Haus der Wissenschaft Bremen Neue Didaktik soll Qualität von Lehre verbessern

Altstadt. GUUGLE - gut und gerne lehren - reformiert die Hochschule Bremerhaven. Bei 'Wissen um elf' im Haus der Wissenschaft stellte Professor Wolfgang Lukas das auf mehrere Jahre angelegte Konzept vor.
05.08.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Solveig Rixmann

Altstadt. GUUGLE - gut und gerne lehren - reformiert die Hochschule Bremerhaven. Bei 'Wissen um elf' im Haus der Wissenschaft stellte Professor Wolfgang Lukas das auf mehrere Jahre angelegte Konzept vor. Lukas kommt aus der Industrie. Seit zehn Jahren ist er Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Bremerhaven. Zusammen mit seinem Kollegen Professor Michael Vogel hat er GUUGLE entwickelt.

'GUUGLE ist natürlich ein Gag. Jeder kennt das andere große Google', schickte der Professor seinem Vortrag voraus. Der Name soll Aufmerksamkeit wecken. 'Keiner von uns Hochschullehrern ist didaktisch geschult', betonte Lukas, denn dieses grundsätzliche Problem war der Beweggrund, das Konzept zu erarbeiten. Hochschullehrer kommen aus der Praxis, und gerade kleinere Hochschulen wie Bremerhaven haben keine Planstellen für hochschuldidaktische Weiterbildung.

Das große Ziel von GUUGLE ist es, die Qualität der Hochschullehre und damit auch die Studienbedingungen zu verbessern. Das Programm soll bewirken, dass an der Hochschule eine Experimentierfreude aufkommt, Ideen zirkulieren und eine kollektive Reflektion entsteht. Wolfgang Lukas drückte es so aus: 'Die Lehranstalt soll im Grunde zu einer Lernanstalt werden.'

GUUGLE besteht aus vier lose verbundenen Komponenten. In 'professionellen Lehr-/Lern-Gemeinschaften' arbeiten Hochschullehrer in Gruppen auf die Lehre betreffende Ziele hin. Mit den Lern- und Lehrbedingungen setzen sich Studierende in eigenen Arbeitsgruppen auseinander.

Auf der 'jährlichen Lehr-/Lern-Konferenz' sollen Hochschullehrer und Studierende, aber auch externe Fachleute Vorträge halten, Erkenntnisse aus Seminaren und Workshops vorstellen, um in einer größeren Runde über neue Erkenntnisse und Lehrmethoden diskutieren zu können. 'Laufende Analyse & Rückkopplung' ist ebenfalls geplant. Damit soll sichergestellt sein, dass Erfahrungen tatsächlich ausgetauscht werden und das Thema präsent bleibt. Außerdem wird GUUGLE als Forschungsprojekt auch wissenschaftlich begleitet.

Themen selbst bestimmen

Hochschullehrer und Studierende sollen selbst ihre Themen bestimmen, um die Akzeptanz des Projektes zu erhöhen, um Kosten zu sparen und um sicherzustellen, dass auch in Zukunft für diesen Bereich keine Stelle erforderlich sein wird.

Damit sie sich besser vernetzen können, sollen mehrere Lehrende oder Studierende gemeinsam mit dem Projekt befasst sein. Alle Beteiligten sollen ihre Erfahrungen einbringen und sie kritisch hinterfragen, damit der Lernprozess in Gang gesetzt werden kann. Außerdem soll GUUGLE in den Hochschulalltag integriert sein.

Beim Wettbewerb 'Exzellente Lehre', ausgeschrieben von der Kultusministerkonferenz und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, setzte sich die Hochschule Bremerhaven mit diesem Konzept als eine von vier Fachhochschulen gegen 43 weitere Mitbewerber durch und erhält 500 000 Euro für die Umsetzung des Programms.

'Wir haben bisher 24 Lehrende von 70 einbezogen', sagte Wolfgang Lukas. Auch die Mehrheit soll zur Teilnahme motiviert werden. 'Wir versuchen die Änderung einer Lehrkultur zu bekommen', sagte der Initiator.

An der Hochschule Bremerhaven hofft Lukas in der Laufzeit des Projektes eine Entwicklung auszulösen, die GUUGLE zum Selbstläufer macht. 'Wir müssen sehen, dass wir diese Eigendynamik in den drei Jahren hinbekommen.'

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