Kommentar über den Mindestlohn

Ungerechte Forderung

Kassierer, Paketboten, Pflegekräfte: Sie alle haben keinen leichten Beruf. Wirtschaftspolitiker der Union wollen ihnen nun den Lohn kürzen. Das ist ungerecht, findet Jean-Pierre Fellmer.
27.05.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Ungerechte Forderung
Von Jean-Pierre Fellmer
Ungerechte Forderung

Wirtschaftspolitiker der Union fordern eine Absenkung des Mindestlohns.

Fabian Sommer/dpa

Es ist kaum zu glauben: Wirtschaftspolitiker der Union fordern tatsächliche eine Absenkung des gesetzlichen Mindestlohns. Dabei zeigt die Corona-Krise doch gerade, wie systemrelevant Kassierer, Pflegekräfte und Paketboten für unsere Gesellschaft sind. Ihr Lohn und ihre Arbeitsbedingungen müssen verbessert, nicht verschlechtert werden. Der Vorschlag der CDU-Politiker wirkt wie Hohn. Konjunkturprogramme dürfen nicht zulasten der finanziell Schwächsten gehen.

Lesen Sie auch

Vorstöße wie dieser sind daher völlig unangemessen: Privatunternehmen werden mit Milliarden vom Staat gestützt sowie Besserverdiener steuerlich entlastet, Geringverdiener aber im Stich gelassen. Vor Wochen sind sie für ihre wichtige Arbeit noch gelobt und beklatscht worden, jetzt diese Forderung. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen in die Politik.

Der Vorschlag kommt zwar nur von wenigen CDU-Politikern, schadet aber der gesamten Partei. Immerhin hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sofort klargestellt, dass auch für die Union der Mindestlohn nicht zur Disposition steht. Eine Reaktion, die sicherlich auch den Koalitionspartner SPD beruhigen soll.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+