Preis für Handwerk in der Denkmalpflege Motivation für Denkmal-Eigentümer

Bremen. Der "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege" wird 2011 wieder in Bremen vergeben. "Wir haben den Modus umgestellt, und so ist Bremen zusammen mit Baden-Württemberg ein Jahr früher dran", so Ursula Schirmer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
01.03.2011, 19:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Motivation für Denkmal-Eigentümer
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. "In vorbildlicher Weise passten die Eigentümer ihre Vorstellungen dem Denkmal an und versuchten nicht, das Denkmal ihren Vorstellungen anzupassen" - ein beredtes Lob, sieben Jahre her, und nun ist es wieder so weit, dass in Bremen der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege vergeben wird. Am Dienstag haben die Initiatoren über die Modalitäten informiert. Zum Aufruf kommen Geldpreise in Höhe von 15000 Euro.

Erst ein paar Monate her, dass der Bremer Denkmalpflegepreis ausgelobt wurde, und nun also schon wieder ein Preis. Unglückliche Planung oder schlichter Zufall? Die Antwort gab Ursula Schirmer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: "Wir haben den Modus umgestellt, und so ist Bremen zusammen mit Baden-Württemberg ein Jahr früher dran als geplant." Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki soll's recht sein: "Wir sind gerade voll dabei. Bewerber, die beim Bremer Denkmalpflegepreis nicht zum Zuge kamen, erhalten jetzt eine neue Chance." Und Uwe Nullmeyer, Vorsitzender der Aufbaugemeinschaft Bremen, verspricht sich "einen weiteren Schub für den Denkmalschutz in Bremen."

Der Akzent dieses Mal ist allerdings ein wenig anders gesetzt. Die Ausschreibung richtet sich allein an private Eigentümer von Baudenkmälern - und an die Handwerker, die in den vergangenen sieben Jahren mit der Restaurierung beauftragt waren. Der Preis wird deswegen nicht allein von der Stiftung, sondern auch vom Zentralverband des Deutschen Handwerks ausgelobt. Michael Busch, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen, sprach von einer "genialen Kombination" - und meinte, die hohen Ansprüchen des Denkmalschutzes gepaart mit dem fachlichen Vermögen, sie umzusetzen.

"Die Denkmaleigentümer sollen motiviert werden, bei der Erhaltung ihrer historischen Bauten auf die Qualität und Leistungsfähigkeit handwerklicher Betriebe zurückzugreifen", heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Und weiter: "Andererseits soll der Preis das Handwerk auf das in vieler Hinsicht lohnende Arbeitsfeld Denkmalpflege aufmerksam machen."

Der Denkmalpflegepreis wird jährlich in jeweils zwei Bundesländern ausgerichtet. Bremen war zuletzt im Jahr 2004 dran. Damals gehörten zu den Preisträgern zum Beispiel das Ehepaar Brüning, das einen für die Nachkriegszeit typischen Bau von Eberhardt Gildemeister in seiner ursprünglichen Form wiederherstellen ließ. Es handelte sich dabei um ein denkmalgeschütztes Wohnhaus. Einen weiteren Preis erhielt die "Tobias Schule Bremen" für ihre "prozesshafte Denkmalpflege" mit der die Orangerie eines Anwesens in der Rockwinkeler Heerstraße erhalten werden konnte.

Frist läuft bis zum 21. Juni

Für den jetzt angelaufenen Wettbewerb läuft die Frist bis zum 21. Juni. Danach wird die Jury das Material sichten und die erste Vorentscheidung treffen. Was an Kandidaten übrig bleibt, darf sich auf fachlich versierten Besuch freuen. Ende August wird die Jury zur Bereisung aufbrechen und genau in Augenschein nehmen, was sie vorher nur auf dem Papier kennengelernt hat. Am 15. November gibt es schließlich die feierliche Preisverleihung. Der erste Platz ist mit 7500 Euro dotiert, der zweite mit 5000 Euro und der dritte mit 2500 Euro. Die Handwerksbetriebe werden mit Urkunden ausgezeichnet.

Antragsformulare für den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege sind bei den Handwerkskammern erhältlich. Vorschläge können von Handwerksbetrieben, Architekten, Denkmalpflegern und privaten Bauherren eingereicht werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+