"Horse man" Alfonso del Aguilar zeigt Reitern aus Norddeutschland in Schwanewede, wie man mit dem Lasso umgeht Mit rhythmischen Kreisen zum gezielten Wurf

Schwanewede. Früher hat Johann Dierks auf seinem Anwesen am Lehmhorst Landwirtschaft mit Rinderzucht und Schweinemast betrieben. Die musste er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Vor sechs Jahren hat er seinen Betrieb in eine Reitanlage umgewandelt, die heute 40 Pferde beherbergt. Am Freitag stand ein drahtiger Cowboy in der Mitte seiner Reithalle.
30.05.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Peter Otto

Schwanewede. Früher hat Johann Dierks auf seinem Anwesen am Lehmhorst Landwirtschaft mit Rinderzucht und Schweinemast betrieben. Die musste er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Vor sechs Jahren hat er seinen Betrieb in eine Reitanlage umgewandelt, die heute 40 Pferde beherbergt. Am Freitag stand ein drahtiger Cowboy in der Mitte seiner Reithalle.

Ausgerüstet mit einem 15 Meter langen Lasso aus Nylon und Baumwolle war Alfonso del Aguilar, in Texas lebender Mexikaner, angetreten, um hiesigen Pferdeliebhabern sanften und natürlichen Umgang mit Pferden beizubringen. So, wie er es in seinem Buch "Wie Pferde lernen wollen" beschrieben hat. Als Extra lehrte er während seines Aufenthaltes auch noch den zielgerichteten Lassowurf.

Johann Dierks' Tochter, Ingrid Warnke, selbst Westernreiterin und im Besitz des Trainerscheins, hatte del Aguilar während ihrer Ausbildung vor 13 Jahren im Siegerland kennengelernt. Sein Ausbildungsprogramm fand sie so ansprechend, dass sie den "Pferdepsychologen" auf den elterlichen Hof zu Lehrgängen einlud. Am Freitag vermittelte er acht Westernreiter, zwei Frauen und sechs Männer, aus Diepholz, Norden und der näheren Umgebung die "Kunst des Lasso-Werfens". Dabei ging es darum, die Tiere so einzufangen, dass sie nicht gequält werden.

Mit 15 Meter langen Lassos ausgerüstet standen die Teilnehmer im Cowboy-Outfit in der zehn Meter hohen Halle bereit. Obwohl seine Frau aus der Schweiz stammt, spricht der 48-jährige "Horse man" nur wenig Deutsch, weshalb Elke Hustedt seine Anweisungen und Erklärungen übersetzte. Das Zielobjekt der Lassowürfe war die "Kuh Berta", ein unansehnliches Holzgestell mit Hörnern.

Alfonso del Aguilar schwang mit rhythmisch eleganter Armbewegung die Seilschlinge locker über dem Kopf und näherte sich der Holzkuh. Mit einem blitzschnellen und zielgerichteten Kick schnellte das Lasso auf die beiden Hörner zu und zog sich dort zusammen. Das sah alles sehr lässig und selbstverständlich aus. Aber die eifrigen Schüler brauchten doch mehrere Anläufe, ehe sie die Kuh nach vielen Fehlversuchen an den Hörnern eingefangen hatten. Zuvor hatten sie das Zielen an aufgestellten Pylonen geübt.

Noch schwieriger waren die Übungen, bei denen die Lassoschlinge so am Boden zwischen den Beinen der Kuh platziert werden musste, dass das Tier beim Laufen in die Schlinge trat und so an den Hinterläufen gefesselt wurde. Immer wieder schwangen die Schüler die Seilschlinge in einer Drehbewegung über dem Kopf, gingen oder liefen auf die hölzerne Berta zu, um sie dann aus der richtigen Entfernung mit dem Lasso zu umgarnen. Vom Boden aus war das schon schwierig. Und manch einem dämmerte, wie schwierig es sein musste, das Lasso aus dem Sattel eines galoppierenden Mustangs einzusetzen.

Dennoch hatte beispielsweise Peter Büssenschütt aus Neuenkirchen einfach nur Spaß an dem Kursus. "Das ist ganz schön schwer und körperlich anstrengend", meinte Nina Scholz aus Sandkrug. An den beiden Folgetagen war dann Westernreiten angesagt. Da ging es darum, den Pferden auf natürliche Weise die Scheu vor Flattervorhängen, dem Überqueren von Brücken und dem Unterschreiten von herabhängenden Gardinen zu nehmen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+