Die Maria S. Merian kann heute und morgen im Getreidehafen besichtigt werden Modernstes deutsches Forschungsschiff zu Gast

Als Eisrandforschungsschiff ist die Maria S. Merian in der ganzen Welt unterwegs. Wissenschaftler auf dem Schiff untersuchen Ökosysteme, Klimaveränderungen und andere Umweltphänomene. Heute und morgen ist das deutsche Forschungsschiff beim „Open Ship“ im Bremer Getreidehafen zu besichtigen. Interessierte können Vorträge rund um das Thema Meeresforschung hören. Mit dabei sind auch viele Bremer Forschungseinrichtungen.
21.09.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Modernstes deutsches Forschungsschiff zu Gast
Von Kristin Hermann

Als Eisrandforschungsschiff ist die Maria S. Merian in der ganzen Welt unterwegs. Wissenschaftler auf dem Schiff untersuchen Ökosysteme, Klimaveränderungen und andere Umweltphänomene. Heute und morgen ist das deutsche Forschungsschiff beim „Open Ship“ im Bremer Getreidehafen zu besichtigen. Interessierte können Vorträge rund um das Thema Meeresforschung hören. Mit dabei sind auch viele Bremer Forschungseinrichtungen.

Ein ganz besonderes Schiff liegt derzeit im Getreidehafen: Tausende von Seemeilen hat die Maria S. Merian in den vergangenen Jahren auf ihren Forschungsfahrten durch die Weltmeere zurückgelegt. An diesem Wochenende macht das Eisrandforschungsschiff in Bremen Station, bevor es nach Southampton aufbrechen wird. Heute und morgen sind Besucher zum sogenannten „Open Ship“ eingeladen, um ihnen die Welt der Meereswissenschaft vorzustellen.

Die Maria S. Merian ist derzeit das modernste deutsche Forschungsschiff mit einer Länge von knapp 100 und einer Breite von 20 Metern. Seit 2006 ist sie in den unterschiedlichen Einsatzgebieten unterwegs. „In diesem Jahr forschte die Merian bislang mit 167 Wissenschaftlern in den Seegebieten von 23 Ländern“, berichtet Tina Rabenseifner von der Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe. Mit dem Schiff werden mehrere Expeditionen im Jahr unternommen. Dabei untersuchen Wissenschaftler die Klimaveränderungen, Ökosysteme oder auch bestimmte Tier- oder Pflanzenarten.

Analyse an Bord

Einer, der schon mehrfach bei einer solchen Reise dabei war, ist Nicolas Nowald vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum). „Das letzte Mal waren wir im vergangenen Jahr im Golf von Mexiko unterwegs, wo wir Kaltwasserkorallen untersucht haben“, erzählt der Meeresgeologe.

Vier Wochen lang haben er und seine Kollegen in diesem Gebiet mit dem ferngesteuerten Tauchrobotersystem „Cherokee“ gearbeitet. „Die Ergebnisse können wir direkt in den Laboren an Bord analysieren“, sagt er. Das Forschungsschiff hat Platz für insgesamt 46 Menschen – Besatzung und Wissenschaftler. „Da bleibt eigentlich nie ein Platz frei“, so der Meeresgeologe.

Die Maria S. Merian verfügt über mehrere technische Besonderheiten. So kann das Schiff beispielsweise mit Hilfe zusätzlicher Stahlplatten auch am Rand des Meereises operieren. Zugleich sei präzises Manövrieren auch bei schlechten Wetterverhältnissen durch eine dynamische Positionierung möglich, sagt Tina Rabenseifner. „Außerdem ist das Schiff besonders umweltfreundlich.“ 48 Stunden könne es abwasserfrei betrieben werden, um empfindlichen Biotopen keinen Schaden zuzufügen. Dafür erhielt die Merian bereits die Umweltauszeichnung „Blauer Engel“.

Kurzvorträge zu aktuellen Themen

Die Besucher erwartet am Wochenende ein buntes Programm. Sie können etwa einen Blick auf die Brücke, das Peildeck oder den Hangar werfen. Die Wissenschaftler geben außerdem einen Einblick in ihre Laborarbeit, wo sie Mikroorganismen vorstellen. In einem Simulationscontainer kann man selbst ein Unterwasserfahrzeug steuern. Im Konferenzraum des Schiffes sind Kurzvorträge zu aktuellen Themen der Meeresforschung geplant. Auch für Kinder wird es viele Aktionen geben. Sie können unter anderem ihren eigenen Unterwasserbegleiter bauen und in einem Wasserbecken testen.

Viele Forschungseinrichtungen aus Bremen und Bremerhaven sind an den beiden Tagen eingebunden, wie etwa das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung oder die Jacobs University. Auch Nicolas Nowald vom Marum ist dabei; der Meeresbiologe wird mit seinen Kollegen das Tauchrobotersystem „Cherokee“ vorstellen.

Die Maria S. Merian kann heute von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden, letzter Einlass ist um 16 Uhr. Morgen öffnet das Schiff von 9 bis 15 Uhr, letzter Einlass ist um 14 Uhr. Das Schiff liegt im Getreidehafen am Getreidespeicher. Der Besuchereingang befindet sich neben dem Pier 2. Der Eintritt ist frei.

Das Forschungsschiff Maria S. Merian hat seit Jahresbeginn schon etliche Seemeilen zurückgelegt. Die Tour begann im Januar in Kapstadt, zur maritimen Woche hat die Crew nun in Bremen festgemacht. In der kommenden Woche wird das Schiff nach Southampton weiterfahren.

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