Große Prunksitzung der Carneval-Gesellschaft "Nordlichter" in der Strandlust Närrisches Treiben an der Weser

Von Peter Otto
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Von Peter Otto

Vegesack. Nicht nur die rheinischen Hochburgen, auch Norddeutschland hat seine Narren. Das hanseatische Narrenvolk wird von der Carneval-Gesellschaft "Nordlichter" vertreten. Und die feierte am Sonnabend ihre große Prunksitzung in der "Strandlust". Festlich gekleidete Damen in Abendrobe nippten am Weinglas, und wohlbeleibte Herren stolzierten würdig mit reich bestickten Umhängen oder weißem Smoking durch die Reihen, das schüttere Haar bedeckte prunkvoll eine Narrenkappe, teilweise mit Pfauen- oder Straußenfedern geschmückt.

Der Besucher einer solchen Prunksitzung erkennt schon am Eingang: der Humor im Karneval ist eine ernste Angelegenheit, und die will organisiert sein. Auf der mit buntem Glitzer geschmückten Bühne hat das fünfköpfige Festkomitee Platz genommen. Sitzungspräsident ist Eckard Schneider, ein "Butenbremer". Er kommt vom Süderelber Karnevalsverein in Hamburg. Pünktlich um 20 Uhr 11 schmettert die SAV-Blaskapelle in den Saal, gefolgt von Tollitäten und Präsidenten aus den nordwestdeutschen Ablegern des organisierten Frohsinns, aus Münster und Neumünster, aus Bremerhaven und Cuxhaven, aus Oldenburg und Osnabrück, aus Hamburg und Melle. Schließlich schreitet würdevoll das bremische Stadtprinzenpaar, Jürgen I. und Clara, zum Klatschmarsch auf die Bühne.

"Senator" Baumgart tritt Amt an

Dem Ganzen eignet eine gewisse militärische Exaktheit, die einheitlich herausgeputzten Gardemädchen marschieren in strammem Gleichschritt, man klatscht im Rhythmus, und später wird die Narrenschar an den Tischen auf Ansage in Reih? und Glied schunkeln. Auf der Bühne ballt sich inzwischen die närrische Repräsentanz, ein bunt glitzernder Haufen. Die Präsidentin der "Nordlichter", Christa Kunz, hat sichtlich Mühe, sie alle vorzustellen. Auf die Abgesandten der närrischen Hochburgen ergießt sich ein üppiger Medaillenregen. Orden des Frohsinns schmücken jede Narrenbrust.

Dann aber kommt der Höhepunkt des offiziellen Teils, die Ernennung des neuen "Senators" der Carneval-Gesellschaft "Nordlichter" 2010/2011. Der Auserwählte ist keiner Geringerer als Klaus Baumgart, der als "dicker Klaus" vor Jahren gemeinsam mit dem "Torfrock"-Klaus Büchner im Dreivierteltakt von der "Nordseeküste am norddeutschen Strand" blödelte und heute noch die große Welle bei Hallenveranstaltungen macht. Nach seiner Ernennung zum Senator mit Orden und Urkunde holt Baumgart den 82-jährigen "Blumen-Papst" vom Findorff-Markt als seinen Hofnarren auf die Bühne und lässt ihn dort zünftig einkleiden. Der lässt sich auch nicht lumpen und bereichert die Zeremonie durch einen vollendeten Handstand auf der Bühne. Mit einem wohlwollenden, ans Publikum gerichteten "Prost!" verlässt Senator Klaus die Bühne.

Und damit beginnt der gemütliche Teil des Abends. Der Programmablauf folgt dabei der karnevalistischen Liturgie des närrischen Rheinlandes: Showtanz, Büttenreden und Schunkeln. So hüpft gleich zu Beginn ein 11-jähriges Tanzmariechen springlebendig über die Bühne, schlägt Rad, spielt die Zappelfrau und legt einen blitzsauberen Spagat auf den Boden. Prinzengarden, leicht geschürzte Mädchen mit einem Dreispitz auf dem Kopf staksen neckisch auf die Bühne. Die "Heijopeis", ein Chaoten-Duo aus Essen, eine Bauchrednerin mit "Sir Henry" am Arm sowie ein ungelenkes Männerballett sorgen für schenkelklopfende Heiterkeit. Schließlich löst sich alles in Tanz auf, Ende offen.

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