Klinik rüstet für die Zukunft

Neubau am Bremer St.-Joseph-Stift kommt voran

Das St.-Joseph-Stift baut: Auf dem Gelände an der Schwachhauser Heerstraße entsteht ein Ärztehaus, in das Praxen und Ambulanzen einziehen. Weitere Gebäudeteile werden saniert und technisch modernisiert.
22.02.2020, 19:05
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Neubau am Bremer St.-Joseph-Stift kommt voran
Von Sabine Doll
Neubau am Bremer St.-Joseph-Stift kommt voran

Blick auf das Fundament des neuen Ärztehauses. Links ist das Bettenhaus der Klinik zu sehen, das unter anderem verlängert wird.

Christina Kuhaupt

Der Klinikverbund Gesundheit Nord ist nicht der einzige Krankenhausträger, der in Bremen neu baut: Mitten in Schwachhausen zieht die große Baustelle an der Schwachhauser Heerstraße/Ecke Schubertstraße sogenannte Baustellen-Spotter an. Schaulustige, die den Betrieb von Baggern und anderem Baugerät interessiert beobachten – auch bei feinstem Bremer Regenwetter. Richtig etwas zu sehen gab es für sie im Mai und Juni vergangenen Jahres. „Der Abriss des Verwaltungsgebäudes, das Anfang der 1960er-Jahre als Schwesternwohnheim errichtet wurde, war der sichtbare Auftakt für unseren Neubau“, sagt Torsten Jarchow, Geschäftsführer des St.-Joseph-Stifts.

Der Abriss auf dem Gelände an der Schwachhauser Heerstraße hat Platz geschaffen für ein neues Ärztehaus, das nach Angaben des Klinikchefs bis März kommenden Jahres fertiggestellt sein soll. „Wir sind voll im Zeitplan, einzig die Parkplatz-Debatte im Vorfeld hatte ein wenig Zeit in Anspruch genommen, die Planungen aber nicht wesentlich verzögert“, so Jarchow. Im Beirat Schwachhausen war mehrfach und hitzig darüber diskutiert worden, ob und wie viele Parkplätze durch den Neubau im Quartier und insbesondere rund um das Krankenhaus auch für Anwohner wegfallen – und wie viele Plätze in der geplanten Tiefgarage unter dem Ärztehaus entstehen sollen. Diese Fragen sind geklärt. „Das Parkhaus wird 57 Stellplätze bieten, die Tiefgarage wird gerade fertiggestellt“, so Jarchow.

Sanierungsbedarf

Die Planungen für das Ärztehaus, in das nach aktuellen Stand fünf niedergelassene Ärzte mit ihren Praxen und Ambulanzen einziehen sollen, haben weit vor den Debatten über Parkdruck im Quartier rund um das Krankenhaus begonnen. „Vor gut vier Jahren sind wir in konkrete Überlegungen eingestiegen, wir verbinden vor allem zwei Ziele damit. Es gibt Sanierungsbedarf am Bestand, und wir wollen und müssen das Krankenhaus angesichts des großen Patientenzuspruchs für die Zukunft fit machen. Durch Modernisierung und den Bau des Ärztehauses“, betont der Geschäftsführer.

Das Ärztehaus mit fünf Stockwerken ist demnach der erste Teil dieser Investition in die Zukunft: Es wird über eine gläserne Passage mit dem Krankenhausgebäude verbunden, sodass Ärzte, Pflegepersonal und Patienten direkt von einem ins andere Gebäude wechseln können. „Mit dieser baulichen Verbindung schaffen wir nicht nur kurze Wege, sondern auch Synergieeffekte zwischen Ambulanzen, Praxen und den stationären Krankenhausstrukturen“, so Jarchow.

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Die Baukosten für das neue Ärztehaus liegen nach Angaben des Geschäftsführers bei etwa 18 Millionen Euro, die der Verein für das St. Joseph-Stift trägt. Gemeinsam mit der St.-Franziskus-Stiftung Münster ist er Träger des St. Joseph-Stifts Bremen. Die Kosten sollen unter anderem durch die Vermietung an Praxisbetreiber finanziert werden. Welche Facharztpraxen und Ambulanzen künftig in das Gebäude einziehen, will der Klinikchef zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht verraten.

Im zweiten Bauabschnitt werden mehrere Teile des Krankenhauses selbst saniert: „Das Bettenhaus wird verlängert, und wir wollen einzelne stationäre Bereiche reorganisieren, fünf Stationen werden großzügiger gestaltet, technisch und vom Erscheinungsbild her auf Vordermann gebracht“, erläutert Jarchow. Sanierung bedeute vor allem auch energetische Modernisierung, die Gebäudehülle des Bettenhauses etwa stamme aus den 1970er-Jahren. Jarchow: „Es ist einfach an der Zeit zu modernisieren, aus energetischen Gründen und weil es eine Altersfrage ist.“

Investitionen im Rahmen von 16 Millionen Euro

Die Kosten für diese Investitionen in das Bestandsgebäude belaufen sich auf etwa 16 Millionen Euro. Sie werden nach Angaben des Geschäftsführers unter anderem durch Darlehensmittel sowie angesparte Baupauschalen finanziert, die die Krankenhäuser vom Land bekommen. 2023 soll die Modernisierung abgeschlossen sein.

Jarchow: „Allein der Neubau eines Ärztehauses hätte uns sicher nicht zu diesen ganzen Projekten getrieben, es geht eben vor allem auch um den Erhalt der Sub­stanz. Fakt ist jedenfalls, dass in die gesamten Maßnahmen keine zusätzlichen Steuergelder fließen. Baupauschalen erhalten alle Krankenhäuser des Landes, wir nutzen sie für Sanierung und Modernisierung.“

Info

Zur Sache

Klinik in Zahlen

Das St.-Joseph-Stift gehört neben dem Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK), dem Diako und der Roland-Klinik zur Kooperationsgemeinschaft der freigemeinnützigen Kliniken in Bremen. Das Krankenhaus in Schwachhausen beschäftigt 895 Mitarbeiter und verfügt über 456 Betten. Für 2019 verzeichnet die Statistik knapp 22.000 stationäre und etwa 39.000 ambulante Fälle sowie knapp über 2000 Geburten.

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