Kommentar über Mustafa Güngör

Mustafa Güngör übt sich im politischen Spagat

Ein Foto ihres Bildungspolitikers Mustafa Güngör mit dem türkischen Parlamentspräsidenten irritiert Bremer Sozialdemokraten. Doch Güngörs politischer Spagat hat System, meint Jürgen Theiner.
02.04.2019, 19:56
Lesedauer: 1 Min
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Mustafa Güngör übt sich im politischen Spagat
Von Jürgen Theiner

Die Zeiten waren schon mal einfacher für türkisch-stämmige Politiker in Deutschland. Die Community, auf deren Stimmen sie sich stützen, ist tief zerstritten, was die Verhältnisse in der Heimat ihrer Vorfahren angeht. Die einen sind erklärte Anhänger von Präsident Erdogan und seiner AKP, die anderen entschiedene Gegner. Bekennt man selbst Farbe, hat man es sich mit dem anderen Lager schnell verscherzt.

Der Bremer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Mustafa Güngör übt sich deshalb im Spagat. Als Sozialdemokrat will er für die fortschrittlichen Kräfte wählbar sein, aber er umgarnt zugleich die islamisch-konservativen AKP-Sympathisanten unter den Deutsch-Türken. Anders ist es kaum zu interpretieren, wenn er vor einem Erdogan-Foto mit dem türkischen Parlamentspräsidenten posiert und das Foto in die Welt hinaustwittert.

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Ob das ewig gut geht? Sozialdemokraten stehen für Freiheit und Emanzipation, Ideologie und Staatspraxis des AKP-Regimes für das Gegenteil. Zwischen diesen Fronten zu taktieren und lavieren, könnte am Ende bedeuten, dass man als Opportunist dasteht, dem niemand mehr so recht über den Weg traut.

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