Elisabeth Dickmann gründete vor 25 Jahren 'Crescendo' / Nachwuchs liegt ihr sehr am Herzen

Bremen. Elisabeth Diekmann liebt Musik. Im Oktober 1985 hat sie mit acht Mitstreitern aus der Hochschule für Künste und der Universität "Crescendo" aus der Taufe gehoben, den Verein zur Förderung Junger Musikerinnen und Musiker.
07.02.2010, 08:30
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Von Sigrid Schuer

Bremen. 'Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum:' Diese Überzeugung des Philosophen Friedrich Nietzsche könnte auch das Lebensmotto von Elisabeth Dickmann sein. Die Liebe zur Musik vermittelt sie Kindern, Jugendlichen und Studierenden seit nunmehr 25 Jahren. Im Oktober 1985 rief Dickmann mit acht Mitstreitern aus der Hochschule für Künste und der Universität, zu deren Gründungssenat die promovierte Historikerin gehörte, 'Crescendo' ins Leben, den Verein zur Förderung Junger Musikerinnen und Musiker.

'Damals hatte das Konservatorium noch am Osterdeich sein Domizil. In der schönen Jugendstil-Villa fehlte es jedoch an Auftrittsmöglichkeiten für die Studierenden.

Als ich bei einer Studentin Unterricht in Stimmbildung nahm, entstand die Idee, den Verein zu gründen', erzählt die inzwischen emeritierte Historikerin.

Konzertreisen nach Italien

In den Anfangsjahren unternahm sie mit den Studierenden Konzertreisen nach Italien. Das Land ist neben der Musik die zweite große Liebe von Elisabeth Dickmann, die sich in ihrer Dissertation mit der Geschichte der italienischen Frauenbewegung beschäftigt hatte.

Rund 250 Konzerte im In- und Ausland hat der Verein schon organisiert. Namhafte Solisten wie der Cellist Ramon Jaffé haben schon für 'Crescendo' gespielt.

Der viel gefragte Korrepetitor, der Bremer Pianist Peter Knaak, ist Vorstandsmitglied und begleitet die Kinderkonzerte, die einmal jährlich im Murkens Hof in Lilienthal stattfinden. Dieses Jahr am 19. Juni um 16 und 18 Uhr.

Schützling sind sehr zielstrebig

'Wir wollen die Kinder ermutigen, ein Instrument zu spielen und ihnen Selbstvertrauen geben', betont Dickmann, die oft genug staunend die große Zielstrebigkeit ihrer Schützlinge verfolgt: 'Da setzen sich viele musikalische Talente durch'.

Ihr Neffe Martin entdeckte schon als Steppke seine Liebe zum Horn. Heute ist er Mitglied im Philharmonischen Orchester der Stadt Köln. Mit seinem Bläserquintett 'Nasim' gibt er in der Stadtwaage am 7. März um 17 Uhr ein Festkonzert zu Ehren von 'Crescendo'.

Auf dem Jugendpodium stellt sich im April der Pianist Taeg-Min Nam, Jungstudent an der Hochschule für Musik, vor. Dennoch geht es 'Crescendo' nicht nur um die Förderung von Talenten, sondern auch um die musikalische Basis-Bildung.

Auch musikalische Basis-Bildung ist ein Anliegen 

Ein sehr schönes Beispiel dafür war die von 'Crescendo' geförderte 'Zeitreise durch die Musik' am 8. Januar in der Gesamtschule Ost. Ein Bläserensemble aus Schülerinnen und Schülern machte die Vor- und Nachbereitung ihres Konzertes zu ihrer Abitur-Seminarfacharbeit.

Der Verein ist gut vernetzt und wird unter anderem von der Sparkasse und der Gemeinde Lilienthal unterstützt. Die aus der ehemaligen Sankt Pauli-Kantorei entstandene neue Kantorei Bremen ist Kooperationspartner von 'Crescendo'und wird von Vereinsmitgliedern organisatorisch betreut. Gemeinsam planen sie für Oktober mit dem Allegro-Chor Brinkum ein Komponistinnen-Portrait 'Neue Musik'.

Diverse Kooperationspartner

Zu den Kooperationspartnern zählt auch der von Sigrid Bruch gegründete Frauenchor aPart. Ein besonderes Gedächtniskonzert widmet Elisabeth Dickmann am 11. Juni dem Entdecker des Bremer Evangelistars Heinrichs III., dem Historiker Gerhard Knoll. Titel des Konzertes: 'Musik und Bild'. Auf dem Piano spielt Peter Knaak dazu Klaviermusik der Moderne.

Ein weiteres Festkonzert gibt die Sopranistin Gertraude Spier, Vorstandsmitglied von 'Crescendo', am 24. Oktober mit einem Liederabend im Kulturhaus Stadtwaage. Am Piano wird sie wiederum von Peter Knaak begleitet. Seit drei Jahren veranstaltet 'Crescendo' gemeinsam mit der neuen Kantorei auch die beliebten Orgelfahrten, die großen Zuspruch finden.

Im Sommer ist eine mehrtägige Reise zu den sächsischen Silbermann-Orgeln geplant. Im August steht dann eine Tagesfahrt zu den norddeutschen Orgelschätzen auf dem Programm. Da trifft es sich gut, dass Elisabeth Dickmanns Bruder in Kassel lebt und Orgelbauer ist. Der Arp Schnitger-Spezialist hat schon Reisen ins deutsch-niederländische Grenzgebiet begleitet und Einblicke in die Orgeltechnik gegeben.

Bei den Tagesfahrten mit von der Partie ist immer Jörg Jacobi, Cembalist und Organist an der Liebfrauen-Kirche. Unter der Leitung des Spezialisten für Alte Musik wird dort auch am 30. Mai die 'Marienvesper' von Monteverdi aufgeführt. Mit dabei ist die neue kantorei.bremen und das Ensemble Mercoledi. Zuvor ist am 28. Februar die 'Venezianische Vesper' zu hören.

Weitere Informationen im Internet unter www.crescendo-bremen.de oder unter der Telefonnummer 4671699.

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