Schülerinnen und Schüler des Alten Gymnasiums und der Schule Stader Straße stellen im Dom-Museum aus Mioko lässt den Hochaltar leuchten

Altstadt. „Wenn etwas Schönes dabei herauskommt, dann zeige ich es im Museum“, hatte sich Henrike Weyh, die Leiterin des Dom-Museums, fest vorgenommen. Und sie hat Wort gehalten.
20.06.2016, 00:00
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„Wenn etwas Schönes dabei herauskommt, dann zeige ich es im Museum“, hatte sich Henrike Weyh, die Leiterin des Dom-Museums, fest vorgenommen. Und sie hat Wort gehalten. Zwei Dutzend Schülerinnen und Schüler stellen bis zum 25. August Bilder aus Dom-Kunstprojekten aus. Es ist eine Premiere. Die Schülerarbeiten seien die ersten, die jemals im Dom in einer Ausstellung gezeigt worden seien, sagt Henrike Weyh.

Ein Kunstleistungskurs und eine Projektgruppe von Dritt- und Viertklässlern haben den Dom erkundet, nach Inspiration gesucht und ihre Eindrücke zu Papier gebracht. Ostchor, Krypta, Hochaltar haben sich einige als Motive ausgesucht, aber auch die Rosette im Westchor oder die Bücker-Fenster – und auch die Dommaus durfte nicht fehlen.

Ein Kunstleistungskurs des Alten Gymnasiums hat eine kunsthistorische Führung bei Henrike Weyh im Dom mitgemacht. Die 13 Elftklässlerinnen und Eltklässler haben sich Motive gesucht, die sie faszinierend finden. In der Schule haben sie dann mit schwarzer Scriptol-Tusche gezeichnet und die Arbeiten farbig aquarelliert. Die 16-jährige Mioko aus Findorff lässt den Hochaltar in kräftigen Farben leuchten.

An ihre Aufgabe sind die Gymnasiasten unterschiedlich herangegangen. Manche haben sich den perspektivischen Herausforderungen der anspruchsvollen Dom-Architektur gestellt oder aber versucht, filigrane Ornamentik genau darzustellen. Wieder andere haben sich in ihrer Arbeit zum Beispiel auf die Wiedergabe der Wirkung eines Bücker-Fensters beschränkt, also stilistisch gearbeitet. Eine Schülerin hat versucht, die düster-geheimnisvolle Atmosphäre der Ostkrypta in ihrem Bild einzufangen. Die hohe Qualität des Arbeiten erkenne man auch daran, dass bei dem Bild vom Westchor schon mal halb ernst, halb scherzhaft nach dem Verkaufspreis gefragt worden sei, erklärt Henrike Weyh.

Die Leiterin des Dom-Museums hat auch mit jüngeren Schülern gearbeitet. Während der Projekttage der Schule an der Stader Straße hatte sie angeboten, mit Dritt- und Viertklässlern Linoldruck zu machen. „Es ist mir wichtig, Kinder für Kunst zu begeistern“, sagt sie. Am ersten Vormittag haben die elf Kinder dann den Dom erkundet und ihre Entdeckungen erst einmal mit Bleistift gezeichnet. Beim Linoldruck mussten sie sich vor dem Schneiden in Linol vorher genau überlegen, wie man ein kompliziertes Motiv wie beispielsweise die Silbermann-Orgel vereinfachen kann.

Wichtig war es Henrike Weyh, dass die Kinder die komplette Linolplatte gestalteten und sie sich nicht nur auf das Motiv beschränkten. Dass dabei schon mal ein Lamm-Motiv vom Hochaltar im nachfolgenden Druck dann spiegelverkehrt erscheint, ist in diesem Fall „theologisch vertretbar“, sagt Henrike Weyh und lacht. Die Kinder waren in ihrem Eifer nicht zu bremsen, aber trotzdem blieb sogar noch Zeit, den Mumien im Bleikeller einen Besuch abzustatten. „Der Dom ist für die Schüler spannend“ sagt die Museums-Leiterin. „Ich kann mir gut vorstellen, so ein Projekt wieder zu machen. Das war bestimmt nicht das letzte Mal.“

Die Ausstellung der Schülerarbeiten ist im vorderen Bereich des Dom-Museums noch bis zum 25. August zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 16.45 Uhr, sonnabends bis 13.30 Uhr, sonntags von 14 bis 16.45 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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