Draht und Esel „Mit dem Fahrrad bin ich immer pünktlich fünf Minuten zu spät“

Silke Voss fährt jeden Tag mit dem Rad von Schwachhausen nach Findorff in ihr Büro. Hier erzählt sie von ihren Fahrraderlebnissen.
11.08.2019, 15:00
Lesedauer: 3 Min
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„Mit dem Fahrrad bin ich immer pünktlich fünf Minuten zu spät“
Von Ulrike Troue
Das erste Mal auf Rädern?

Auf vier Rädern war das mit gut einem Jahr. Es gab in den 60er-Jahren so schöne Gefährte aus Holz, Gehfrei genannt. Damit bin ich immer durch die elterliche Wohnung gesaust und habe die Türrahmen ramponiert. Das klappte so gut, dass ich die Notwendigkeit zu laufen, leider erst später als normal erkannt habe. Spätfolge davon war auch, dass ich erst mit sechs Jahren ohne Stützräder Fahrrad fahren konnte.

Das aktuelle Fahrrad

Ist ein anthrazitfarbenes Velo de Ville, ein City-Rad mit 8-Gang-Shimano-Nexus-Nabenschaltung als Freilauf, was für mich ein wichtiger Punkt ist. Außerdem hat es einen guten Scheinwerfer und verstärkten Gepäckträger.

Die Vorgängermodelle

Die letzten beiden waren Räder von großen Fahrrad-Discountern, jeweils mit 27 Gängen-Kettenschaltungen. Das vorletzte Rad wurde mir gestohlen, das letzte war nach 15 Jahren aufgebraucht.

Die Lieblingsstrecke

Für mich im Alltag in Bremen ist die Strecke Richtung Stuhr immer wieder ein Erlebnis: von Findorff aus Richtung Flughafen, über die Ochtum durch Wiesen und den Park Links der Weser. Und ich denke, ich bin im Urlaub. Dabei ist es nur der Weg zu meiner Friseurin, die vom Viertel Richtung Stuhr abgewandert ist.

Die schönste Tour

Der Werra-Radwanderweg von Eisenach nach Frankenroda war für mich die schönste Radtour bis jetzt. Traumhaft, oftmals direkt am Fluss entlang radeln, ohne zu große Steigungen! Das war ideal, auch für Kinder.

Der letzte Diebstahl

War ein Teildiebstahl vor circa neun Jahren: Da wurde mir an einem Sonntag direkt in der Bremer City das Vorderrad ausgebaut, mit Nabendynamo. Ein altes Vorderrad wurde mir provisorisch dafür eingesetzt, ohne es festzuschrauben. Das war schon dreist! Davor wurde mir ein komplettes Rad an einem normalen Wochentag an fast gleicher Stelle geklaut. Das war vor etwa 15 Jahren.

Der ausgefallenste Fahrradschmuck

Mein Fahrradklingel-Aufkleber mit der Aufschrift „Ey Gegenwind – Du blöde Sau“. Das Pöbeln hilft, seitdem habe ich immer Rückenwind (lacht).

Die am häufigsten gefahrene Strecke

Zwischen meinem Zuhause in Schwachhausen und der Plantage 13, da ich dort arbeite. Ich liebe die verschiedenen Wege, die man dorthin fahren kann. Man kann so schön durch den Bürgerpark die Strecken variieren.

Der schlimmste Unfall

Den hatte ich in Indien, als ich in Goa als Reiseleiterin gearbeitet habe. In Gedanken und noch nicht an den Linksverkehr gewöhnt, bin ich dort mit einem alten Ambassador zusammengekracht. Diese alten, englischen Autos, die es dort immer noch gibt, sind sehr massiv gebaut. Ich hatte eine Gehirnerschütterung und der Wagen nur einen kleinen Kratzer. Weiter ist aber zum Glück nichts passiert!

Oldtimerfahrräder sind . . .

. . . leider überhaupt nicht mein Thema. Optisch finde ich sie oft ganz ansprechend.

Ich fahre gern Fahrrad, weil . . .

. . . für mich in Bremen bei meinem täglichen Aktionsradius keine schnellere Fortbewegungsart gibt. Ich kann minutengenau planen, wann ich losfahren muss, kann relativ viel transportieren und dazu ist es noch gesund. Gerade bei meinem Bürojob ist das für mich sehr wichtig.

Fahrradfahren in Bremen ist . . .

. . . schön! Es gibt vieleGrünflächen und gutes Fahrradwegenetz. Mehr und besser geht natürlich immer. Ich finde, Fahrradfahren in Bremen ist einfach alternativlos.

Wann benutzen Sie die Klingel?

Wenn der Platz beim Überholen zu eng wird. Rechtzeitig, als Warnsignal für denjenigen, den ich überholen möchte. Aber ich benutze sie tatsächlich relativ wenig.

Was geht gar nicht als Fahrradfahrer?

In den Stern hineinfahren und dabei „Vorfahrt achten“ missachten. Am besten noch, wenn andere Fahrradfahrer schon stehen und warten, dass sie sich in den laufenden Verkehr einfädeln können

Das größte Ärgernis in Bremen?

Ist für mich auch der Stern. Der Umbau hat meiner Einschätzung nach die Sicherheit nicht verbessert.

E-Bike-Fahrer sind?

Ganz schön schnell. Ich hoffe immer, dass sie sich dessen bewusst sind. Ich verstehe den Boom in Norddeutschland nicht so ganz, weil es hier doch flach ist.

Die Fragen stellte Ulrike Troue.

Info

Zur Person

Silke Voss

fährt jeden Tag mit dem Rad von Schwachhausen nach Findorff in ihr Büro. Die gelernte Reisebürokauffrau ist 1964 in Hamm geboren, 1994 durch ihren Beruf nach Bremen gekommen und seit April 2018 für den Besucherservice und Vertrieb bei den Bremer Philharmonikern zuständig. Silke Voss kann sich für klassische Musik begeistern und spielt selbst Altflöte. „Was geht, machbar machen“ lautet die Maxime von Silke Voss, die bei fast jedem Konzert der Bremer Philharmoniker in der Glocke am Besucherstand anzutreffen ist.

Info

Zur Sache

Fahrrad-Steckbrief:

City-Rad Velo de Ville

Baujahr: 2018

Gewicht: 16 kg

Gänge / Schaltung: 8-Gang Shimano Nexus Nabenschaltung als Freilauf

Rahmenmaterial: Aluminium

Specials: verstärkter Gepäckträger und Fahrradklingel mit Aufkleber

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