Schüler stellen sich der Jury von "Jugend forscht" Mit Spaß und Köpfchen

Dieses Mal ist alles etwas größer. Zum 50. Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ empfängt das Patenunternehmen Airbus die teilnehmenden Jugendlichen nicht auf dem eigenen Firmengelände, sondern im Bremer Musical Theater. Hier zeigen die 116 Besten aus den Regionalwettbewerben ihre selbst gestalteten Projekte.
20.03.2015, 00:00
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Mit Spaß und Köpfchen
Von Kristin Hermann

Dieses Mal ist alles etwas größer. Zum 50. Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ empfängt das Patenunternehmen Airbus die teilnehmenden Jugendlichen nicht auf dem eigenen Firmengelände, sondern im Bremer Musical Theater. Hier zeigen die 116 Besten aus den Regionalwettbewerben ihre selbst gestalteten Projekte.

Einer von ihnen ist Philipp Graell Pflug von der Freien Evangelischen Bekenntnisschule. Der Elfjährige hat einen Windkanal gebaut, um das Flugverhalten von Raketen erforschen zu können. Das besondere dabei: Philipp hatte für die Betreuung seiner Arbeit nicht etwa einen Naturwissenschaftslehrer an der Seite, sondern seine eigene Mutter. Fast ein Jahr haben die beiden in ihrer Freizeit an dem Windkanal getüftelt. „Wir haben uns unter anderem den Focke Windkanal angesehen und uns einige Bauanleitungen besorgt“, erzählt Cornelia Pflug. Für Philipp steht eigentlich fest, dass er später mal einen Beruf ergreifen will, der mit Mathe und Naturwissenschaften zu tun hat. „Das sind eindeutig meine Lieblingsfächer“, sagt er.

„Jugend forscht“ gehört seit Jahren zu den größten Wettbewerben der Stadt. Dem Landesentscheid Bremen sind drei Regionalwettbewerbe vorgeschaltet, jeweils einer in Bremen-Nord, Bremen-Mitte und Bremerhaven. Insgesamt 535 Jugendliche mit 271 Arbeiten hatten sich in diesem Jahr hierzu angemeldet. „Mit dieser Bewerberzahl liegen wir auf Platz 9 im deutschlandweiten Ranking“, sagt Wettbewerbsleiter Carsten Pieper.

Kakao- Kaugummi mit Chili

An dem Stand von Ronja Carlotta Engels und Carla Oberg kann man selbst gemachte Kaugummis probieren. Die Fünftklässlerinnen vom Gymnasium an der Hamburger Straße haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein leckeres und gesundes Kaugummi zu entwickeln. Keine leichte Aufgabe, wie die beiden erzählen: „Man musste aufpassen, dass die Konsistenz gut ist und man am besten einen Zuckerersatz verwendet“, sagt Carla. Um die richtige Mischung zu finden, haben die Mädchen einige Abende in der Küche ausprobiert. Zugegeben, nicht alle Kreationen sind genießbar geworden, geben die beiden zu. „Das Mehlkaugummi ist zum Beispiel ganz schön ekelig“, sagt Ronja Carlotta lachend. Der Favorit der Schülerinnen ist eindeutig das Kakao-Kaugummi mit Chili.

Zusätzlich zu der Präsentation der Arbeiten hat es am Donnerstag auch eine Ausbildungsmesse gegeben, die wie das Musical Theater als Veranstaltungsort, auch zu einem neuen Bestandteil von „Jugend forscht“ werden soll. Zu den Preisen gehören unter anderem Forschungspraktika bei den Partnerunternehmen. „Die Teilnahme an dem Wettbewerb im Lebenslauf aufzuführen, kommt bei Arbeitgebern gut an und kann ein möglicher Türöffner sein“, sagt Airbus-Sprecherin Kirsten Leung.

Das erhoffen sich auch Jan-Niklas Schmelze, Janis Schneider und Stefan Meyer vom Bildungszentrum Mitte. Sie alle sind zwischen 18 und 20 Jahre alt und denken bei ihrem Projekt schon ein Stück weit an ihre berufliche Zukunft. Aufbauend auf ein Abiturprojekt haben sie einen Roboter entwickelt, der auch Treppenstufen meistern kann. „Wir haben dabei an die kleinen Staubsauger-Roboter gedacht, die bisher nur ebenerdig arbeiten können“, beschreibt Jan-Niklas Schmelze die Projektidee. Die Drei haben mehrere Firmen angeschrieben, um an die passenden Bauteile zu bekommen. Eine Firma hat der Gruppe sogar den Rahmen ihres Roboters gelasert.

Jugendliche ab der vierten Klasse bis 21 Jahren können am bundesweiten Nachwuchswettbewerb teilnehmen. Auch Auszubildende und Studenten im ersten Ausbildungs- beziehungsweise Studienjahr dürfen mitmachen. Zu den angebotenen Fächern gehören Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Favorit unter den Fächern ist dieses Jahr abermals das Fachgebiet Biologie, gefolgt von Chemie.

Die Sieger des Wettbewerbs werden am Freitagmittag bekannt gegeben. Alle Jugend-forscht-Landessieger reisen zum Bundesfinale. Die Sparte „Schüler experimentieren“ endet auf Landesebene. Der diesjährige Bundeswettbewerb findet vom 26. bis 30. Mai in Ludwigshafen statt.

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