Rückschlag für Raumfahrtkonzern Nach Galileo-Aus: Bremer OHB will Mitarbeiter anders einsetzen

Nach dem Aus für den Bremer Raumfahrtkonzern OHB bei der Vergabe für die neue Generation der Galileo-Satelliten ist noch unklar, wie es für die Mitarbeiter weitergeht.
22.01.2021, 09:01
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Von Thomas Strünkelnberg, dpa

Nach der Niederlage bei der Ausschreibung für die neue Generation der Galileo-Navigationssatelliten will der Bremer Raumfahrtkonzern OHB die Mitarbeiter möglichst für andere Projekte einsetzen. „Wir müssen jetzt unsere Kosten senken und haben in den entsprechenden Abteilungen auch einen Personalüberhang“, sagte Vorstandschef Marco Fuchs der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir viele Mitarbeiter in anderen Projekten einsetzen können.“ Derzeit arbeiten dem Bericht zufolge rund 120 der etwa 3000 Mitarbeiter des Unternehmens am Galileo-Projekt. Wie es mit ihnen weitergeht, ist demnach noch offen.

Galileo-Projekt: Zuschlag für Airbus und Thales Alenia Space

Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hatte OHB im Namen der EU-Kommission darüber informiert, dass das Angebot der OHB Systems AG nicht erfolgreich war. Stattdessen bekamen der deutsch-französische Airbus-Konzern und die italienisch-französische Thales Alenia Space den Zuschlag, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. „Dass wir jetzt aus dem Projekt ausscheiden, ist ein großer Misserfolg“, sagte Fuchs. Er gab zu, dass eigene Fehler eine Rolle gespielt haben dürften. „Vielleicht sind wir ein bisschen zu selbstsicher und bequem geworden, das kann ich nicht ausschließen. Aber im Moment stehen wir in der Analyse noch ganz am Anfang.“

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Künftig setzt OHB auf Geschäfte mit privaten kommerziellen Anbietern. „Dieser Prozess wird sich jetzt beschleunigen“, sagte Fuchs der Zeitung. „Wir hätten natürlich gern Galileo gewonnen, aber die Möglichkeiten im kommerziellen Geschäft sind jetzt da – und wir werden sie nutzen.“ Dazu zählt beispielsweise der Aufbau riesiger Konstellationen von Internetsatelliten.

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