Nein zu Gewalt an Frauen

Hemelingen. "Nein zu Gewalt an Frauen" sagt auch das Anatolische Bildungs- und Beratungszentrum in Hemelingen, das ein interkulturelles Frühstück in der "Brücke" zum entsprechenden Internationalen Tag anbot. Es geht darum, Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen zu zeigen. Aysenur Üzbe, Studentin der Kommunikations- und Medienwissenschaften, hielt einen Vortrag dazu.
03.12.2012, 05:00
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Von Christiane Tietjen

Hemelingen. "Nein zu Gewalt an Frauen" sagt auch das Anatolische Bildungs- und Beratungszentrum in Hemelingen, das ein interkulturelles Frühstück in der "Brücke" zum entsprechenden Internationalen Tag anbot. Es geht darum, Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen zu zeigen. Aysenur Üzbe, Studentin der Kommunikations- und Medienwissenschaften, hielt einen Vortrag dazu.

Das Frühstück hatte es in sich und war wie geschaffen dafür, sich im Gespräch näherzukommen. Zunächst über die Speisen: Warum die erste Pressung der Oliven die bessere ist und mit welchen Gewürzen die Paprikapaste aromatisiert worden ist? Ausnahmsweise half bei schwierigen Fällen ein Wörterbuch, denn wer weiß schon, was Bockshornklee auf türkisch heißt? Ansonsten klappte die sprachliche Verständigung ausgezeichnet.

Aufmerksam goss man den dampfenden Pfefferminztee nach, es stand schließlich noch ein ernstes Thema auf der Tagesordnung. Die junge Studentin der Kommunikations- und Medienwissenschaften, Aysenur Üzbe, hielt eine kurz gefasste Einführung zur Bedeutung des internationalen Gedenktages. "Nein zu Gewalt an Frauen" gehe zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal am 25. November 1960. Die drei Frauen hatten sich gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik gewehrt und waren nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst umgebracht worden.

Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Wahrung der Menschenrechte für Frauen und Mädchen zentrales Thema ist. Die allgemeine Stärkung von Frauenrechten ist das gemeinsame Ziel. Dabei soll die Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen in jeder Form thematisiert werden: häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Folter und Zwangsheirat.

Mit Auszügen aus dem Koran erläuterte der Vorsitzende des Beratungszentrums, Rahmi Tuncer, die Vorgaben des Glaubens für den respektvollen Umgang von Männern und Frauen miteinander. Es gebe auch zu hinterfragende Aussagen des Propheten, räumte er ein, die aus dem Kontext der damaligen Zeit zu interpretieren seien. Es fehle so etwas wie eine Reformation, damit man den heutigen Verhältnissen gerecht werde.

Das lebendige Gespräch im Anschluss unterstreicht die Bedeutung dieses regelmäßigen interkulturellen Frühstücks, das neben wechselnden Themen Gelegenheit zum Kennenlernen bietet.

Die Brücke hat zum Thema "Häusliche Gewalt" eine zweisprachige Broschüre herausgegeben, die über die Rechte der Frauen informiert und Anlaufstellen für Hilfesuchende nennt.

Das Anatolische Bildungs- und Beratungszentrum feiert am Sonnabend,15. Dezember, im Bürgerhaus Hemelingen, Godehardstraße 4, ab 18 Uhr das 2. Kulturfestival. Eintritt ist frei. Mehr dazu unter Telefon 68569836 oder rahmituncer@web.de.

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