Polizei gibt Entwarnung

Nach Bombendrohung: Bremer Rathaus wieder freigegeben

Am Dienstagvormittag gab es eine Bombendrohung für das Bremer Rathaus. Die Mitarbeiter wurden sicherheitshalber evakuiert. Das berichtet die Polizei.
15.10.2019, 10:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Carolin Henkenberens Jean-Pierre Fellmer Jan-Felix Jasch
Nach Bombendrohung: Bremer Rathaus wieder freigegeben

Gegen das Bremer Rathaus liegt aktuell eine Bombendrohung vor.

Jean-Pierre Fellmer

Am Dienstagvormittag hat es eine Bombendrohung gegen das Bremer Rathaus gegeben. Doch die Beamten konnten keine konkrete Bedrohung feststellen und gaben das Gebäude nach rund eineinhalb Stunden wieder frei. Etwa 50 Mitarbeiter hatten zur Sicherheit das Gebäude verlassen, weitere Angestellte waren auf einer Schulung oder im Urlaub.

Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage des WESER-KURIER mitteilte, sei die Drohung per Mail eingegangen. Die Verfasser der Mail drohten, einen Rucksack mit einem chemischen Zünder vor dem Rathaus abzulegen, der um 9.45 Uhr detonieren sollte. Der Absender habe die Nachricht über das Kontaktformular auf dem Portal „bremen.de“ verschickt, sagte ein Sprecher der Senatskanzlei.

Mit einer Durchsage forderte der stellvertretende Sicherheitsbeauftragte des Rathauses, Hauke Nehring, seine Kollegen um 9.30 Uhr zum Verlassen des historischen Gebäudes auf. In jedem Rathausbüro sei ein Lautsprecher angebracht. Nehring war es auch, der den „roten Knopf“ der Alarmanlage gedrückt hat. Während die Rathausmitarbeiter das Gebäude verließen und draußen am Kiosk neben der Bürgerschaft warteten, prüften die Beamten die Ernsthaftigkeit der E-Mail. Die Polizei sperrte den Bereich zwischen Säulengang und Reiterstatue mit Flatterband ab, dort standen mehrere Beamte inklusive Streifenwagen.

„Es war allgemein gehalten, es ging nicht um die Bedrohung einer Veranstaltung“, sagte Christian Dohle, Sprecher des Senats, über die Droh-Mail. Es gebe bisher keinen Hinweis auf eine politische Richtung. Den genauen Wortlaut der Email wollte er nicht sagen, weil dies Täterwissen sei. „Man muss es ernster nehmen als man es vielleicht vor fünf oder zehn Jahren gemacht hätte“, sagte Dohle. Aber eine Bombendrohung im Rathaus gebe es leider jedes Jahr.

Am Morgen hatte es ebenfalls eine Drohung gegen das Kölner Rathaus gegeben. Auch dort prüft die Polizei, wie ernst die Drohung zu nehmen ist. In dem Drohschreiben hatte es geheißen, dass gegen 9.45 Uhr ein Rucksack mit Plastiksprengstoff durch einen chemischen Zeitzünder explodieren sollte, berichtete der "Kölner Express". Unterzeichnet war die Drohung mit "Cyber Reichswehr". In Köln gab die Polizei ebenfalls Entwarnung, wie N-TV berichtete. Die Bremer Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen. Auch in München hatte es am Montagabend eine Drohung gegeben. Das bestätigte die Polizei gegenüber der Zeitschrift "Der Westen".

Auf dem Bremer Marktplatz blieb es trotz der Drohung ruhig. Immer wieder kamen Touristen vorbei und fragten „Was ist da los?“ oder schossen unbekümmert Fotos von dem historischen Gebäude. Wenige Meter weiter, vor dem Schütting, wo eine kleine Ausgabe des Riesenrades für den am Wochenende beginnenden Freimarkt aufgebaut wird, hat manch einer den Trubel gar nicht mitbekommen. Was da los ist? „Keine Ahnung“, sagte Janiak Piotr. Er müsse weiter aufbauen, bis alles komplett fertig sei. Das Riesenrad ohne Gondeln dreht sich schon.

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