Sönke Hofmann: Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller

Nabu verteufelt Kirschlorbeer

Bremen. Der Kirschlorbeer erfreut sich großer Beliebtheit in allen "ordentlichen" Gärten. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Bremen warnt jedoch vor der "hochgiftigen, ökologischen Pest", die dieser Strauch für die Natur darstelle. "Blätter und Samen setzen im Magen Blausäure frei und sind kaum kompostierbar. In vielen Wäldern breitet sich der eingeschleppte Neubürger auf Kosten der heimischen Natur aus. Und heimische Insekten und Vögel können mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen", heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu.
10.09.2012, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Xkn

Bremen. Der Kirschlorbeer erfreut sich großer Beliebtheit in allen "ordentlichen" Gärten. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Bremen warnt jedoch vor der "hochgiftigen, ökologischen Pest", die dieser Strauch für die Natur darstelle. "Blätter und Samen setzen im Magen Blausäure frei und sind kaum kompostierbar. In vielen Wäldern breitet sich der eingeschleppte Neubürger auf Kosten der heimischen Natur aus. Und heimische Insekten und Vögel können mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen", heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu.

"Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur. Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose", äußert Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. "Bestenfalls ein wenig Unterschlupf finden Vögel zwischen den Blättern, ernähren kann die Pflanze sie nicht."

Der Kirschlorbeer heißt richtiger Lorbeerkirsche, da er mit der Kirsche verwandt ist, und die fleischigen Blätter dem Gewürz Lorbeer ähneln. Seine Heimat ist die Türkei, aus der er als Zierpflanze eingeführt wurde. "In den vergangenen Jahren gab es eine Inflation dieser Sträucher, gemeinsam mit den exotischen Rhododendren verdrängen sie heimische Pflanzen. Damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für Insekten und damit die Babynahrung vieler Vögel", ärgert sich der Naturschützer.

Dabei sei der Strauch für Reihenhausgärten denkbar ungeeignet. "Wer Lorbeerkirschen anpflanzt zeigt, dass er keine Ahnung und keine Geduld hat", warnt der gelernte Förster. "Viel schlimmer ist die Wirkung in der Natur, denn in vielen Wäldern wildert der Exot aus und nimmt heimischen Kräutern den Lebensraum", berichtet der Nabu-Vertreter. Die verbotene Unsitte, Strauchschnitt in Wäldern abzuladen, führe zur Verbreitung der Lorbeerkirsche. Auf dem Kompost bleiben die Blätter lange unangetastet.

Wer seinen Garten naturnah gestalten will, kann das Infopaket "Naturgarten" des Nabu mit vielen Tipps und Pflanzenlisten für jeden Zweck bestellen. Gegen sieben Euro in Briefmarken schickt der Nabu, Contrescarpe 8, 28203 Bremen, das Paket zu.

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