Frühere Impfungen möglich Neue Impf-Verordnung erhöht Priorität bei Vorerkrankungen

Seit Montag gilt eine neue Impf-Verordnung des Bundes, die zahlreiche Neuerungen enthält und die Zahl der Impfberechtigten mit hoher Priorität deutlich vergrößert.
11.02.2021, 05:00
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Neue Impf-Verordnung erhöht Priorität bei Vorerkrankungen
Von Timo Thalmann

Seit Montag gilt eine neue Impf-Verordnung des Bundes. Sie sortiert die Prioritäten der Impf-Reihenfolge neu und präzisiert vor allem bei Vorerkrankungen die Voraussetzungen für eine frühe Impfung.


Was sind die drei wichtigsten Änderungen gegenüber der bisherigen Regelung?

Wie bislang unterteilt auch die neue Verordnung die Impfberechtigten in drei Gruppen, die ihre Schutzimpfung entweder mit höchster, hoher oder erhöhter Priorität bekommen sollen. Neu ist die Zuordnung zahlreicher Menschen mit Vorerkrankungen, die bislang in Gruppe drei mit erhöhter Priorität erwähnt wurden. Sie sind jetzt der Gruppe zwei mit hoher Priorität zugeordnet und können dadurch früher als bislang eine Impfung erhalten. In Bremen ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde ab Ende März mit dem Impfbeginn für Betroffene der Gruppe zwei zu rechnen.

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Eine zweite wichtige Neuerung regelt den Umgang mit Impfstoffen, der nicht für alle Altersgruppen empfohlen werden. Damit ­reagiert die Verordnung auf die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), das Serum von Astra-Zeneca für Menschen über 65 nicht zu empfehlen.

Eine dritte wichtige Änderung betrifft Schwangere und Pflegebedürftige, die nicht in einer Einrichtung leben. Bislang sollten die Betroffenen eine enge Kontaktperson benennen, die dadurch in Gruppe zwei kommt, nun können sie zwei Personen angeben.


Welche Betroffenen sind jetzt früher mit Impfungen dran?

Die Verordnung nennt eine ganze Reihe von Vorerkrankungen, die zum Teil sehr präzise definiert werden. So sind beispielsweise Diabetiker mit einem Zucker-Langzeitwert über 7,5 nun in Gruppe zwei, ist der Wert niedriger, bleiben sie in Gruppe drei. Übergewichtige Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 40 sind in nun Gruppe zwei, ab einem BMI von mehr als 30 sind Übergewichtige in Gruppe drei. Hohe Priorität haben jetzt auch Menschen mit chronischen Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie Krebspatienten in akuten Stadien oder einer überstandenen Erkrankung, die weniger als fünf Jahre zurückliegt. Ebenfalls zur Gruppe zwei gehören Menschen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen. Für weitere, nicht genannte Diagnosen, die mit hohen Risiken einer Corona-Erkrankung einhergehen, sollen die Landesbehörden eine zuständige Stelle benennen, die eine Impfberechtigung mit hoher Priorität feststellt. In Bremen ist das die Impfkommission.

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Wie sollen die Betroffenen ihre Vorerkrankung nachweisen?

Die Verordnung sieht ärztliche Atteste vor. Die Bremer Gesundheitsbehörde will aber laut Sprecher Lukas Fuhrmann weiterhin vermeiden, das bis zu 150.000 Betroffene aus der zweiten Gruppe im Land Bremen für so ein ärztliches Zeugnis die Praxen aufsuchen. „Wir setzen weiter auf eine Kooperation mit den Krankenkassen, die aufgrund ihrer Abrechnungsdaten die Betroffenen direkt anschreiben können“, erklärt er.


Wie und wann können die Kontaktpersonen angegeben werden, die Pflegebedürftige und Schwangere benennen dürfen?

Wenn die Betroffenen ihre Einladung ins Impfzentrum mit dem individuellen Code zur Terminabsprache erhalten, sollen sie auch zwei Kontakte angeben, die dann ebenfalls Impftermine absprechen können.

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