Bei der dreitägigen Messe „Kunst-Sale“ zeigen 16 Künstler ihre Werke im Einkaufszentrum Berliner Freiheit

Nahrung für die Seele

Neue Vahr Südwest. „Kunst ist Nahrung für die Seele“, sagt Delia Nordhaus. Die freischaffende Künstlerin hat sich vorgenommen, Wandbilder, Fotografien und Malereien unter das Volk zu bringen, um die Ängste vor der Hochkultur abzubauen.
17.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Annica Müllenberg
Nahrung für die Seele

Delia Nordhaus (links) möchte die Kunst zu den Menschen bringen und Centermanager Frank Springer öffnet dafür das Einkaufszentrum Berliner Freiheit in der Vahr. Vom 24. bis 26. September zeigen nationale und internationale Künstler ihre Werke.

Petra Stubbe

„Kunst ist Nahrung für die Seele“, sagt Delia Nordhaus. Die freischaffende Künstlerin hat sich vorgenommen, Wandbilder, Fotografien und Malereien unter das Volk zu bringen, um die Ängste vor der Hochkultur abzubauen. Als Kuratorin hat sie die „Kunst-Sale: Freiheit für die Kunst“ ins Leben gerufen – eine neue Messe, zu der Besucher von Donnerstag bis Sonnabend, 24. bis 26. September, in die Berliner Freiheit eingeladen sind.

„Ich habe schon mehrere Galerien und Einrichtungen geleitet und erfahren, dass viele Menschen Berührungsängste haben. Deshalb möchte ich die Kunst zu den Menschen bringen. Sie sollen sich trauen, stehen zu bleiben und in Ruhe zu schauen“, sagt die Wallerin, die das Centrum der Kunst, den Kunstmarkt Bremen und das Kaufhaus Kunst initiierte und kuratierte. Ein Einkaufszentrum wie die Berliner Freiheit eigne sich für dieses Vorhaben hervorragend: Die Menschen konsumieren dort neben Brot, Milch und Fisch – auch noch Malerei und Co. Ähnlich sieht es Centermanager Frank Springer. „Wir unterstützen die Messe, weil es eine Gelegenheit ist, die Kunst zu den Menschen zu bringen. Die Vielfalt, die von den Teilnehmern geboten wird, ist toll.“

16 Freischaffende aus dem kreativen Metier werden ihre Arbeiten auf beiden Etagen des Einkaufszentrums zeigen. Die Bandbreite reicht von Realismus, Naturalismus und Symbolismus über Grafik, Fotografie bis hin zu Expressionismus und Surrealismus. Ebenso vielfältig sind die Genres: Porträts, Landschaften, Collagen und Kalligraphie.

Auf Wunsch geben die Künstler Auskunft zur Technik und Entstehung ihrer Werke. „Wo können Besucher und Künstler sonst so nah zusammenkommen? Die Kunst muss in meinen Augen neue Wege gehen, um von einem breiten Publikum beachtet zu werden“, sagt Nordhaus, die als Wandmalerin den Stadtraum mit szenischen Elementen verschönert.

Als Leiterin mehrerer Ausstellungshäuser hat sie Erfahrung in der Vermittlung und kennt die Schwellenängste der Menschen. „Ich habe oft erlebt, dass Passanten vor der Tür einer Galerie stehen geblieben sind und sich nicht reingetraut haben. Vielleicht auch, weil viele denken, dass Kunst automatisch immer teuer sein muss. Trotzdem möchte jeder sein Bild über dem Sofa haben“, sagt Nordhaus. Auf der Messe lassen sich verschiedene Arbeiten finden. Unter den 16 Ausstellern sind Profis und Autodidakten, Bekannte und Unbekannte. 100 Bewerbungen hat die Kuratorin erhalten. „Mir war wichtig, Repräsentanten zu finden, die selbst etwas bewegen. Jung und frisch sollen die Werke sein“, erläutert die gebürtige Hannoveranerin die Auswahlkriterien.

Mit dabei ist beispielsweise Isa Fischer. Ihre filigranen Postkartenmalereien sind in Bremen schon populär. Die Findorfferin hat die Berliner Freiheit auf einer zweieinhalb Meter breiten Leinwand verewigt, diese hängt neben der Rolltreppe im Center. Fischer ist auch verantwortlich für die Illustrationen des Buchs „tierisch bremisch – Geschichten und Geschichte über Tiere im Bremer Stadtbild“, aus dem der Autor Heinrich Lintze am 26. September ab 14 Uhr lesen wird.

Einen weiteren Bezug zur Mall kann Vanessa Puschmann vorweisen. „Sie hat sich mit einer Fotografie beworben, die einen Fisch im Aquarium der Berliner Freiheit zeigt.“ Nordhaus war begeistert. Die Motive des Fotografen-Duos Christiane GG Böttcher und Thomas Tiensch sind vielen Breminale-Gängern bekannt. Das Panorama des Musikfestivals von der gegenüberliegenden Weserseite machte 2012 die Runde. Alfred Gronak lässt sich von alten Fotowerken inspirieren – er bemalt Polaroids. Der Maler Hogo findet Inspiration im Expressionismus und Surrealismus. Young-Ja Bang-Cho arbeitet seit 14 Jahren auf einer Palliativ-Station. Die Geschichten und Schicksale der Patienten füllt sie mit Farbe auf handgeschöpftes Maulbeerbastpapier.

Naturmaterial darf es auch bei Tim Bengel sein – allerdings gepaart mit glanzvollem Edelmetall. Gold und Sand treffen bei dem gebürtigen Ostfilderner auf die Leinwand. Bengel porträtiert leidenschaftlich gern. Selbst der Musiker Max Herre saß ihm schon Modell.

Delia Nordhaus freut sich auf die erste „Kunst-Sale“ und hofft, frische Ware zum Dekorieren zu finden. „Meine Bilder über dem Sofa wechseln ständig und ich bin immer auf der Suche nach neuer Kunst.“ Auf der Messe wird sie auch selbst mit einem Stand vertreten sein und ihre Skulpturen, Installationen und Malereien zeigen.

Die Messe „Kunst-Sale: Freiheit für die Kunst“ hat von Donnerstag bis Sonnabend, 24. bis 26. September, im Einkaufszentrum Berliner Freiheit, Berliner Freiheit 11, geöffnet: Am Donnerstag und Freitag von 9 bis 19 Uhr, am Sonnabend von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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