Marode Dreimastbark

Nachfolgeschiff für hölzerne „Seute Deern“ soll aus Stahl sein

Bremerhaven hat ein Gutachten über verschiedene Möglichkeiten eines Nachbaus der „Seute Deern“ in Auftrag gegeben. Nun steht fest, dass der Nachbau der Dreimastbark aus Stahl sein soll.
02.10.2020, 14:22
Lesedauer: 1 Min
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Von Janet Binder
Nachfolgeschiff für hölzerne „Seute Deern“ soll aus Stahl sein

Die "Seute Deern" liegt in einem Sandbett im Museumshafen.

Sina Schuldt

Die havarierte „Seute Deern“, einstiges Wahrzeichen der Stadt Bremerhaven, sollte durch ein völlig anderes Schiff ersetzt werden. Zu diesem Schluss kommt ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten. Ein Holznachbau komme aus Kostengründen nicht in Frage, sagte Gutachter Torsten Conradi am Freitag. Die hölzerne „Seute Deern“ in Stahlbauweise nachzubauen, ergebe indes keinen Sinn.

Daher habe er sich nach einem anderen Vorbild für ein neues Flaggschiff des Deutschen Schifffahrtsmuseums umgeschaut. Sein Vorschlag: Der Dreimaster „Najade“ in Stahlbauweise könnte Grundlage für einen Ersatz sein.

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Der Sonderbeauftragte „Seute Deern“ und ehemalige Staatssekretär Uwe Beckmeyer (SPD) sagte, der Vorschlag sei „alternativlos“. Von politischer Seite habe er aus Berlin bereits grünes Licht dafür bekommen. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) begrüßte die Variante ebenfalls. Die nächsten politischen Schritte für eine Entscheidung sollen zügig eingeleitet werden: „Wir hoffen, in drei Jahren mit dem Bau fertig zu sein.“

Die als Restaurant genutzte „Seute Deern“ war früher Wahrzeichen der Seestadt. Doch im vergangenen Jahr brannte es auf dem 100 Jahre alten Segelschiff, dann versank es im Hafen. Der Bund hat 46 Millionen Euro für einen Ersatz der „Seute Deern“ in Aussicht gestellt. Die Stadt Bremerhaven hatte ein Gutachten über verschiedene Möglichkeiten eines Neubaus in Auftrag gegeben.

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Das Gutachten geht davon aus, dass der Nachbau der „Najade“ 34,3 Millionen Euro kosten würde. Weitere zehn Millionen stünden so noch für die Sanierung der übrigen Museumsflotte zur Verfügung. Conradi sagte, die „Najade“ sei das erste in Deutschland gebaute stählerne Vollschiff gewesen. Das Schiff lief 1888 bei der Tecklenborg-Werft in Geestemünde für eine Bremer Reederei vom Stapel.

Mithilfe des knapp 80 Meter langen Nachbaus sei es möglich, den Museumsbesuchern eine interessante Geschichte zu erzählen. „Wir könnten zeigen, wie die Handelsschifffahrt damals ausgesehen hat“, sagte Conradi. „Die Najade war der Lastenesel seiner Zeit“, sagte Conradi. Zusätzlich könnten im Museumshafen später historische Lagerhallen nachgebaut werden, um den damaligen Alltag im Hafen zu zeigen.

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