Angebot für Bewohner des Adelenstifts läuft aus / Bürger stellt Antrag an den Beirat Burglesum Nachbar will Projekt „Martin trifft Adele“ retten

Lesum. Mit einem Bürgerantrag an den Beirat Burglesum und einer Spendenaktion möchte Christoph Seidl das Adelenstift in Lesum unterstützen. Der Persönlichkeitstrainer und Coach setzt sich für die Fortführung des Projekts „Martin trifft Adele“ ein.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Nachbar will Projekt „Martin trifft Adele“ retten
Von Julia Ladebeck

Mit einem Bürgerantrag an den Beirat Burglesum und einer Spendenaktion möchte Christoph Seidl das Adelenstift in Lesum unterstützen. Der Persönlichkeitstrainer und Coach setzt sich für die Fortführung des Projekts „Martin trifft Adele“ ein. Durch das Engagement des Beirats und weiterer Bürger, so seine Hoffnung, könnte das Projekt fortgeführt werden.

Christoph Seidl war lange Jahre Nachbar des Adelenstiftes. „Bis Ende August habe ich hinter dem Heim gewohnt“, erzählt er. Im Laufe der Zeit, so der Lesumer, seien zahlreiche kleine, ganz persönliche Kontakte zu den Bewohnern entstanden. In dem Wohnheim der Inneren Mission leben wohnungslose, überwiegend alkoholkranke Männer und Frauen und werden dort betreut.

Durch einen Bericht in der NORDDEUTSCHEN erfuhr der Nordbremer, dass das Beschäftigungs-Projekt für die Bewohner „Martin trifft Adele“ ausläuft. Für das von der Lesumer St.-Martini-Gemeinde und der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) initiierte Projekt stehen bald keine Mittel mehr zur Verfügung. Von vornherein war es zeitlich befristet. Damit fällt die Finanzierung einer 400-Euro-Stelle weg. Auf dieser Basis koordiniert Projektleiterin Marion Fabrowski die Einsätze der fünf Ehrenamtlichen.

Es habe ihn betroffen gemacht, dass das Projekt nicht mehr unterstützt werde, so Seidel. In seinem Antrag an den Beirat Burglesum schreibt er: „Damit sind die bisherige hervorragende Koordination Ehrenamtlicher sowie die Angebote an die Klienten des Adelenstifts akut gefährdet. Dies ist unter dem Aspekt der Fürsorgepflicht der Gesellschaft gegenüber ihren Schwächsten keinesfalls akzeptabel.“

In seinem Bürgerantrag fordert Seidl, dass sich der Beirat „im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel“ an der Finanzierung der 400-Euro-Stelle „zur Betreuung von ehemals wohnungslosen Suchtkranken beteiligt“. Des Weiteren beantragt er, dass sich der Beirat aktiv um die Einwerbung weiterer Mittel beim Sozialressort bemühen solle.

Die Vergabe von Globalmitteln unterliegt indes haushaltsrechtlichen Vorgaben, die besagen, dass keine laufenden Personal- und Mietkosten übernommen werden. Ortsamtsleiter Florian Boehlke erläutert außerdem: „Es ist grundsätzlich so, dass der Träger selbst Anträge auf Förderungen stellen muss.“ Der Beirat hat also – zumindest finanziell – keine Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen. Mit einer spontanen Spende von 50 Euro hat Christoph Seidl bereits selbst einen kleinen Beitrag für die Fortführung des Projekts geleistet. Nun hofft er, dass sich weitere Nordbremer für „Martin trifft Adele“ engagieren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+