Geschäftsführer: Wer ihn pflanzt, begeht Verbrechen an der Natur

Nabu warnt vor Kirschlorbeer

Bremen-West. Der Kirschlorbeer erfreut sich großer Beliebtheit in allen "ordentlichen" Gärten. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Bremen warnt jedoch vor der "hochgiftigen, ökologischen Pest", die dieser Strauch für die Natur darstelle. "Blätter und Samen setzen im Magen Blausäure frei und sind kaum kompostierbar. In vielen Wäldern breitet sich der eingeschleppte Neubürger auf Kosten der heimischen Natur aus. Und heimische Insekten und Vögel können mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen", heißt es in einer Pressemitteilung des Naturschutzbundes.
13.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Xkn

Bremen-West. Der Kirschlorbeer erfreut sich großer Beliebtheit in allen "ordentlichen" Gärten. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Bremen warnt jedoch vor der "hochgiftigen, ökologischen Pest", die dieser Strauch für die Natur darstelle. "Blätter und Samen setzen im Magen Blausäure frei und sind kaum kompostierbar. In vielen Wäldern breitet sich der eingeschleppte Neubürger auf Kosten der heimischen Natur aus. Und heimische Insekten und Vögel können mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen", heißt es in einer Pressemitteilung des Naturschutzbundes.

"Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur. Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose", äußert Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. "Bestenfalls ein wenig Unterschlupf finden Vögel zwischen den Blättern, ernähren kann die Pflanze sie nicht."

Der Kirschlorbeer heißt richtiger Lorbeerkirsche, da er mit der Kirsche verwandt ist, und die fleischigen Blätter dem Gewürz Lorbeer ähneln. Seine Heimat ist die Türkei, aus der er als Zierpflanze eingeführt wurde. "In den vergangenen Jahren gab es eine Inflation dieser Sträucher, gemeinsam mit den ebenfalls exotischen Rhododendren verdrängen sie heimische Pflanzen. Damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für Insekten und damit die Babynahrung vieler Vögel", ärgert sich der Naturschützer.

Dabei sei der Strauch für Reihenhausgärten denkbar ungeeignet. "Wer Lorbeerkirschen anpflanzt zeigt, dass er keine Ahnung und keine Geduld hat", warnt der gelernte Förster. Der Strauch müsse regelmäßig beschnitten werden, sonst wuchert er schnell zu beachtlicher Größe heran – und: "Wer zehn Samen oder zwei Blätter isst, hat schon eine schwere Vergiftung. Dabei schmeckt das schwarze Fruchtfleisch süß, giftig sind die Samen darin und die schlucken Kinder schnell mit herunter." Dennoch gebe es nur selten Vergiftungen, so Hoffmann.

"Viel schlimmer ist die Wirkung in der Natur, denn in vielen Wäldern wildert der Exot aus und nimmt heimischen Kräutern den Lebensraum", berichtet der Nabu-Vertreter. Die verbotene Unsitte, Strauchschnitt in Wäldern abzuladen, führe zur Verbreitung der Lorbeerkirsche. Auf dem Kompost bleiben die Blätter lange unangetastet. "Das ist ja auch kein Wunder, an die giftigen Blätter wagen sich ja nicht mal die Mikroben ran", wettert Hofmann.

Dabei gebe es jede Menge heimischer Alternativen, vom Weißdorn über die Schlehe bis zur Haselnuss, von der Hagebutte bis zu kleinwachsenden Weiden für Ungeduldige. "Wer unbedingt einen wintergrüne Giftpflanze als Hecke haben möchte, sollte Eiben pflanzen", empfiehlt der Nabu. Nur an solch einheimische Pflanzen konnte sich die Tierwelt in Jahrtausenden anpassen, die Flut exotischer "Neophyten" belaste die Natur.

Wer seinen Garten naturnäher gestalten will, kann das große Infopaket "Naturgarten" des NABU mit vielen Tipps und Pflanzenlisten für jeden Zweck bestellen. Gegen sieben Euro in Briefmarken schickt der Nabu, Contrescarpe 8, 28203 Bremen das Infopaket zu.

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