Israeltag auf dem Marktplatz

Nachdenkliche Feier

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die Jüdische Gemeinde hatten zum Bremer Marktplatz eingeladen, um den 69. Geburtstag des Staats Israel zu feiern. Dabei waren auch besorgte Töne zu hören.
18.05.2017, 18:45
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Nachdenkliche Feier
Von Lisa Boekhoff
Nachdenkliche Feier

Sprach beim Israeltag: Elvira Noa, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen.

Frank Thomas Koch

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die Jüdische Gemeinde hatten zum Bremer Marktplatz eingeladen, um den 69. Geburtstag des Staats Israel zu feiern. Dabei waren auch besorgte Töne zu hören.

Am Israeltag hat es an nichts gefehlt, was eine Feier braucht. Zusammen mit der Jüdischen Gemeinde organisierte die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen/Unterweser die Feier zum 69. Geburtstag des Staates Israel am Donnerstag auf dem Marktplatz.

Doch neben Musik, Gesang, Tanz und Essen gab es auch viele nachdenkliche Töne. „Wir feiern, weil es den Staat gibt und feiern, was aus ihm geworden ist“, sagte Hermann Kuhn, Vorsitzender der Gesellschaft, in seinem Grußwort. Doch er ergänzte: „Wir sind aber auch hier, weil Israels Existenz mit Worten und unter Androhung von Gewalt nicht anerkannt wird.“

„Wir brauchen Israel“

Kuhn problematisierte, dass Israel teils bewusst auf Landkarten nicht existiere, als „zionistisches Gebilde“ bezeichnet oder dämonisiert werde. „Wie soll da das Vertrauen wachsen?“ Elvira Noa, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen, blickte ebenfalls mit Sorge darauf, dass die Daseinsberechtigung des Staats immer noch nicht selbstverständlich sei. „Das ist für uns jüdische Menschen in Bremen und in der Welt keine gute Situation. Wir brauchen Israel.“

Das habe auch mit einer Angst aufgrund der Geschichte zu tun: „Wenn etwas passiert, wissen wir, wo wir hingehen können.“ Es sei jedoch nicht schön, dass jüdische Menschen überhaupt so denken müssten. Antisemitismus gebe es auch in Bremen, sagte Hermann Kuhn. Er erinnerte an die Schändung des jüdischen Friedhofs in Hastedt Ende April. Unbekannte hatten einen Grabstein mit einem Hakenkreuz verunstaltet.

Die Beziehung Bremens zu Israel

Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) sprach für den Senat bei der Veranstaltung. Er betonte die guten Beziehungen Bremens zu Israel – etwa durch die Partnerschaft mit der Stadt Haifa. Lohse sagte, er halte eine Zweistaatenlösung für das israelische und das palästinensische Volk für den richtigen Weg – und Frieden. „Die Sicherheit Israels muss in einer feindseligen Umgebung gewährleistet sein. Gerade wegen unserer Geschichte und Schuld müssen wir das von deutscher Seite unterstützen.“

Im Anschluss an die Grußworte ging es musikalisch weiter. Um den am 14. Mai 1948 gegründeten Staat zu feiern, sang Bremens Landesrabbiner Netanel Teitelbaum gemeinsam mit den Besuchern auf dem Marktplatz zu Klavierbegleitung. Am Abend folgte außerdem eine Diskussion zum Sechstagekrieg 1967 in der Jüdischen Gemeinde.

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