Bis zu 290 Wohnungen in Horn-Lehe geplant Mühlenviertel wird mit Fernwärme versorgt

Horn-Lehe. Im neuen Mühlenviertel in Horn-Lehe werden bis zu 290 Wohneinheiten entstehen. Vorgesehen sind Mehrfamilien- und Reihenhäuser, die durchweg mit Fernwärme beheizt werden.
17.09.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Mühlenviertel wird mit Fernwärme versorgt
Von Detlev Scheil

Horn-Lehe. Im neuen Mühlenviertel in Horn-Lehe werden bis zu 290 Wohneinheiten entstehen. Vorgesehen sind Mehrfamilien- und Reihenhäuser, die durchweg mit Fernwärme beheizt werden. Außerdem sind Gewerbebauten geplant. Das berichteten Vertreter des Eigentümer-Konsortiums jetzt im Beirat Horn-Lehe. Sie vermittelten auch erste Eindrücke, wie die Gebäude auf dem 70000 Quadratmeter großen Areal angeordnet werden. Sprecher von SPD und CDU im Beirat äußerten sich zufrieden mit den Planungen.

Der Abriss der großen Gebäude auf dem früheren Telekomgelände an der Leher Heerstraße ist weitgehend gelaufen. Nach sechs Monaten steht nur noch eines der zwölf Altgebäude, dessen Dach mehrere Mobilfunkantennen trägt. Sobald im Bereich "Im Leher Felde" ein Ersatz-Funkturm aufgebaut ist, kann auch der Klotz mit dem markanten Telekom-"T" auf dem Dach fallen.

Was wird dann auf dem Areal entstehen, wie wird das künftige Mühlenviertel aussehen? Das wollten die Stadtteilpolitiker und mit ihnen rund 40 erschienene Bürger auf der jüngsten Sitzung des Beirats Horn-Lehe erfahren. Auskünfte gaben Uwe Schierloh und Ulf Müller von der Entwicklungsgesellschaft Domoplan, die für das Mühlenviertel eigens von den Firmen Koenen-Bau und Bauatelier Nord gegründet wurde, sowie Markus Niendorf von der Bremer Firma Niendorf, die sich um den gewerblichen Teil des Gebiets kümmert.

Mit vier bis fünf Jahren werde zu rechnen sein, bis das Mühlenviertel komplett sei, sagte Uwe Schierloh. Die Grundlage für die Quartiersentwicklung ist ein Bebauungsplan aus dem Jahr 2008. Die dadurch vorgegebene Bebaubarkeit werde jedoch nicht völlig ausgeschöpft, hieß es. Der inzwischen ausgeschiedene Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing setzte in Gesprächen mit den Investoren über die "städtebauliche Konzeption" durch, dass mitten im Viertel ein Grüngürtel entsteht. Das soll der Lebens- und Aufenthaltsqualität zugutekommen.

Die ersten Hochbauarbeiten werden im nördlichen Teil nahe der Autobahn im Frühjahr 2013 starten: Vier Mehrfamilienhäuser, die 52 Eigentumswohnungen umfassen, sollen entstehen. Sie werden nach Angaben von Ulf Müller 13 Meter hoch sein und mit Tiefgaragen ausgestattet. Beheizt werden diese Wohnungen – wie alle im Mühlenviertel – mit Fernwärme. Auf Nachfrage von Michael Koppel (Grüne) erklärten die Domoplan-Vertreter, Solaranlagen oder andere besondere Energietechniken, die über die Vorgaben der Gesetze hinausgehen, seien im Mühlenviertel nicht vorgesehen.

Mit etwa 14 bis 18 Monaten Bauzeit für die Mehrfamilienhäuser sei zu rechnen, sagte Müller. Somit könnten 2014 die ersten Bewohner des Mühlenviertels einziehen. Vis à vis werden später Reihenhäuser hochgezogen, östlich davon weitere Mehrfamilienanlagen.

Im gewerblichen Teil, der etwa ein Drittel der Gesamtfläche ausmacht, sind nach den Worten von Markus Niendorf insgesamt 21000 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen, davon 2500 Quadratmeter für kleinteiligen Einzelhandel. Aber auch im gewerblichen Teil sollen Wohnungen geschaffen werden. So kommen zu den von Domoplan angekündigten 220 Wohnungen weitere "etwa 60 bis 70 Wohneinheiten", wie Niendorf sagte. Zum Teil entstehen die Wohnungen in oberen Geschossen von Gewerbebauten. Niendorf zeigte einen ersten Entwurf für einen größeren Gebäudekomplex mit Atrium, in dessen ersten Stockwerk Arztpraxen und im zweiten Wohnungen entstehen könnten. "Näheres können wir noch nicht sagen, dazu ist es einfach zu früh", sagte Niendorf.

Diskussion um Mietwohnungen

Sprecher von SPD, Grünen und Linken betonten, es sei wichtig, im Mühlenviertel auch preisgünstige Mietwohnungen zu schaffen. Seitens des Bauträgers seien allerdings keine Mietwohnungen, sondern durchweg Verkaufsobjekte geplant, stellte Uwe Schierloh klar. Vor dem Hintergrund des neuen Bremer Wohnungsbauprogramms werde es aber Gespräche mit dem Bausenator geben, um möglicherweise einzelne Mehrfamilienbauten komplett an einen Anleger zu vermitteln, der sie dann als Mietwohnungen anbieten könnte.

Anja Riemer (SPD) stellte fest, die Zusammenarbeit des Beirats mit den Investoren sei sehr gut. "Und der Entwurf passt gut zu unseren Vorstellungen", erklärte sie. Das bekräftigte auch Stefan Quaß (CDU): Der Mix aus Geschosswohnungsbau, Reihenhäusern und kleinteiligem Gewerbe überzeuge.

Ortsamtsleiter Wolfgang Ahrens kündigte an, dass es auf der nächsten Beiratssitzung am 11. Oktober um drängende Verkehrsfragen im Zusammenhang mit dem Mühlenviertel gehen wird – besonders um Auswirkungen auf den Heerstraßenzug.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+