Rechtsextremismus

Moschee, Partei und Verein in Bremen bedroht

Die Bremer Fatih-Moschee, ein Flüchtlingsverein und eine Linkenpolitikerin haben E-Mails mit rechtsextremen Drohungen erhalten. Sie sind kein Einzelfall.
10.03.2020, 17:32
Lesedauer: 1 Min
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Moschee, Partei und Verein in Bremen bedroht
Von Carolin Henkenberens
Moschee, Partei und Verein in Bremen bedroht

Auch die Fatih-Moschee in Gröpelingen hat rechtsextreme Drohmails erhalten.

Sina Schuldt/dpa

Die Fatih-Moschee in Gröpelingen, der Verein Fluchtraum und der Landesverband der Linkspartei haben am Wochenende rechtsextreme Drohmails erhalten. Dies teilte die Polizei Bremen am Dienstag mit, die Betroffenen bestätigten dies dem WESER-KURIER. Wie aus Gesprächen mit ihnen hervorgeht, tauchte in allen E-Mails das Symbol des Wolfes auf. Die Absender bezeichneten sich als „Weiße Wölfe“, sprachen von einer „Wolfzeit 2.0“ und von einer „weißen Herrenrasse“. Mindestens eine der Mails war dem Vernehmen nach mit dem rechtsextremistischen Code „88“, der für „Heil Hitler“ steht, unterschrieben und enthielt rassistische Begriffe wie „Arier“. In den Emails wurde massive Gewalt bis hin zu einem Anschlag angedroht.

Im Fall der Linkspartei wurde das Schreiben an eine 57 Jahre alte Politikerin gerichtet, wie die Polizei mitteilte. Diese Mail sei am Sonnabend eingegangen und am Montag bei der Polizei angezeigt worden. Die Drohung gegen die Moschee sei ebenfalls am Sonnabend empfangen, aber erst am Sonntagabend gelesen worden, wie ein Sprecher der Islamischen Föderation sagte. Die Mail an die Flüchtlingsorganisation ist den Angaben zufolge am Sonntag eingegangen. Der Verein Fluchtraum sei bekannt dafür, dass er Menschen mit Fluchtgeschichte unterstützt, sagt Mitarbeiterin Dagmar Koch-Zadi. Der Verein wolle sich von dem Einschüchterungsversuch nicht abhalten lassen: „Wir sehen unseren Auftrag, unsere Arbeit weiter zu machen.“ Sie finde es zugleich „beklemmend zu wissen, dass man in einer Gesellschaft lebt, in der sich brauner Sumpf weiter ausbreitet“.

Die Drohungen in Bremen könnten Teil einer bundesweiten Kampagne von Rechtsextremisten sein, darauf deuten andere Fälle hin: So hat vor einer Woche auch die Berliner Landeschefin der Linkspartei, Katina Schubert, eine Morddrohung mit der Wortwahl „Wolfzeit 2.0“ erhalten. Ebenso machten die Hamburger Linken-Politikerin Christiane Schneider und der Europaparlamentarier Erik Marquardt (Grüne), der sich aktuell auf Lesbos für Geflüchtete einsetzt und dafür eigenen Aussagen zufolge stark angefeindet wird, kürzlich Drohmails mit dem Wolfssymbol öffentlich.

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