Serie "Behörde, Behörde": Teil 7

„Neue Impulse und Synergien schaffen“

In welchen Bereichen entwickeln sich für Bremen interessante Start-ups? Wo sind Vernetzungen möglich? Das aufzuspüren, gehört zu den Aufgaben von Anke Jacobj, Referentin in der Wirtschaftsbehörde.
09.02.2020, 19:59
Lesedauer: 2 Min
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„Neue Impulse und Synergien schaffen“
Von Nina Willborn
Ihr Job klingt nicht nach klassischer Verwaltung. Was machen Sie?

In einer Behörde zu arbeiten, stand eigentlich nie auf meiner Wunschliste. Ich habe während meines Politikstudiums bei der Wirtschaftsförderung angefangen. Dann ist meine Abteilung übernommen worden vom Ressort und plötzlich war ich Behördenmitarbeiterin. Tatsächlich ist es zumindest bei uns in der Abteilung eine extrem vielfältige Arbeit, sehr bunt. Wir haben mit unglaublich vielen Themen und Leuten zu tun, kümmern uns unter anderem um Start-ups und Filmförderung.

Wie kann man sich das vorstellen?

Unsere Aufgabe ist es zu gucken, was passiert grundsätzlich zum Thema innovative Gründungen und Start-ups, nicht nur in Bremen. Was sind die Trends, was haben wir schon in Bremen; und wo sind vielleicht noch Lücken, wo wir gezielt rangehen müssen? Im Koalitionsvertrag steht, dass wir unter der Überschrift „Gründung“ unter anderem Frauen und „Social Entrepreneurships“, also soziale Start-ups, verstärkt unterstützen sollen. Das entwickeln wir mit dem Starthaus-Netzwerk gerade weiter.

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Was unterscheidet denn innovative Gründungen von klassischen?

Wenn ich ein Handwerk gelernt habe und dann zum Beispiel einen Friseursalon aufmache, ist dies das klassische Konzept, wobei es natürlich auch hier innovative Aspekte geben kann. Innovative Gründungen oder Start-ups haben neue Produkte, Anwendungsfelder oder Technologien und meistens einen hohen Kapitalbedarf. Ein Beispiel ist das Start-up Planblue, das Teil unseres Raumfahrtinkubators „ESA BIC“ ist. Die erfassen mit einem neuartigen System den Meeresboden und können so Veränderungen zum Beispiel durch den Klimawandel ablesen. Unsere Aufgabe ist es auch, Synergien zu entwickeln. Ich habe vor Kurzem von zwei sehr ähnlichen Konzepten gehört, die aber unterschiedliche Zielgruppen hatten. Die Akteure haben sich jetzt durch uns kennengelernt und es sieht so aus, als ob sie ihre Ideen gemeinsam umsetzen.

Sie erwähnten auch die Filmförderung. Was passiert dort?

Neben der klassischen Filmförderung setzen wir seit einiger Zeit neue Impulse und unterstützen innovative Formate oder Ausspielwege wie zum Beispiel Youtube. Wir haben ein Stipendienprogramm namens Closeup entwickelt. Gerade läuft die zweite Runde. Wir unterstützen jeweils vier Teams neun Monate lang, damit sie ihre Ideen umsetzen können. In der letzten Kohorte waren zum Beispiel die Riffreporter dabei, die eine Multimediaplattform aufgebaut haben, auf der sich freie Journalisten besser und anders als bisher vermarkten können. Aktuell im Programm ist G-Town. Die wollen eine Serie in Gröpelingen drehen, deshalb G-Town. Diese jungen Teams bekommen Geld, zusätzlich stellen wir ihnen aber auch Experten zur Seite oder bieten Workshops an.

Das Gespräch führte Nina Willborn.

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Zur Person

Anke Jacobj (32) arbeitet seit August 2017 in der Wirtschaftsbehörde. Sie kümmert sich im Referat „Digitalisierung, Innovation und neue Themen“ unter anderem um Start-ups.

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