukommen, gehörte zu den Themen bei der Herbstschau des Deichverbandes am rechten Weserufer.

Bis zum Jahr 2025 muss die Bremer Küstenlinie von der Landesgrenze in Farge-Rekum bis zum Süden der Stadt gegen den vorhergesagten ansteigenden Meeresspiegel gesichert werden. So steht es im Generalplan Küstenschutz, den die Länder Niedersachsen und Bremen vor einigen Jahren gemeinsam auf den Weg gebracht haben.

Besonders aufwendig sind die Planungen des Bremischen Deichverbands am rechten Weserufer für das historische Vegesacker Zentrum rund um den Hafen. Denn für dieses Gebiet, das vom Liegeplatz des Schulschiffs bis zum Kiosk an der Vegesacker Fähre reicht, müssen die notwendigen Maßnahmen gegen die ansteigenden Fluten irgendwie in die vorhandene Baubauung eingefügt werden. „Da müssen wir alle Register ziehen“, sagte Deichverbands-Geschäftsführer Wilfried Döscher gestern bei der alljährlichen Herbstbeschau in Vegesack.

Etwa vier bis fünf Millionen Euro fließen nach Schätzungen von Rolf Dülge, technischer Leiter des Deichverbandes, in den Hochwasser- beziehungsweise Küstenschutz in Vegesack. Er geht davon aus, dass in circa vier bis fünf Jahren mit dem Bau begonnen werden kann. In rund einem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren angeschoben werden. Wenn es abgeschlossen sei, so Dülge, müsse das Ganze europaweit ausgeschrieben werden.

Die vorhandenen Hochwasserschutzeinrichtungen müssen um mindestens einen Meter erhöht werden. Dies gilt zum Beispiel für die Begrenzungsmauer zwischen der Senioreneinrichtung „Vier Deichgrafen“ und der Lesum. Zudem plant der Deichverband, das Straßenniveau zwischen Haven Höövt und Wendehammer am Restaurant Nautico anzuheben. Eine zusätzliche Stufe vor dem unbebauten Teil des Haven Höövt soll die Fluten ebenfalls bändigen.

Auch am Hafen stehen viele Veränderungen an. Dort, wo die Figuren von Thomas Recker stehen, muss die vorhandene Treppe ebenfalls um gut einen Meter aufgestockt werden. „Das machen wir nach binnen“, sagte Dülge. Soll heißen: Der Gehweg zum Vegesacker Bahnhof hinüber bietet so viel Platz, dass der Hochwasserschutz elegant in das vorhandene Ensemble eingefügt werden kann. Dülge ergänzte: „Die Figuren von Herrn Recker können stehen bleiben.“

Am Schart neben dem Spielschiff plant der Deichverband, „die Gesamtsituation um einen Meter anzuheben“, wie Döscher erklärte. Dabei wies er auf die besondere Situation in diesem Bereich hin. So stehe zum Beispiel die Hochwasser-Spundwand vielfach direkt vor den Häusern. Das mache es für Verantwortliche und Arbeiter vor Ort sehr schwer, die Bauwerke zukunftssicher zu machen. Die Spundwand selbst soll erhöht werden, indem ein neues Stück auf das vorhandene geschweißt wird.

Gänzlich verändern wird sich nach Auskunft von Dülge auch das Bild zwischen den Restaurants „Havenhaus“, „Grauer Esel“ und der Alten Hafenstraße. Dort plant der Deichverband, das mit zehn Metern Breite laut Dülge „völlig überdimensionierte“ Schart zu verkleinern und auszutauschen. Außerdem soll die derzeit direkt vor dem Kito verlaufende Spundwand um etwa zwei Meter vorgezogen beziehungsweise um gut einen Meter erhöht werden.

Gleichzeitig laufen die Planungen des Deichverbandes darauf hinaus, das zweite Schart an der Rückseite des Ladens 38 einzusparen. Darüber wird zurzeit noch der Gästeparkplatz des Restaurants „Havenhaus“ angefahren. Künftig, so Dülge, könne das hinter der neuen Spundwand direkt über die Alte Hafenstraße geschehen.

Weiter ging die Begehung in Blumenthal. Dort standen das BWK-Gelände, die Bahrsplate, das Kraftwerk und der Deich am Bunker Valentin auf dem Programm der Deichschau. Besonders in Augenschein nahmen die Teilnehmer dabei die Bahrsplate. Dort wird der Deich derzeit erhöht. „Da sind wir voll im Plan“, sagte Dülge. Auch sonst habe es im nördlichsten Stadtteil keine Beanstandungen gegeben: „Das ist alles tipptopp.“

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