"Kompetenzkreis Innenstadt" zeigt Vorschläge für Wochenmarkt Neue Ideen für den Bremer Domshof

Bremen. Der Domshof im Allgemeinen und der Wochenmarkt im Speziellen sollen ein neues Gesicht bekommen. Die Arbeitsgemeinschaft "Kompetenzkreis Innenstadt Bremen" zeigt jetzt Vorschläge zur Neugestaltung des Wochenmarktes.
28.04.2010, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Neue Ideen für den Bremer Domshof
Von Wigbert Gerling

Bremen. Ein Blick in die Zukunft des Domshofs im Allgemeinen und des Wochenmarkts in Speziellen: Verkaufsstände haben eine Schönheitsbehandlung hinter sich und sind im Kreis gruppiert - Rückseite an Rückseite, so dass die Kunden keine gestapelten Kisten sehen, sondern freie Sicht auf Obst und Gemüse haben. Im Zentrum des Platzes gibt es Sitzplätze und womöglich auch ein gastronomisches Angebot mit gewissem Niveau. Und gleich in der Nachbarschaft unter dem großen Glasflachdach des 'Alex' treten junge Künstler auf. Dies gehört zu den Vorstellungen, die die Arbeitsgemeinschaft 'Kompetenzkreis Innenstadt Bremen' erarbeitet hat.

Der Wochenmarkt soll bleiben, wo er ist, aber nicht, wie er ist - mit dieser Maßgabe unterhalten sich Anrainer auch des benachbarten Marktplatzes über die Zukunft am und auf dem Domshof. Es gibt Unzufriedenheit, weil nicht jeder Stand eine solche Augenweide ist, wie es im Umfeld des Weltkulturerbes Rathaus erwartet werden könnte. Es gibt Kritik, weil die Wegeführung zur Marktzeit unübersichtlich ist. Und die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sibylle Winther erklärte vor einiger Zeit, sie störe sich am Arrangement der Marktstände: 'Das sieht alles so abgeschottet aus.' Die Verkaufsstellen bildeten eine geschlossene Wand und lüden auf diese Weise nicht gerade zum Einkaufen ein.

Sibylle Winther ist Mitglied im Kreis derer, die sich konzeptionelle Gedanken über die Perspektiven am Domshof gemacht haben. Sie gehört der Arbeitsgemeinschaft 'Kompetenzkreis Innenstadt Bremen' an, ebenso wie beispielsweise der Marketing-Experte Roberto Wendt von 'Giraffo' an der Contrescarpe, die Sachverständige zur Immobilienbewertung, Yvonne Funke, und die Geschäftsfrau Evelyn Frisinger aus dem Kontorhaus am Markt. Zu den Gästen in den Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft gehörte unter anderem Großmarkt-Geschäftsführer Uwe Kluge.

'Der Platz bietet Chancen', lautet das Postulat von Sibylle Winther. Er sei zentral gelegen, habe eine Verbindung zum Wall, sei umgeben von attraktiven historischen Gebäuden - und womöglich sei damit zu rechnen, dass Banken ringsum im Zuge vom Umbauten ihre Erdgeschosse anders als bisher verwendeten, um Platz für Geschäfte oder Gastronomie anbieten zu können.

Marketing-Fachmann Roberto Wendt wirbt dafür, die Freifläche unter dem großen Glasdach zu benutzten und dort für mehr Verlockungen zu sorgen. 'Die Hochschule für Musik könnte dort einen schönen Platz für Abschlusskonzerte haben,' sagte er. Ihm und seinen Mitstreitern aber geht es nicht zuletzt um die Marktstände selbst. Manche könnten aus seiner Sicht ein Lifting vertragen. Zudem aber hält er es für ungünstig, dass die Kunden 'in Schneisen' über den Domshof geführt werden.

Kunden im Kreisverkehr

Der 'Kompetenzkreis' hat hier einen Lösungsvorschlag, der einem Kreisverkehr für die Kunden nahe käme. Demnach könnten die Stände sternförmig auf dem Domshof gruppiert werden. Sie stünden mit den Rückseiten aneinander - und wenn sie ansonsten zu allen drei übrigen Seiten offen wären, blickten Besucher fast durchweg auf ansehnliche Auslagen. Die Zugänge wären dann ebenfalls sternförmig ringsum arrangiert, und im Inneren könnte die Kundschaft dann im Kreis an den Auslagen vorbeischlendern. 'Damit wäre der Wochenmarkt von mehreren Seiten besser einsehbar und hätte einen transparenten Charakter,' erklärte Roberto Wendt.

Um die Wegebeziehungen vom und zum Markt noch klarer zu machen, regt der Arbeitskreis zudem an, die Hochschule für Künste einzuschalten. Womöglich könne mit Kreativität auch Licht und Farbe eingesetzt werden, um zusätzlich Klarheit und auch Anziehungskraft zu bekommen.

Immobilien-Fachfrau Yvonne Funke schwebt vor, dass immer auch die umstehenden Gebäude 'mitgedacht' würden. So sei seit einiger Zeit zu hören, dass die Bremer Landesbank in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus einen größeren Umbau plane. Wendt kann sich dort beispielsweise eine Passage vorstellen, um auch die Wegeverbindung in Richtung Obernstraße zu betonen. Evelyn Frisinger geht gedanklich dann noch weiter zur Langenstraße, wo es dann noch 'so schöne kleine Ecken gibt', die derzeit ungenutzt ein Schattendasein fristeten.

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