Möbelpalast in Osterholz Möbel Höffner stellt neuen Bauantrag in Bremen

Seit mehr als 15 Jahren plant die Berliner Möbelkette Höffner in Bremen-Osterholz einen riesigen Möbelmarkt. In anderthalb Wochen wird es dazu einen neuen Bauantrag geben, kündigt das Unternehmen an.
07.04.2021, 19:00
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Möbel Höffner stellt neuen Bauantrag in Bremen
Von Jürgen Hinrichs

19. April – das ist der Tag, dann soll es nach mehr als 15 Jahren tatsächlich so weit sein und etwas in Gang kommen, woran schon nicht mehr geglaubt wurde. „Am 19. April unterschreibe ich den neuen Bauantrag“, sagt Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger Projektentwicklung GmbH. Kurt Krieger, ein milliardenschwerer Berliner, ist Eigentümer der Möbelkette Höffner und will im großen Stil auch in Bremen investieren, auf dem ehemaligen Fernsehgelände von Radio Bremen in Osterholz. Warum das bisher nicht geklappt hat, ist eine schier unendliche Geschichte mit immer neuen Wendungen: Der Streit zwischen Bremen und Achim über die Ansiedlung, jahrelange Auseinandersetzungen bis zum Bundesverwaltungsgericht, Moderationsversuche des Kommunalverbundes, aber auch die Irrungen und Wirrungen beim Investor, der mehrfach seine Pläne veränderte und damit in Bremen die zuständigen Gremien und Behörden ordentlich auf Trab hielt.

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„Wir hatten schon mal alles in Sack und Tüten“, erzählt Metz. Dann sei auf Bitten der Stadt aber noch einmal nachgedacht worden. „Im Wesentlichen ging es zuletzt um die Verkehrsführung“, so die Geschäftsführerin. Die Vorschläge der Behörden hätten sich nach eingehender Prüfung als nicht machbar erwiesen. „Wir sind deshalb zurück zur Ursprungslösung, haben sie aber leicht modifiziert.“ So würden die Unterlagen jetzt ein weiteres Mal eingereicht. Metz: „Sobald die Baugenehmigung da ist, packen wir's an.“ Ob es mit der Eröffnung des Möbelmarkts auf dem elf Hektar großen Grundstück an der Hans-Bredow-Straße bereits im kommenden Jahr klappt, ließ die Krieger-Managerin offen. Vor einem halben Jahr hatte das Unternehmen den Termin September 2022 genannt.

Das geplante Möbelzentrum wird nach Angaben der Baubehörde mit seiner Verkaufsfläche knapp unter der Höchstgrenze liegen, die für das Projekt festgelegt wurde. Sie beträgt 45.000 Quadratmeter und hat damit eine Größe, für die branchenintern der Begriff Möbelpalast verwendet wird. Achim fühlt sich davon bedroht. Sorge bereitet der Stadt vor allem das Sortiment, weil in Märkten dieser Art mitnichten nur Sofas, Sessel und Schränke angeboten werden, sondern auch Produkte, die es sonst in kleineren Fachgeschäften zu kaufen gibt, zum Beispiel in Achim. Diese Läden würden dann leiden, argumentierte die Bremer Nachbarkommune, drang damit bei den Gerichten aber nicht durch.

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Die Verkaufsfläche von Höffner wird sich den Plänen zufolge auf zwei Häuser verteilen: Das Gebäude mit der Hauptfläche, die sich über drei Geschosse erstreckt. Und ein etwas niedrigeres Haus direkt daneben, das für einen Discounter reserviert ist, der Teppiche, Leuchtmittel, Haushalts- und Bettwaren anbietet. Investiert werden nach Angaben von Edda Metz insgesamt 70 Millionen Euro. Der Kauf des Grundstücks soll dem Vernehmen fünf Millionen Euro gekostet haben. Metz rechnet mit etwa 350 neuen Arbeitsplätzen. Die Bauzeit veranschlagt die Geschäftsführerin auf knapp ein Jahr.

Im Zuge der Planungen ist der gesamte Gebäudekomplex einmal gedreht worden, sodass der Haupteingang nun an der Julius-Faucher-Straße liegen wird, gegenüber vom Baumarkt Bauhaus. Vorgesehen sind an den beiden Häusern nach Darstellung der Baubehörde insgesamt 680 Autoparkplätze – 260 auf gepflastertem Boden, 420 auf einer Schotterfläche. Hinter dem Möbelpalast will der Investor Bäume anpflanzen. Sie sollen einen Grüngürtel ergänzen, der den Osterholzer See umsäumt.

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