Nach Ausbrüchen in Weyhe und Berne

Fünf Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln im Land Bremen nachgewiesen

Im Land Bremen wurden seit den Ausbrüchen der Geflügelpest in Weyhe und Berne fünf Fälle der Vogelgrippe bei Wildtieren registriert. Die Stallpflicht könnte bald aufgehoben werden.
05.05.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Fünf Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln im Land Bremen nachgewiesen
Von Maurice Arndt
Fünf Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln im Land Bremen nachgewiesen

Freilandgänse werden in einen Folienstall getrieben, weil wegen der Geflügelpest Stallpflicht besteht.

Christian Charisius

In Bremen sind fünf Fälle der Geflügelpest nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsressort mitteilt, handelte es sich jeweils um Fälle sogenannter hochpatogener aviärer Influenza, also sehr krankheitserrengender Vogelgrippe, bei Wildvögeln in Bremen und Bremerhaven. Die derzeit im Land geltende Stallpflicht für Geflügel könnte Ende dieser Woche aufgehoben werden.

Wegen eines Vogelgrippe-Ausbruchs in einem Putenbestand in Weyhe im Landkreis Diepholz war am 25. Februar eine Beobachtungszone von der südwestlichen Stadtgrenze bis nach Tenever und Mahndorf eingerichtet worden. Geflügelhalter in diesem Gebiet mussten dem Veterinäramt die Anzahl ihrer Tiere melden. Darüber hinaus war im gesamten Land Bremen eine Stallpflicht angeordnet worden. Geflügelhaltungen sollten sich beim Veterinäramt melden.

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Das Beobachtungsgebiet wurde zwischenzeitlich aufgehoben, ebenso wie eine weitere Beobachtung in Bremen-Nord. Diese galt seit Mitte März wegen eines Ausbruchs bei einem Hobbyzüchter in Berne. 350 Geflügelhalter mit etwa 8000 Tieren, Tauben ausgenommen, waren in den Beobachtungszonen betroffen. Knapp die Hälfte der Halter habe sich zurückgemeldet und die aktuellen Tierzahlen durchgegeben, sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher im Gesundheitsressort.

Von der landesweiten Stallpflicht sind 700 Halter mit 12.000 Geflügeltieren betroffen. 25 Geflügelhaltungen haben sich seit dem Beginn der Stallpflicht erstmals beim Veterinäramt gemeldet. Wie viele Tiere und Haltungen tatsächlich betroffen sind, lasse sich schwer ermitteln. Die Dunkelziffer könnte vor allem bei Hobbyzüchtern hoch sein. Das vermutet Helmut Cordes, Landeszuchtwart beim Landesverband der Bremischen Rassegeflügelzüchter: „Es gibt viele, die nur zwei, drei Tiere als Hobby halten und auch nicht in einem Verein organisiert sind. Die werden meist nicht registriert.“

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Für Hobbyhalter, die ebenso wie große Stallungen von den Regelungen betroffen sind und waren, seien die Auflagen in den meisten Fällen kein Problem gewesen, sagt Cordes. Viele Züchter hätten kleine Bestände. „Die zäunen ihre Tiere mit einem Netz ein und legen ein Dach obendrauf.“

Problematischer sei die Stallpflicht für das Geflügel selbst. „Die Tiere bekommen kaum Sonne, weil sie entweder drinnen sind oder unter einer großen Platte umherlaufen“, gibt der Landeszuchtwart zu bedenken. Er findet die Auflagen für Hobbyzüchter deshalb zu streng. Dabei seien aus seiner Sicht die Massentierhaltungen das Problem bei der Vogelgrippe. Die Ansteckungsgefahr sei gering, wenn sich eine Handvoll Hühner in einem kleinen Freilauf aufhalte.

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Lukas Fuhrmann sagt, dass die Stallpflicht weiterhin gilt, „weil sich noch eine große Zahl an Wildgänsen insbesondere im Küstenbereich aufhält“. Die Tiere würden täglich zwischen Rastplätzen an Gewässern und Futterstellen auf Weiden pendeln. Für diesen Donnerstag ist nun eine Abstimmung mit dem Land Niedersachsen anberaumt, da die Hoffnung besteht, die Stallpflicht zum Ende der Woche aufheben zu können. Im Landkreis Diepholz können Geflügeltiere seit dem 16. April wieder unter freiem Himmel gehalten werden. Nach dem Ausbruch in Weyhe galt auch dort eine Stallpflicht.

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