Doppelmord in Findorff Mutmaßlicher Täter muss in Psychiatrie

Bremen. Nach der tödlichen Attacke auf zwei Frauen in der Hemmstraße konnte der mutmaßliche Täter schnell gefasst werden. Widersprüchliche Aussagen des 41-Jährigen legen nahe, dass bei ihm eine psychische Störung vorliegt.
12.01.2010, 08:10
Lesedauer: 2 Min
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Mutmaßlicher Täter muss in Psychiatrie
Von Iris Hetscher

Bremen. Nach der tödlichen Attacke auf zwei Frauen in der Hemmstraße konnte der mutmaßliche Täter schnell gefasst werden. Widersprüchliche Aussagen des 41-Jährigen legen nahe, dass bei ihm eine psychische Störung vorliegt.

Staatsanwalt Uwe Picard hat Antrag auf Unterbringung in einer Psychiatrie gestellt, dem ein Haftrichter am späten Abend zugestimmt hat. Die Motivlage des Festgenommenen sei völlig unklar. Seine Erklärung, er habe etwas aus dem Haus der einen getöteten Frau stehlen wollen, sei nicht schlüssig. Laut Picard war der Täter überhaupt nicht auf den Überfall vorbereitet gewesen: Weder habe er gewusst, was ihn in dem Haus erwarte, noch habe er eine Waffe bei sich getragen. Gegenüber Ärzten äußerte der mutmaßliche Mörder, dass er vor dem Überfall Stimmen gehört habe, die ihn schließlich zu der Tat getrieben hätten. Später tat er diese Aussage zwar als Scherz ab, für die Staatsanwaltschaft ist der Fall jedoch klar.

In der Nacht zu Dienstag hatte der 41-Jährige Bremer gegenüber der Polizei sein beharrliches Schweigen zur Bluttat gebrochen. Er hatte gestanden, dass die Tat zufällig passiert sei.

Er habe eine der beiden Opfer beim Joggen beobachtet. Die Frau habe dann bei ihrer Bekannten geklingelt. Als diese die Tür geöffnet hat, habe er die Chance genutzt, beide Frauen in den Hausflur zu schubsen. Er wollte eigentlich etwas in dem Haus stehlen. Da sich die Frauen heftig wehrten, sei die Situation nach Aussage des Tatverdächtigen außer Kontrolle geraten. Er sei in die Küche gelaufen, habe sich ein Küchenmesser genommen und die beiden flüchtenden Frauen auf die Straße verfolgt, wo er sie schließlich niedergestochen habe. Die Tatwaffe will er in Tatortnähe weggeworfen haben. Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen konnte die Polizei das Messer bislang jedoch nicht finden.

Die beiden Ehemänner der Opfer waren zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause. Sie werden laut Polizei derzeit psychologisch betreut.

Zweites Opfer identifiziert

Das zweite Opfer ist mittlerweile identifiziert worden, teilt die Polizei mit: es handele sich um eine 58 Jahre alte Frau, sie sei die Nachbarin der 59-Jährigen, die tot in einer Garageneinfahrt gefunden worden war.

Die 58-Jährige war Montagmittag gegen 12.15 Uhr schreiend aus einem Wohnhaus in der Hemmstraße auf die Straße gelaufen. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann sei ihr gefolgt, wie Zeugen beobachtet haben. Der Mann habe dann auf die Frau eingestochen. Danach habe er seine Oberbekleidung ausgezogen und sei davongerannt.

Anwohner hatten mittlerweile die Polizei verständigt, die den Mann in der Nähe des Tatorts festnahm. Ein Notarzt hatte den Tod der Frau festgestellt. Eine weitere Leiche entdeckten die Beamten in einer nah gelegenen Garageneinfahrt. Hierbei handele es sich um eine 59-jährige Anwohnerin.

Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter 0421/835 44 88 zu melden.

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