Finanzierung bleibt ein Streitpunkt

Neue Konzepte für Jugendarbeit in Bremen

Momentan werden Angebot der offenen Jugendarbeit noch aus den Stadtteilbudgets finanziert, das Geld ist stets knapp. Nun hat die Bürgerschaft beschlossen, die Finanzierung zu überarbeiten.
20.11.2019, 06:25
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Neue Konzepte für Jugendarbeit in Bremen
Von Lisa-Maria Röhling
Neue Konzepte für Jugendarbeit in Bremen

„Die Projekte müssen unterschiedlich sein, weil Kinder und Jugendliche genau das sind", sagt Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport.

Christina Kuhaupt

Die Stadtbürgerschaft hat am Dienstag einen Antrag der rot-grün-roten Regierungskoalition angenommen, mit dem neue Richtlinien für die Finanzierung der offenen Jugendarbeit entwickelt werden sollen. „Das ist Rückenwind für die Jugendarbeit“, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Damit soll es künftig auch ein separates Budget für Angebote geben, die in einem Stadtteil angesiedelt sind aber von Jugendlichen aus ganz Bremen genutzt werden. Dazu gehören unter anderem der Sportgarten oder auch der Fun Park Obervieland.

Mit dem Beschluss einigten sich die Abgeordneten, ein Konzept für die Neuaufstellung der Kinder- und Jugendarbeit zu entwerfen. Momentan werden alle Projekte aus den Stadtteilbudgets finanziert, sowohl die quartiersbezogenen als auch die stadtteilübergreifenden. Grundsätzlich sollen nun Kriterien aufgestellt werden, wann ein Angebot auf Jugendliche im Quartier oder aus ganz Bremen zugeschnitten ist. Anhand der Zuordnung soll es dann entsprechend budgetiert werden. Welche Kriterien das sein könnten, soll eine Unterarbeitsgruppe des Jugendhilfeausschusses klären. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob Angebote für jüngere Kinder ausgeweitet werden sollten. Die Ergebnisse sollen bis Februar 2020 vorliegen.

Auch wenn sich die Abgeordneten fraktionsübergreifend einigen konnten, dass eine mit dem Antrag anvisierte Unterstützung der Jugendarbeit richtig ist – die Finanzierung blieb ein Streitpunkt. „Die Kinder- und Jugendarbeit braucht in allen Stadtteilen mehr Geld, aber wo soll das herkommen?“, fragte Sandra Ahrens (CDU). Der Antrag der Regierungskoalition wolle die Haushaltsverhandlungen vorweg nehmen. „Das ist Ihre Nagelprobe, meine Damen und Herren“, sagte sie an Rot-Grün-Rot gewandt. Magnus Buhlert (FDP) sieht in einer Neuaufstellung auch den Anlass, die bisherigen Programme in den Stadtteilen zu evaluieren. „Wir müssen schauen, wo und wie wir das Geld effektiv einsetzen.“ Er warb gleichzeitig dafür, sowohl quartiersbezogene als auch bremenweite Angebote zu fördern. „Stadtteiloffene Angebote helfen, damit Kinder nicht in ihrem Stadtteil verhaftet bleiben.“ Auch die Vielfalt, so Senatorin Stahmann, solle mit einem Kriterienkatalog nicht eingeschränkt werden. „Die Projekte müssen unterschiedlich sein, weil Kinder und Jugendliche genau das sind.“

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