Bremen-Hastedt Neue Grünanlage am Weserwehr

Bremen. Bremen hat einen neuen Park. Die Grünanlage am Weserwehr im Stadtteil Hastedt ist am Donnerstag offiziell eingeweiht worden. Rund fünf Jahre hat die Arbeit an dem Projekt gedauert.
27.06.2013, 20:06
Lesedauer: 3 Min
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Von Myriam Apke

Bremen. Bremen hat einen neuen Park. Die Grünanlage am Weserwehr im Stadtteil Hastedt ist am Donnerstag vom Umweltsenator Joachim Lohse offiziell eingeweiht worden. Rund fünf Jahre hat die Arbeit an dem Projekt gedauert, das vor allem auf Initiative einzelner Bürger entstanden ist. Kennzeichnend für den Park ist eine weite Rasenfläche, die nicht nur zu Freizeitaktivitäten einlädt, sondern auch für die Fische im Fluss von Nutzen sein soll.

Sie liegt hinter zwei kleinen Hügeln versteckt: Bremens neue Grünanlage, der Hastedter Park am Weserwehr. Mehr als ein Jahr Bauzeit und insgesamt vier Jahre Planung stecken in der weitläufigen Rasenfläche mit direktem Blick auf die Weser und das Weserwehr.
Gestern hat Umweltsenator Joachim Lohse den rund fünf Hektar großen Park offiziell eingeweiht: „Eigentlich sollte der Park früher fertig sein, umso schöner, dass es jetzt geklappt hat“, sagte er. Der Boden des Geländes war dioxinverseucht. Deshalb verzögerten sich die Bauarbeiten. Mittlerweile jedoch ist Boden gereinigt und der Park fertig gestellt. Rund 650.000 Euro hat die Grünanlage gekostet, die vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, der Stiftung Wohnliche Stadt und dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung übernommen wurden.

„Im Moment befindet sich der Park in der Pflege- und Entwicklungsphase, das heißt, der Rasen und die Pflanzen müssen wachsen“, sagte Dieter Khayat, Geschäftsführer des Umweltbetrieb Bremen. „Es ist die absolute Ausnahme, dass wir einen Park völlig neu anlegen.“ In diesem Fall sei eine weitere Besonderheit, dass es sich bei der Rasenfläche teilweise um den Privatgrund der Betreiber des Weserkraftwerks handele.

Entstanden ist das Projekt vor allem auf Engagement der Bürgerinitiative „Park am Weserwehr“, die nach dem Bau des Kraftwerks die Umgestaltung des Geländes forderte: „Ursprünglich sollte der umzäunte Sportplatz, der sich hier befand, erhalten bleiben und lediglich das Kraftwerk gebaut werden“, sagte Peter Sperlich, Sprecher der Bürgerinitiative. Aus Angst, die wenigen Grünflächen im Stadtteil durch den Bau des Kraftwerks zu verlieren, habe man die Neugestaltung vorgeschlagen. „Es gab jedoch Probleme bei der Finanzierung, denn die gesamte Umgestaltung des Gebiets hat rund eine Million Euro gekostet“, sagte Sperlich. Schließlich seien neben den Baukosten des Parks auch Kosten für die Aufwertung eines nahe gelegenen Sportplatzes entstanden, der den abgerissenen Sportplatz ersetzt. „Diese Kosten sind aber dann von den Kraftwerksbetreiber gezahlt worden, sodass das Projekt umgesetzt wurde“, sagte Sperlich.

Landschaftsplanerin mit Ergebnis zufrieden

Im vergangenen Jahr stellte die Landschaftplanerin der Umweltbetriebe Berthine Knaur ihre Ideen zur Gestaltung des Geländes vor: Spielende Kinder auf einer weiten Rasenfläche, Jogger und Radfahrer auf gepflegten Wegen. Nach über einem Jahr Bauzeit ist aus dieser Vorstellung Realität geworden: „Ich bin sehr zufrieden, weil es genau so aussieht wie geplant“, sagte sie. „Die Menschen liegen tatsächlich am Ufer des Flusses und genießen den Blick auf die Weser.“

Es war gar nicht so einfach, den Wünschen aller Beteiligten gerecht zu werden, sagte Knaur, denn der Park sollte pflegeleicht, ruhig, grün und kostengünstig sein. „Die Koordination und Planung am Projektbeginn war die schwierigste Aufgabe“, sagte sie.„Mein Ziel war es, das Außengelände des Kraftwerks in den Park einzubetten und gleichzeitig einen ruhigen Kontrast zu schaffen.“

Jugendzentrum soll zum Gastrobetrieb werden

Hügel im hinteren Teil grenzen das Gebiet nun von der hektischen Straße ab, während die weite Grünfläche direkt an das Kraftwerksgelände anschließt. „Es war auch wichtig, den Anschluss an das alte Wegesystem zur Parkanlage am Jakobsberg und die Verbindung zum Wehrschloss zu erhalten“, sagte sie. Dort laufen derzeit die Bauarbeiten, denn das ehemalige Jugendzentrum soll zum Gastrobetrieb umfunktioniert werden. Der genaue Eröffnungstermin ist noch noch bekannt.

Der Bau des Weserkraftwerks hat aber nicht nur zu einer neuen Parkanlage geführt, sondern auch den Fischen eine neue Umgehungsstraße beschert. Durch eine sogenannte Fischtreppe können die Fische am Wasserkraftwerk vorbeischwimmen und dabei von den Besuchern beobachtet werden, wenn diese durch ein Rost in das darunter liegende Wasser schauen.

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