Mit Pott und Pann zieht er seit fast 30 Jahren auf den Freimarkt

Lemwerder·Bremen. "Junge Dame, darf es noch was für die Aussteuer sein?", albert André Schönberg, der vor Charme nur so übersprudelt. Die Dame gehobenen Alters fühlt sich sichtlich geschmeichelt, lehnt aber lachend und dankend ab: "Ach, junger Mann, im nächsten Jahr bin ich doch schon fünfzig Jahre verheiratet."
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Von Angela Neumann

Lemwerder·Bremen. "Junge Dame, darf es noch was für die Aussteuer sein?", albert André Schönberg, der vor Charme nur so übersprudelt. Die Dame gehobenen Alters fühlt sich sichtlich geschmeichelt, lehnt aber lachend und dankend ab: "Ach, junger Mann, im nächsten Jahr bin ich doch schon fünfzig Jahre verheiratet."

Pötte und Pannen - Töpfe und Pfannen - sind André Schönbergs Leidenschaft. Im nächsten Jahr feiert der heitere Händler aus Lemwerder sein dreißigstes Jahr auf dem Markt. Wie auch in den letzten 28 Jahren steht Schönberg mit einem großen Stand auf dem Bremer Freimarkt am Ausgang zum Schlachthof.

"Die Lage ist optimal. Die Leute haben Spaß auf dem Freimarkt und nehmen sich auf dem Weg nach Hause noch was von uns mit", sagt er. Nicht nur Pötte verkaufen Schönberg und seine Frau Petra. Diverse Haushaltswaren erfreuen Männer- und Frauenherzen: Beschriftete Brettchen mit der Aufschrift "Was haben Sie gegen Beamte? Die tun doch nichts!" über unzählige Naturbürsten, Keksausstecher - zum Beispiel in Eichhörnchenform - bis zu verschiedensten Töpfen und Pfannen. Besonders die klassischen Teekessel lassen sich laut Schönberg gut verkaufen.

Die Bremerin Erika Haß deckt sich mit Kochhelfern und einem Nussknacker für die Weihnachtszeit ein und lässt sich dabei ausgiebig von dem charmanten Händler beraten. Auf dem Freimarkt habe sie ordentlich was gegessen, "dann einen Obstler getrunken und jetzt habe ich gerade diesen freundlichen Herrn gesehen, der so nett mit den Kunden schnackt".

Der Kontakt mit den Kunden macht Schönberg am meisten Spaß bei der Arbeit. Ob Freimarkt, Osterwiese oder Weihnachtsmarkt - der Lemwerderaner ist immer mit dabei und flirtet, was das Zeug hält: "Wenn Sie den Topf jetzt kaufen, hat das einen großen Nachteil. Er ist zu klein, wenn Sie mich zum Essen einladen wollen." Das Schäkern mit den Kunden hat Schönberg früh gelernt. Schon als kleiner Junge turnte er zwischen den Töpfen herum, wenn sein Onkel auf dem Familienstand verkaufte.

Auch Schönbergs Frau Petra hilft kräftig mit, wenn ihr Mann 280 Tage im Jahr deutschlandweit unterwegs ist und Haushaltswaren verkauft. Ihren Job als Altenpflegerin hat sie aufgegeben, "denn man will sich ja auch mal sehen". Während sie das erzählt, schwärmt André Schönberg einer Kundin von Teflonpfannen vor. "Er hat junge Daame zu mir gesagt", freut sie sich und zieht verzückt weiter.

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