Mode-Label unterstützt die Brustkrebshilfe

Mit T-Shirts gegen Brustkrebs

Nach der Krebsdiagnose einer Freundin wollten zwei Bremerinnen etwas tun. Sie gestalten T-Shirt und Mützen und unterstützen mit der Aktion die Deutsche Brustkrebshilfe.
22.10.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weißer

Die kleine rosa Schleife im Logo ist kein zufälliges Extra. Als unverkennbares Symbol für den Kampf gegen Brustkrebs ziert sie anthrazitfarbene Mützen und hellgraue Kosmetiktäschchen. Mit ihrem eigens gegründeten Mode-Label unterstützen die Bremerinnen Christine Hoff und Tanja Chantelau die Deutsche Brustkrebshilfe. Dass Tine und Tanja, kurz „Tati“, ihre Produkte pünktlich zum Brustkrebsmonat Oktober anbieten, der seit 1985 jährlich genutzt wird, um für das Thema zu sensibilisieren, ist Zufall.

Die Geschichte, die hinter der Label-Gründung steht, begann bereits im April. Hoffs langjährige Freundin Shirin Kannegiesser-Böker erhielt die Diagnose Brustkrebs. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft ist Brustkrebs mit etwa 30,5 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in allen Staaten der industrialisierten Welt. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, besonders ab dem 40. bis 50. Lebensjahr. Kannegiesser-Böker, 47 Jahre alt, habe der Befund wie ein Schlag ins Gesicht getroffen, erzählen die Freundinnen.

Whatsapp-Gruppe als Unterstützung

Für die zweifache Mutter, die mit ihrer Familie in Düsseldorf lebt, habe sofort festgestanden, dass sie Verstärkung im Kampf gegen das Schicksal braucht. Sie gründete eine Whatsapp-Gruppe, betitelte sie mit „Ich schaffe das mit Euch“ und versammelte Schulfreundinnen, Kolleginnen und andere ihr nahestehende Frauen auf digitalem Wege um sich. 20 Personen aus ganz Deutschland und der Schweiz fanden so zusammen, alle gerüstet, den steinigen Weg Monat für Monat mit ihr zu gehen. Sie hofften mit, dass sich der sieben Zentimeter große Tumor verkleinern lässt, bevor es zur Operation kommt, wünschten Kraft für die Chemotherapie und schickten Genesungswünsche. „Mal ein Herz, ein Bild von einem Blumenstrauß, Jubel bei Etappensiegen, Mitleid – in dem Chat ist alles drin“, berichtet Hoff.

Gemeinsam mit Tanja Chantelau designte Christine Hoff, Mitinhaberin des Geschäfts „Werkraum“ im Bremer Viertel, ein Gruppen-T-Shirt zum Mut machen. Die beiden hatten sich bei einem Instawalk kennengelernt.

Chantelau, gelernte Masseurin und hauptberuflich Köchin, postet seit 2016 Kreatives im Netz. Ein besonderes Faible hat die 49-Jährige für Schriftzüge, die sie mit dem I-Pad entwirft. Auf dem Gebiet hat sie bereits Workshops organisiert. Erste Weihnachtskarten für „Werkraum“ gestaltete sie 2019.

Anfang des Jahres kaufte sich Chantelau einen Plotter, um das Entwerfen von Schriftzügen noch professioneller angehen zu können. Für die T-Shirt-Aktion machte sie sich sofort an die Arbeit. „Wenn ein Produkt eine Geschichte erzählt, dann liebe ich es“, erklärt sie ihr Engagement.

Der Großhandel lieferte die Shirts, im Juli waren alle Frauen der Whatsapp-Gruppe mit den Oberteilen versorgt und schickten ihrer krebskranken Freundin eine Collage, die sie tief berührt habe. Alle präsentierten das Kleidungsstück, das mehr als ein modisches Statement ist. Kannegiesser-Böker war außer sich vor Freude. Und auch die Deutsche Brustkrebshilfe dankte den Bremerinnen für die Aktion. Denn pro verkauftem T-Shirt gingen 15 Euro als Spende an die Brustkrebshilfe.

Der Erfolg gab Hoff und Chantelau Auftrieb, mehr Frauen mit solidarischen Kleidungsstücken zu versehen. Sie orderten Taschen aus Bio-Baumwolle und Mützen für die kalte Jahreszeit. Chantelau machte sich an den Entwurf für das rosa Emblem. Unter einem Herz mit einer kleinen Schleife soll ein schwungvolles „Strong“ Kraft vermitteln. Auch dabei gehen fünf Euro vom Erlös an die Brustkrebshilfe. 2,50 Euro spenden die Käufer, 2,50 Euro die Macher. Auch wenn die Mütze 27,50 Euro kostet, machen die Bremerinnen keinen Gewinn, sagen sie. Bis die Kosten für die extra für die Produktion erworbene Transferpresse, für Rohlinge und hochwertige Spezialfolie refinanziert sind, werde es lange dauern, schätzen die beiden.

Doch darum ginge es ihnen auch nicht. Hoff bewundert das Durchhaltevermögen ihrer Freundin und möchte die Kraft mit Frauen teilen, die ein ähnliches Schicksal erleiden oder an Brustkrebs erkrankte Frauen unterstützen. Sie strebt eine Kooperation mit dem Brustzentrum Düsseldorf an. „Wir brauchen positive Energie“, habe es von dort nach einer ersten Anfrage geheißen. Kannegiesser-Böker wurde mit ihrer optimistischen Haltung nicht enttäuscht. Die Ärzte gehen davon aus, dass sie es schafft, berichtet Hoff.

Weitere Informationen

Die Tati-Produkte sind im „Werkraum“, Vor dem Steintor 121, erhältlich. Geöffnet montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 15 Uhr. Versand ist bei Vorbestellung unter Telefon 43 30 09 22 sowie bei Instagram unter @made_by_tati möglich.

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