Klinikum Bremen-Ost

Nach gewaltsamer Fixierung: Psychiatrie-Patient stirbt

Ein 31-jähriger Patient der Forensik im Klinikum Bremen-Ost ist am Freitag an den Folgen eines Herzstillstands gestorben, bestätigte Karen Matiszick, Sprecherin des Bremer Klinikverbunds Gesundheit Nord.
12.05.2017, 13:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Gundel
Nach gewaltsamer Fixierung: Psychiatrie-Patient stirbt

In der forensischen Abteilung des Klinikums Bremen-Ost ist ein 31-jähriger Mann verstorben.

Frank Thomas Koch

Ein 31-jähriger Patient der Forensik im Klinikum Bremen-Ost ist am Freitagmorgen an den Folgen eines Herzstillstands gestorben, bestätigte Karen Matiszick, Sprecherin des Bremer Klinikverbunds Gesundheit Nord.

Der Patient hatte den Herzstillstand am Dienstagvormittag erlitten, als ihn mehrere Pfleger in seinem Zimmer fixierten und lag danach im Koma auf der Intensivstation.

Nach den Worten von Karen Matiszick wurde am Dienstag das Zimmer des 31-Jährigen durchsucht, dabei sei die Situation eskaliert. Anlass der Durchsuchung war der Verdacht, dass der Mann in seinem Zimmer Alkohol herstellte – was sich als zutreffend herausstellte. Wie genau die Produktion aussah, konnte die Pressesprecherin nicht sagen. Der Patient sei schwer drogenabhängig gewesen.

Als der Mann aufgefordert wurde, eine Urinprobe abzugeben, habe er die Pfleger beschimpft, angegriffen und zwei schwere Glasaschenbecher nach ihnen geworfen. Deshalb sei das interne Codewort für einen Notfalleinsatz ausgerufen worden, sodass sämtliche verfügbaren Pfleger hinzukamen, um den 31-Jährigen zu überwältigen und zu fixieren.

Bewusstsein nicht wiedererlangt

Der Vorwurf einer psychiatriekritischen Gruppe, der Patient sei bei dem Einsatz so lange gewürgt worden, bis er bewusstlos wurde, sei falsch, betonte Karen Matiszick: „Unsere Mitarbeiter sind geschult für solche Einsätze und wissen genau, wie sie einen gewalttätigen Patienten anfassen müssen, um ihn zu überwältigen ohne ihn zu gefährden.“ Die Darstellung, der Mann habe als er auf dem Boden lag gerufen, er bekomme keine Luft mehr, sei dagegen nach ihren Informationen richtig. Vermutlich sei dieses Gefühl der Atemnot bereits eine Folge des Herzstillstands gewesen. Als die Pfleger bemerkten, „dass etwas nicht stimmt“ sei das klinikeigene Notfallteam gerufen und der Mann von einem Notarzt reanimiert worden. Allerdings habe er das Bewusstsein nicht wiedererlangt.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen

Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen zu der Todesursache aufgenommen. Der 31-Jährige war laut Karen Matiszick seit etwa einem Jahr in der Forensik. Nach Informationen des WESER-KURIER wurde er im Zusammenhang mit einem Strafverfahren wegen einer Gewalttat in die Forensik eingewiesen.

+++ Dieser Text wurde um 16:24 aktualisiert +++

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