Frischer Wind in der Bremer City

Neue Geschäfte etablieren sich am Domshof

Vor einem Jahr eröffnete das Kaufhaus Manufactum am Domshof. Nun zieht die Leiterin eine gemischte Bilanz. Der Domshof sei noch nicht genug in die Innenstadt integriert, sagt auch die City Initiative.
07.10.2017, 20:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Kea Neeland
Neue Geschäfte etablieren sich am Domshof

Bettina Schernau, die Leiterin des Manufactum, steht im hellen Verkaufsraum des Kaufhauses. Ihre Bilanz nach einem Jahr fällt durchwachsen aus.

Christina Kuhaupt

Die Neueröffnung war ein Bremer Ereignis. Endlich was los am Domshof, hieß es, als am 22. September 2016 das Kaufhaus Manufactum die Türen öffnete. Das Konzept machte neugierig: Nachhaltig und qualitativ hochwertig seien die angebotenen Produkte, sowohl im Warenverkauf als auch in Bezug auf die Lebensmittel. Der überwiegende Anteil der Waren werde in Deutschland hergestellt, viele Produkte stammen aus Bremer Kleinbetrieben und kleinen Manufakturen. Dass Qualität und Nachhaltigkeit ihren Preis haben, ist vielen Kunden bewusst, die durch den Verkaufsraum schlendern, der in der ehemaligen Schalterhalle des Bankgebäudes liegt. Ein Bügelbrett aus Buchenholz kostet 176 Euro, ein Spaten 142 Euro.

Ein Jahr Manufactum - Bilanz

Die Warenpalette des Kaufhauses reicht von Schuhen über Gartenutensilien bis hin zu Lebensmitteln. In Deutschland gibt es insgesamt acht Manufactum-Kaufhäuser.

Foto: Christina Kuhaupt

Büroprodukte, Lebensmittel, Gartenartikel: Über 8000 Produkte

Die Lage am Domshof ist zentral. Aber haben die Bremer das Warenkaufhaus wirklich schon angenommen? „Es gab Tage mit vielen Kunden, aber auch Tage, an denen man sich mehr gewünscht hätte“, sagt die Warenhausleiterin Bettina Schernau. Viele Bremer würden das Manufactum allerdings noch gar nicht kennen. Auch deshalb sei es ein Sommer mit Höhen und Tiefen gewesen. Immerhin gewann das Kaufhaus einen Preis des Handelsverbandes Deutschland. Es wurde in der Kategorie Home/Living ausgezeichnet, obwohl Manufactum kein klassischer Möbelhändler ist. Die Begründung des Handelsverbandes: Die Inszenierung der Ware in dem denkmalgeschützten Gebäude unter einer hohen Glaskuppel sei ein leuchtendes Beispiel für die Symbiose für Städtebau und Einzelhandel.

Seit etwas über einem Jahr beherbergt das 113 Jahre alte Bankgebäude am Domshof jetzt das Kaufhaus Manufactum. Auf einer Fläche von 750 Quadratmetern werden über 8000 Produkte angeboten. Das Sortiment reicht von Büroprodukten über Lebensmittel bis hin zu Haushalts- und Gartenwaren. In der hauseigenen Bäckerei werden täglich ab zwei Uhr in der Früh Croissants, Laugenbrezeln, Brot und vieles mehr selbst hergestellt, was dann im hauseigenen Café „brot und butter“ verkauft wird.

City Initiative will Domshof besser in die Innenstadt integrieren

Neben dem Manufactum haben sich zuletzt weitere Geschäfte am Domshof etabliert. Das Restaurant „Dean&David“ eröffnete dort eine weitere Bremer Filiale, genau wie die Bäckerei Otten an der Bischofsnadel. Auch die Markthalle 8, in der viele verschiedene gastronomische Betriebe angesiedelt sind, hat nach einem etwas holprigen Start die Situation etwas verbessert. Jan-Peter Halves von der City Initiative Bremen sagt: „Es wäre wünschenswert, den Domshof in den nächsten zehn Jahren besser in die Bremer Innenstadt zu integrieren, damit die Menschen nicht mehr nur die Obern- und Sögestraße zum Einkaufen nutzen.“ Das Manufactum sei eine tolle Ergänzung für Bremen. Das Sortiment sei eher spezifisch und auf eine spezielle Zielgruppe zugeschnitten. Somit schade es den schon bestehenden Geschäften nicht, findet Halves. Da es nur wenige Manufactum-Kaufhäuser in Deutschland gebe, könne das spezielle Angebot sogar Kunden aus der weiteren Bremer Umgebung in die Bremer Innenstadt locken.

Genau das sei ihr Ziel, sagt Bettina Schernau. Auch das Manufactum möchte den Standort Domshof attraktiver gestalten. „Wir möchten den Bremern zeigen, dass auch nach Marktschluss am Domshof noch etwas passiert.“

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