Bremer Nachwuchs-Pianist feiert Erfolge Mit der Sieben zum Sieg

Der Bremer Parvis Noah ist erst 15 Jahre alt und schon so etwas wie ein Virtuose seiner Kunst. Der junge Pianist feiert einen Erfolg nach dem anderen. Der WESER-KURIER hat mit ihm über sein Talent gesprochen.
09.02.2015, 00:00
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Mit der Sieben zum Sieg
Von Nikolai Fritzsche

Als der WESER-KURIER im Juni 2014 zuletzt über Parvis Noah berichtete, hatte er gerade den Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ am Klavier gewonnen. Das Ergebnis der Aufnahmeprüfung an der Bremer Hochschule für Künste, die er wenige Tage zuvor abgelegt hatte, stand noch aus. Inzwischen hat der 15-Jährige bereits einige Monate als sogenannter Jungstudent hinter sich. Am Klavier und in Komposition – das sind die beiden Fächer, die er belegt – habe der Unterricht ihn sehr vorangebracht, sagt er. Doch auch abseits von Tasten und Partituren hat sein Horizont sich erweitert, was aber – wie könnte es bei einem Musikbesessenen anders sein? – wiederum der Musik zugute kommt.

Im Kompositionsunterricht von Jörg Birkenkötter befassen die Studenten sich nicht nur mit Musik, sondern auch mit deren Inspirationsquellen, zum Beispiel Philosophie und Theologie. Diesen Studien ist es zuzuschreiben, dass Parvis Sätze sagt wie: „Der vierte Satz meiner Komposition fungiert als Synthese der scheinbar antithetischen übrigen sechs Sätze.“

So hat er es auch im Vorwort zu der Komposition formuliert, mit der er nun zum vierten Mal in Folge einen Bundespreis bei „Jugend komponiert“ gewonnen hat. Man könnte niemandem einen Vorwurf machen, der bei einem komponierenden Teenager und einem Stück namens „Sieben Leben“ an Haustiere denkt. Und doch ginge die Vermutung himmelweit an der Sache vorbei.

„Sieben Leben“ sei von der Schöpfungsgeschichte inspiriert, erklärt Parvis. Sieben Leben wie die sieben Schöpfungstage; aber auch die Menora hatte er im Hinterkopf, den siebenarmigen Leuchter der jüdischen Liturgie. Die Sieben hat es Parvis angetan: „Durch das Studium ist mir klar geworden welch besondere Rolle die Sieben als mythische Zahl spielt.“

Parvis bezeichnet sich als gläubigen Menschen. Daraus erklärt sich sein Interesse, beim Komponieren auf theologische Themen zurückzugreifen. Mehr als Inspiration für die formale Gestaltung seiner Komposition sollen diese allerdings nicht sein: „Die Programm-Musik“ – Werke, die eine Thematik oder Erlebnisse des Komponisten musikalisch auszudeuten suchen – „ist nicht mein Maßstab.“

186 Jugendliche haben selbst geschriebene Stücke zum Wettbewerb „Jugend komponiert“ eingereicht, 15 gleichwertige Bundespreise vergibt der Verein Jeunesses Musicales. Gemeinsam mit den anderen 14 Preisträgern wird Parvis im Sommer dieses Jahres ein einwöchiges Kompositionsseminar auf Schloss Weikersheim in Baden-Württemberg besuchen. Dort werden die Werke der Jugendlichen von professionellen Musikern eingespielt. Anschließend sollen sie auf der Website des Vereins zu hören sein.

Parvis nimmt an vielen Wettbewerben teil. Oft gewinnt er. Andere auszustechen sei aber nicht seine Motivation, sagt er. „Es geht mir darum, zu erkennen, ob ich mich weiterentwickelt habe.“ Das Gleiche strebt er bei Konzerten an – schon jetzt arbeitet er auf ein Solo-Rezital am 6. Oktober im Bremer Haus der Wissenschaft hin.

Parvis hat „auch viele außermusikalische Interessen“, aber: „Ich will Klavier studieren, eventuell in Richtung Komposition gehen.“ Noch kann er sich nicht vollends auf sein geliebtes Instrument konzentrieren, denn er möchte am Alten Gymnasium Abitur machen. Dreieinhalb Jahre Schule stehen dem Zehntklässler noch bevor.

Am vergangenen Sonnabend hat Parvis schon wieder bei einem Wettbewerb gespielt. Nachdem er 2014 bei „Jugend musiziert“ in der Kategorie „Klavier solo“ Bundessieger wurde, tritt er dieses Jahr gemeinsam mit der befreundeten Pianistin Iasona Gutierrez, auch sie ist 15 Jahre alt, in der Disziplin „Klavier vierhändig“ an.

Beim Regionalentscheid für den Bereich Bremen-Mitte klappt die Zusammenarbeit schon mal gut. Die beiden erzielten am Sonnabend in den Räumen der Musikschule die Höchstpunktzahl und wollen nun beim Landesentscheid die nächste Hürde nehmen.

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