Nach dem Fest ist vor dem Fest

Breminale adé – die Zeltstadt am Osterdeich wird abgebaut. Fünf Tage lang strömten die Massen ans Weserufer.
20.07.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Nach dem Fest ist vor dem Fest
Von Jan Oppel

Breminale adé – die Zeltstadt am Osterdeich wird abgebaut. Fünf Tage lang strömten die Massen ans Weserufer. Mit rund 200 000 Feiernden kamen zur 28. Ausgabe des Festivals genauso viele Besucher wie im Vorjahr. Die Party ist zu Ende, jetzt müssen die Helfer noch einmal ran. Abbauen.

„Für die Crew ist das nach dem Regen am Sonntag zum Abschluss noch ein echter Kraftakt“, sagt Projektleiter Max Maurer. Schon der Aufbau war ins Wasser gefallen und hatte den Helfern einiges abverlangt. Das Gelände war völlig aufgeweicht, Fahrzeuge blieben im Matsch stecken.

Wenn am Dienstag alle Zelte und Buden abgebaut sind, wird der „Müll-Feinsuch-Trupp“ den Osterdeich noch von Zigarettenstummeln und Kronkorken befreien. Am kommenden Freitag, so hoffen die Veranstalter, ist auf den Wiesen endgültig wieder alles beim Alten. Auch wenn sich manche Besucher am Sonntag fragten, ob der Rasen sich jemals wieder erholt.

Susanne von Essen, künstlerische Leiterin der Breminale, zieht eine positive Bilanz. „Unser Konzept ist aufgegangen“, sagt sie. Vor allem mit der Aufteilung der Buden und Zelte ist von Essen zufrieden: „Wir hatten ein optimales Verhältnis von Bühnen, Freiflächen und Aufenthaltsräumen auf dem Festival.“

Auch Carsten Sieling, Bürgermeister und Kultursenator, ist voll des Lobes: „Ich finde es toll, mitzuerleben, wie sich alle Beteiligten für die Veranstaltung ins Zeug legen. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“ Die Breminale sei für ihn seit fast 30 Jahren ein fester Bestandteil des Bremer Sommers und gehöre zu seinen Lieblingsveranstaltungen. „Sie zeigt, wie lebendig unsere Stadt ist.“ Als musikalische Highlights standen unter anderem Andreas Kümmert, Graham Candy und Kill it Kid auf der Bühne. Auch der Newcomer Joris begeisterte am Sonnabend das Publikum.

Am Sonntag klang das Festival mit dem Singer-Songwriter Philipp Dittberner und entspanntem Jazz von Siyou’n’Hell aus. Insgesamt spielten über 160 Bands auf den zehn festen und temporären Breminale-Bühnen. Trotz der Menschenmassen: An den fünf Festivaltagen blieb es friedlich. Die Polizei war bis zum Sonntagabend lediglich einmal im Einsatz.

Die Veranstalter hatten in der Nacht zum Sonnabend mit einem Berg Altglas zu kämpfen: Nachdem nicht alle Glasbehälter geleert worden waren, türmten sich am Osterdeich die Flaschen. Mithilfe der Breminale-Mitarbeiter und einiger Leergutsammler war aber auch dieses Problem schnell gelöst.

Die diesjährige Breminale hatte einige Neuerungen zu bieten. Susanne von Essen ist vor allem von der neu gestalteten „Himmlischen Wiese“ hinter der Kunsthalle begeistert. „Die war noch schöner als im vergangenen Jahr“, sagt sie. Erstmals lud hier auf der Altmannshöhe im östlichen Ausläufer der Wallanlagen ein Jurtendorf zum Entspannen ein. Max Maurer lobt das Engagement der „Freifunker“. Die Initiative hatte am Osterdeich erstmalig für kostenlosen WLAN-Empfang gesorgt. Über 10 000 Nutzer loggten sich bis zum Sonntagabend mit ihren Smartphones, Tablet-PCs und Laptops ein.

Das Budget der Breminale ist jedes Jahr aufs Neue knapp bemessen. Trotzdem ist die Finanzierung aufgegangen. Am Spendenzaun wurden alle Lose verkauft – das spülte 20 000 Euro in die Festivalkasse. Dazu gingen unter anderem rund 1000 Regenponchos über den Tresen. „Jetzt müssen wir dafür kämpfen, dass wir auch im kommenden Jahr das Festival auf die Beine stellen können“, sagt Projektleiter Maurer. Auf die Unterstützung des Bürgermeisters können die Veranstalter zählen: „Für mich ist klar, dass wir die Breminale finanziell unterstützen werden“, sagt Sieling.

Susanne von Essen wird sich beim Campingurlaub vom Festivalstress erholen. Für Max Maurer steht schon die nächste Veranstaltung an: Ab Sonntag wird er in Dangast einen Freund bei der Projektleitung des „Watt en Schlick Festivals“ unterstützen. Im September beginnt die Vorbereitung für die kommende Breminale. Vom 13. bis zum 17. Juli 2016 werden dann wieder Künstler, Musiker und Imbissbetreiber den Osterdeich in ein Festivalgelände verwandeln.

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