Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann: Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller als die „hochgiftige“ Zierpflanze

Naturschutzbund warnt vor Kirschlorbeer

Ostertor. Für den Naturschutzbund (Nabu) ist der Kirschlorbeer das Letzte: Die Zierpflanze sei "hochgiftig" und eine "ökologische Pest". Blätter und Samen setzten im Magen Blausäure frei und seien kaum kompostierbar. In vielen Wäldern breite sich der Kirschlorbeer auf Kosten der heimischen Natur aus. "Und heimische Insekten und Vögel können mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen", heißt es in einer Mitteilung des Nabu.
20.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Xkn

Ostertor. Für den Naturschutzbund (Nabu) ist der Kirschlorbeer das Letzte: Die Zierpflanze sei "hochgiftig" und eine "ökologische Pest". Blätter und Samen setzten im Magen Blausäure frei und seien kaum kompostierbar. In vielen Wäldern breite sich der Kirschlorbeer auf Kosten der heimischen Natur aus. "Und heimische Insekten und Vögel können mit dem Strauch absolut gar nichts anfangen", heißt es in einer Mitteilung des Nabu.

"Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur. Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose", sagt Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann knallhart. "Bestenfalls ein wenig Unterschlupf finden Vögel zwischen den Blättern. Ernähren kann die Pflanze sie nicht."

Der Kirschlorbeer heißt richtiger Lorbeerkirsche, da er mit der Kirsche verwandt ist, und die fleischigen Blätter dem Gewürz Lorbeer ähneln. Seine Heimat ist die Türkei. "In den vergangenen Jahren gab es eine Inflation dieser Sträucher, gemeinsam mit den ebenfalls exotischen Rhododendren verdrängen sie heimische Pflanzen. Damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für Insekten und damit die Babynahrung vieler Vögel", ärgert sich der Naturschützer. Dabei sei der Strauch für Reihenhausgärten denkbar ungeeignet. "Wer Lorbeerkirschen anpflanzt zeigt, dass er keine Ahnung und keine Geduld hat", schimpft der gelernte Förster. Der Strauch müsse regelmäßig beschnitten werden, sonst wuchert er schnell zu beachtlicher Größe heran und: "Wer zehn Samen oder zwei Blätter isst, hat schon eine schwere Vergiftung. Dabei schmeckt das schwarze Fruchtfleisch süß, giftig sind die Samen, und die schlucken Kinder schnell mit herunter." Dennoch gebe es nur selten Vergiftungen.

"Viel schlimmer ist die Wirkung in der Natur, denn in vielen Wäldern wildert der Exot aus und nimmt heimischen Kräutern den Lebensraum", sagt Sönke Hofmann. Dabei gebe es jede Menge heimischer Alternativen, vom Weißdorn über die Schlehe bis zur Haselnuss, von der Hagebutte bis zu Weiden für Ungeduldige. "Wer unbedingt eine wintergrüne Giftpflanze als Hecke haben möchte, sollte Eiben pflanzen", empfiehlt der Nabu. Nur an solch einheimische Pflanzen konnte sich die Tierwelt in Jahrtausenden anpassen.

Wer seinen Garten naturnäher gestalten will, kann das Infopaket "Naturgarten" des Nabu in der Geschäftsstelle abholen. Gegen sieben Euro in Briefmarken schickt der Nabu, Contrescarpe 8, 28203 Bremen, das Infopaket zu.

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