Probleme mit neuem Abfallkalender

Müllberge in Bremen weiter ein Problem

Noch immer beschweren sich viele Bremer, dass sie den neuen Abfallkalender per Post völlig verspätet oder gar nicht erhalten haben. Außerdem gibt es großen Ärger mit dem Service der Stadtreinigung.
13.07.2018, 19:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Samira El Hattab

Nach der Änderung des Abfallkalenders zum 1. Juli, bei der die Abholtage und der Zyklus des Wertstoff- und Restmülls umstrukturiert wurden, herrscht bei vielen Leserinnen und Lesern noch immer Verdruss. Auch nach knapp zwei Wochen liege Müll auf den Straßen und werde nicht wie angekündigt abgeholt. Es stinke im wahren Wortsinn zum Himmel, kommentiert Rolf Rümper, der seit dem offiziellen Abholtag am vergangenen Montag, noch immer auf eine leere Restmülltonne warten muss.

Vor allem die Stadtreinigung steht in der Kritik. Einige Leser empören sich über die konfuse Kommunikation der Änderung, weshalb nicht für jeden sofort ersichtlich war, wann welcher Müll abgeholt wird. Etliche Leser beschweren sich auch darüber, überhaupt keinen neuen Abfallkalender erhalten zu haben, über die Service Nummer „abgewürgt“ worden zu sein oder auf keinen funktionierenden Onlineauftritt zugreifen zu können. Antje von Horn, Sprecherin der Stadtreinigung Bremen versichert nach Rückfrage bei der Deutschen Post, dass lediglich ein Zusteller im Postleitzahlenbereich 28199 krankheitsbedingt die Kalender nicht ausgetragen habe. „Ansonsten gibt es keinerlei Hinweise auf verspätete Zustellungen“. Dies widerspricht zahlreichen Erfahrungen von Lesern.

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Das Callcenter sei diese Woche noch einmal personell aufgestockt worden: „Das hat zu einer höheren Erreichbarkeit unseres Kundenservices geführt“, betont von Horn. Nach mehreren Anläufen hat auch Ralf Rümper, wie er sagt, tatsächlich jemanden erreicht – der Service wäre nur leider auf der Strecke geblieben. „Nachdem ich Mittwochnachmittag endlich telefonisch durchgekommen bin, hieß es nur, dass das Problem weitergeleitet werde.“ Nicht einmal eine Auskunft über die nächsten Schritte habe er erhalten. Nur, dass er die nicht abgeholte schwarze Tonne jetzt einfach draußen stehen lassen solle, hieß es von Seiten der Stadtreinigung.

Der stinkende Müll wird in Ralf Rümpers Straße also weiterhin den Bordstein versperren. Bei Rainer Bölle sei es der liegen gebliebene Papier- und Plastikmüll, der ihn wütend mache. Er habe der Stadtreinigung eine E-Mail geschickt und telefonisch versucht, sie zu erreichen – ohne Erfolg. „Diese Hilflosigkeit, die man spürt, weil man einfach nicht durchkommt, macht einen richtig zornig“, sagt er. Rainer Bölle beschäftige vor allem aber die Sinnlosigkeit des Zykluswechsels. Er verstehe nicht, warum dieser nötig gewesen sei. Natürlich sei all dies ein Luxusproblem, doch man bezahle für Leistungen, die man letztendlich nicht erhalten würde, beklagt Bölle.

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Antje von Horn hebt noch einmal die Größe der Umstrukturierung hervor. Etwa 315.000 Haushalte seien betroffen gewesen. Das mache fast 500.000 Bremer, die sich zum 1. Juli auf einen neuen Abfallkalender hätten einstellen müssen. „Eine so umfangreiche Umstellung zieht natürlich Nachfragen und im Detail auch Schwierigkeiten mit sich“, räumt von Horn ein. Der größte Teil der Entsorgungsengpässe werde aber noch in dieser Woche gelöst sein.

Antje von Horn von der Stadtreinigung Bremen bittet deshalb um noch ein wenig Geduld. Rolf Rümper aus Walle habe eigentlich Verständnis für diese große Umstellung, er habe viele Jahre in einem Busunternehmen gearbeitet und kenne Veränderungen dieser Art. Trotzdem könne er nicht verstehen, wie es sein könne, dass der Müll noch immer auf den Straßen liege.

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