Anemonenfische im Seewasser-Becken waren Attraktion bei Börse der IG Aquaristik Nemo ist der Star unter den Zierfischen

Die Zierfisch- und Pflanzenbörse der Interessengemeinschaft Aquaristik von 1998 hat am Wochenende zahlreiche Erwachsene und Kinder in ihren Bann gezogen. Mehr als 50 Aquarien präsentierten Fische in den unterschiedlichsten Farben und Größen. Erstmals in der Vereinsgeschichte stellte ein Aquarianer Meerwasser-Bewohner aus.
07.11.2011, 05:00
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Die Zierfisch- und Pflanzenbörse der Interessengemeinschaft Aquaristik von 1998 hat am Wochenende zahlreiche Erwachsene und Kinder in ihren Bann gezogen. Mehr als 50 Aquarien präsentierten Fische in den unterschiedlichsten Farben und Größen. Erstmals in der Vereinsgeschichte stellte ein Aquarianer Meerwasser-Bewohner aus.

Von Gabriela Keller

Lesum. "Mama, komm mal her. Hier ist Nemo." Der kleine Ole ist ganz aufgeregt. Fasziniert betrachtet er vor einem großen Wasserbecken einen orange-weiß gestreiften Fisch, der hinter der Glasscheibe seine Bahnen zieht. Für den Knirps ist es Nemo. Aussteller Meik Kralheer kennt als echter Aquarianer natürlich den korrekten Namen des Schwimmers: Der Anemonenfisch Ocelaris gibt sich die Ehre.

Mit ihm schwimmt ein kleiner schwarz-weiß gestreifter Percula-Anemonenfisch im Wasser. Doch der große Bruder stiehlt ihm die Show. Ganz grün scheinen sich die beiden nicht zu sein. Mit reichlich Abstand zueinander gleiten sie zwischen Kenia-Bäumchen, Drahtalgen und ihren Namensgebern, den Seeanemonen. Die halten ihnen Fressfeinde von der Flosse und werden dafür von den Anemonenfischen geputzt. Geraten sich Ocelaris und Percula doch mal zu nah, schießen sie blitzartig auseinander. Die beiden Anemonenfische sind die Attraktion bei der Zierfisch- und Pflanzenbörse der Interessengemeinschaft Aquaristik von 1998, kurz IGA 98, im Schützenhallen-Keller in Lesum. Kinder wie Erwachsene bleiben neugierig vor Kralheers Becken stehen. Der 32-Jährige ist der erste Aquarianer in der Vereinsgeschichte, der ein Seewasser-Aquarium ausstellt. Einer von wenigen, die sich der Meerwasser-Aquaristik widmen. Die meisten Zierfisch-Fans halten Süßwasser-Bewohner.

"Die Aufbereitung von Meerwasser ist aufwändiger", erklärt Kralheer. "Bei Süßwasser musst man meist nur auf den Nitrit- und Nitratgehalt achten, bei Salzwasser auch auf Calcium, Magnesium, Phosphat und Silikat." Seit vier Jahren hat er neben Süß- auch zwei Seewasser-Becken zu Hause stehen. Versucht sich sogar an der Zucht von Meerwasser-Fischen. "Kardinalbarsche haben ich schon gezogen." Die Salzwasser-Bewohner stellen auch hier mehr Ansprüche. "Der Nachwuchs wird zunächst mit Plankton gefüttert, nach zwei bis drei Wochen mit Salinenkrebsen." Erst nach vier, fünf Monaten könne der Züchter umstellen auf normales Futter: Flocken, Mückenlarven oder Granulat.

Vor allem aber brauchen Meerwasser-Fische Platz im Becken. "Nemo" und sein kleiner Bruder haben 120 Liter für sich alleine. Die Platys und Kakadu Zwergbuntbarsche, die grünen Moosbarben und roten Zwergfadenfische, die orangefarbenen Wagtail-Schwertträger mit ihrer stachelförmig verlängerten schwarzen Schwanzflosse und die Brokatbarben in den rund 50 Süßwasser-Becken teilen sich mit mehreren Geschwistern weniger Wasser.

Wertvolle Tipps

Auch vor ihren Glasscheiben gehen Besucher in die Knie. Diesmal allerdings, um gezielt Ausschau nach Nachwuchs für das heimische Aquarium zu halten. Familie Vanester aus Wersabe hat sich ein größeres Aquarium mit 240 Litern zugelegt, das bestückt werden muss. Während sich Ehemann Frank und Tochter Larissa im Hintergrund halten, begutachtet Ehefrau Nicole Becken um Becken. Die schwarzen Skalaren von Züchter Uwe Küper haben es ihr angetan. Fasziniert betrachtet sie die Exoten aus Südamerika. Vertragen die sich auch mit den Zwergfadenfischen zu Hause und den neuen Fadenfischen, die man gerade auf der Börse erstanden hat? Kein Problem, erfahren sie von Züchter Küper. Sein Rat ist gleich nochmal gefragt. Nicole Vanester hat ein Auge auf die Koi-Skalaren im Becken nebenan geworfen. "Kann man die mit den Schwarzen mischen?" Küper nickt-und kann gleich darauf mit dem Kescher ausgewählte Exemplare aus beiden Becken fischen.

Das ist das Schöne an der Börse: Die Aussteller können Besuchern als erfahrene Aquarianer viele wertvolle Tipps geben. Auch Nicole Vanester weiß das zu schätzen. Von einem Panzerwels nimmt sie Abstand, nachdem sie vom Fachmann erfahren hat: "Das sind keine Einzelgänger, die leben im Schwarm."

Die Arme voll mit Nachschub für das häusliche Aquarium hat Familie Scheele. Eigentlich wollten sie nur ein neues Kampffisch-Männchen kaufen. "Das alte war irgendwann im Becken verschwunden", erzählt Vater Jens. Beim Wandern von Aquarium zu Aquarium hat sich dann eine Wassertüte nach der anderen mit schwimmendem Inhalt gefüllt. In Zeitungspapier gewickelt trägt Mutter Ines jetzt zwei Tüten mit Platys, Sohn Christopher vier Panzerwelse und zwei Krebse und Tochter Pia den neuen Kampffisch. Ihr neues Zuhause werden sie in Aumund im Aquarium in der Küche finden.

Neben der Zierfisch- und Pflanzenbörse bietet die IG Aquaristik ein Mal pro Monat die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Das nächste Treffen ist am Montag, 14. November, ab 20 Uhr in den Räumen der Schützenhalle Lesum an der Hindenburgstraße 14A. Gäste sind willkommen.

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