Wie man sich vor Stichen schützt

Hochsaison für Wespen

In Lüdenscheid sind mehrere Schüler von Wespen angegriffen und gestochen worden. Der Nabu Bremen erklärt, warum in diesem Sommer besonders viele Wespen unterwegs sind und wie man sich richtig verhält.
25.08.2020, 13:32
Lesedauer: 2 Min
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Hochsaison für Wespen
Von Sabine Doll
Hochsaison für Wespen

Laut dem Nabu sind in diesem Jahr mehr Wespen unterwegs, dies könne an dem eher milden Sommer liegen.

Karl-Josef Hildenbrand

Wespenangriffe wie an diesem Montag in Lüdenscheid, wo mehrere Schüler verletzt wurden, kommen immer wieder vor. In der Nähe der Schule soll sich ein Wespennest befunden haben, wie die Behörden mitteilten. Wann Wespen angreifen, wie man sich richtig verhält und welche Abwehrmittel helfen sollen.


Sind in diesem Jahr besonders viele Wespen unterwegs?

„Auf jeden Fall gehen in diesem Sommer mehr Anrufe bei uns ein, als in den Vorjahren“, sagt Florian Scheiba vom Nabu Bremen. „Das könnte daran liegen, dass der Winter eher mild war und es im Frühjahr nicht zu stark geregnet hat. Das führt dazu, dass mehr Wespenköniginnen den Winter überlebt haben.“ Der August gilt nach Angaben des Nabu-Experten als Wespenmonat. Der Grund dafür: „Im Frühjahr haben die Wespen mit dem Nestbau begonnen, jetzt sind sie im Grunde damit durch, die Arbeiterwespen haben wenig bis gar nichts zu tun, sie müssen sich selbst versorgen und schwärmen auf der Suche nach Nährstoffen aus.“

Was zieht Wespen besonders an?

Neben dem Klassiker Zwetschgenkuchen, Säften, Eis und anderen Süßspeisen können laut Scheiba auch Gerüche, die man nicht unbedingt auf dem Zettel hat, Wespen anlocken. „Duftstoffe in Cremes oder Parfüm zum Beispiel, aber auch Holzpolituren, die etwa bei Gartenmöbeln zum Einsatz kommen.“

Wann stechen Wespen– und in welchen Situationen kann es zu einem Angriff kommen?

Wespen reagieren, wenn sie sich angegriffen fühlen, sagt der Nabu-Experte. Dies könne der Fall sein, wenn man dem Nest zu nahe kommt oder man sich in der Einflugbahn befindet. „Dann schalten sie auf Verteidigung um. Ein besonderes Risiko besteht dann, wenn etwa Kinder – weil sie nicht um die Gefahren wissen –, ein Nest entdecken und dies genauer untersuchen wollen.“ Wer Wespen verscheuchen will, nach ihnen schlägt oder wild mit den Armen rudert, kann laut Scheiba diese Verteidigungshaltung ebenfalls auslösen.

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Wie verhält man sich richtig?

„Am besten verhält man sich ruhig, das fällt allerdings schwer“, sagt der Nabu-Mitarbeiter. Es gibt auch einige Hausmittel, die die Runde machen: So sollen angeblich Kupfermünzen Wespen fernhalten. Die Sonne erhitzt demnach das Kupfer, dadurch entsteht eine Barriere, die Wespen nicht gerne passieren – heißt es. „Davon habe ich auch gehört, zur Wirksamkeit kann ich aber nichts sagen“, betont Scheiba. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) empfiehlt, Wasser in eine Sprühflasche zu füllen und die Wespen einzunebeln. Die Insekten halten den Wassernebel laut LBV für Regen und flüchten zurück in ihr Nest. Scheiba nennt als weitere Option ein Ablenkmanöver, überreife Trauben könnten ein solches Lockmittel sein. „Man sollte sich aber gut überlegen, ob man damit Wespen nicht erst recht an anderer Stelle anlockt“, so Scheiba.

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