Regionalmeisterschaft des Staplercups

Mit dem Gabelstapler Bälle transportieren

Bei der Regionalmeisterschaft des Staplercups sind 120 Teilnehmer um die Wette gefahren und haben ihre Geschicklichkeit auf vier Rädern gezeigt.
21.06.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Myriam Apke

Es geht um die Ehre: Um die eigene – aber auch um die des Arbeitgebers und der Kollegen. Es heißt also: Das Beste geben und dafür alle Hebel in Bewegung setzen. Konkret geht es an diesem Sonnabend um die Hebel von Gabelstaplern. Beim sogenannten „Staplercup“ müssen die Fahrer mit den Förderfahrzeugen verschiedene Geschicklichkeitsaufgaben bewältigen. Dabei sammeln sie Punkte. Und die höchste Punktzahl gewinnt. Zusätzlicher Stressfaktor: Die Zeit, denn es bleiben nur drei Minuten, um eine Disziplin zu meistern.

„Ich bin jedes Jahr nervös“, sagt Dirk Jüstel, der zum zehnten Mal beim Staplercup mitfährt. Auch hat er bereits zweimal bei der Regionalmeisterschaft gewonnen und durfte bei dem deutschlandweiten Finale in Aschaffenburg mitfahren. Trotzdem ist da diese Nervosität: „Es sind immer andere Aufgaben und die Zeit sitzt einem stets im Nacken.“ Tricks gebe es zwar, würden aber, wenn es darauf ankommt, vergessen, meint Jüstel: „Es braucht vor allem Feingefühl.“

Bei der Regionalmeisterschaft werden die besten drei Fahrer gesucht, die sich dadurch für die deutsche Meisterschaft im September in Aschaffenburg qualifizieren. Außerdem wird das beste Firmenteam ausgezeichnet. In diesem Jahr haben sich 120 Teilnehmer angemeldet, darunter 15 Firmenteams. „Wir freuen uns vor allem, dass fünf Frauen mitmachen“, sagt Birgit Lenk. Sie ist Sprecherin der Firma Willenbrock Fördertechnik, auf deren Gelände die Staplerfahrer unterwegs sind. Beobachtet und angefeuert von Fans und Familien. „Einige Teilnehmer haben sogar Teamtrikots machen lassen“, sagt Lenk. Denn Gabelstaplerfahren sei für viele nicht nur ein Teil des Jobs, sondern Leidenschaft und Liebe. Auch für viele Frauen, meint Lisa Trame, die zu den fünf Teilnehmerinnen des Wettbewerbs gehört. „Ich finde das super und hoffe, dass zukünftig noch mehr Frauen mitfahren“, sagt sie. In ihrer Firma gebe es viele Gabelstaplerfahrerinnen. „Die können das mindestens genauso gut, wie die Männer“, sagt Trame.

Gabelstapler haben zwar vier Räder, ein Lenkrad und einen bequemen Sitz, doch mit Autofahren ist es nicht zu vergleichen: Wer beispielsweise gewöhnt ist, links die Kupplung zu treten, muss beim Gabelstaplerfahren aufpassen, nicht aus Versehen rückwärts gegen eine Wand zu fahren. Die Sicht wird zudem durch die Hebebühne eingeschränkt. Kein Wunder also, dass alle Fahrer eine spezielle Fahrprüfung absolvieren müssen, um sicher mit dem Stapler arbeiten zu können.

Lisa Trame hat seit 2014 den Führerschein für Gabelstapler und fährt seitdem gekonnt jede noch so schwere Europalette. Doch jetzt ist sie nervös: Es gilt ein 2,20 Meter langes Brett durch eine 1,85 Meter breite Durchfahrt zu manövrieren. „Es ist schon schwieriger als meine gewohnte Arbeit und erfordert viel Geschicklichkeit“, sagt Trame. Die Bestzeit liegt bisher bei 2:19 Minuten – gefahren von einem Mann. Trame lässt sich davon nicht einschüchtern, setzt sich ins Fahrerhäuschen und fährt los.

Dirk Jüstel meint, dass diese Aufgabe die schwierigste des diesjährigen Staplercups ist: „Man muss das Brett schräg durchfahren, darf die Hebebühne aber nicht anheben“, sagt er. Am einfachsten ist seiner Meinung nach die Station namens „Vier gewinnt“. Bei dieser Übung müssen vier Spielscheiben mit einem Dorn, der vorne auf der Gabelzinke befestigt ist, aufgenommen und in ein Gestell befördert werden.

Bei einer anderen Disziplin namens „Kleine Bälle“ muss der Gabelstaplerfahrer bunte Plastikbälle aus einer Schubkarre in einen Eimer schütten, wenden und seine Fracht in einen Glasbehälter entleeren. Erfolgreich bestanden ist die Aufgabe, wenn das Gefäß voller Bälle ist.

Die Aufgaben der Regionalmeisterschaft sind anspruchsvoll, doch auf der Meisterschaft erwarten die Teilnehmer noch schwierigere Aufgaben, meint Fahrer Jüstel: „Dort lernt man ganz schnell, dass man nicht so gut ist, wie man meint.“

Das Finale 2015 findet vom 17. bis 19. September auf dem Aschaffenburger Schlossplatz statt. Ohne Lisa Trame und Dirk Jüstel. Sie konnten sich nicht qualifizieren. Stattdessen werden Martin Jackwitz und Maik Neugebauer aus Vechta sowie André Busse aus Bremerhaven um den Meistertitel fahren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+