Einweihung am 19. Februar Neue Pflegeklinik in Friedehorst bezogen

Lesum. Es gibt die Abteilungen 'Pro Mente' (für Demenzkranke), 'Via Vita' (für Wachkomapatienten) und nun wird die lateinische Namenslinie in Friedehorst fortgesetzt. Da Vinci soll die neue Pflegeklinik heißen. Das größte Bauvorhaben in der 62-jährigen Geschichte der Einrichtung ist gerade bezogen worden.
30.01.2010, 06:22
Lesedauer: 4 Min
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Von Sylvia Wörmke

Lesum. Es gibt die Abteilungen 'Pro Mente' (für Demenzkranke), 'Via Vita' (für Wachkomapatienten) und nun wird die lateinische Namenslinie in Friedehorst fortgesetzt. Da Vinci soll die neue Pflegeklinik heißen. Das größte Bauvorhaben in der 62-jährigen Geschichte der Einrichtung ist gerade bezogen worden. Noch tummeln sich zwar die Handwerker im und um den Neubau herum. Bis zum 19. Februar ist aber noch Zeit. Dann wird Einweihung gefeiert.

Eigenwillig ist die Farbgebung - das räumen auch Melanie Löwemann und Carsten Heisler (Geschäftsführer der Dienste für Senioren und Pflege) ein. Als ihnen die Vorschläge anfangs vorgestellt wurden, waren sie skeptisch. Die Realität aber überzeugt sie.

Rot herrscht vor, in diesem Farbton wurden die Stufen in den Treppenhäusern gestrichen und die Polster der Sessel und Sofas in den Etagen bezogen. Rot ziert als Streifen in Gesellschaft von Gelb und Grün die Wände. Flieder und Rosa wiederum sind die Laibungen der Fenster gestrichen.

Auch Braun und Weiß beherrschen Wände und Türen in der neuen Pflegeklinik, die im Übrigen durch ihre Helligkeit und ganz viel Glas sehr modern daherkommt. Abgesehen von den Farben hat man einzelne Flure mit großformatigen Fototapeten mit unterschiedlichen Themen gestaltet: Blumen, Botanik, Musikinstrumente.

'Mir gefällt das sehr gut', beurteilt Inge Herta ihr neues Zuhause, 'auch die Farben sind sehr schön'. Sie bewohnt mit ihrem Mann ein Doppelzimmer im Seniorenbereich. Er schläft und darum hat sie sich mit ihrem Rollstuhl ein Plätzchen auf einem Etagenflur gesucht, um einen Versandhauskatalog durchzublättern. Von hier aus hat sie alles im Blick und kann auch beobachten, was draußen abläuft, wer da geht oder etwas macht.

Eigenwillige Farbgebung

Der Blick auf das Geschehen außerhalb der Pflegeklinik ist von allen Zimmern in den beiden Gebäudeabteilungen für Senioren und Wachkoma-Patienten sowie für junge sowie alte Schwerstpflegebedürftige möglich. 'Die jüngste Bewohnerin ist eine nun 16-Jährige, die sich seit fünf Jahren nach einem Unfall im Wachkoma befindet.'

Die Fenster reichen bis zum Fußboden. So ist es möglich, von den Zimmern - es handelt sich überwiegend um Einzelzimmer - auf die Flure im Gebäude oder in die Wohnküchen zu schauen, was ausgiebig genutzt wird. 'Wir haben nach so kurzer Zeit schon bemerkt, dass Schwerstpflegebedürftige viel entspannter sind', gibt Melanie Löwemann die Rückmeldung aus der Abteilung Via Vita wieder. Dafür macht sie vor allem die Einzelzimmer als Grund aus. Es gibt naturgemäß mehr Unruhe, wenn zwei Patienten in einem Zimmer betreut werden oder sich aufhalten.

Gut zwei Wochen hat der Umzug aus den früheren Häusern in den Neubau gedauert, in den die Stiftung Friedehorst gut 12 Millionen Euro investiert hat. Beschäftigte von Friedehorst, aber auch Angehörige halfen dabei, diese logistische Leistung zu bewältigen. 110 Umzüge mussten genau geplant werden. 'Morgens wurde noch im Altbau gefrühstückt. Das Mittagessen gab es dann hier', schildert Melanie Löwemann den Ablauf.

Es ging nicht nur darum, Kleidung und persönliche Habseligkeiten von A nach B zu bringen und nach dem Einpacken wieder auszupacken. Die Bewohner und Bewohnerinnen haben ihre Zimmer teilweise auch mit eigenen Möbeln eingerichtet, die transportiert werden mussten.

Für das Gros der Senioren und Seniorinnen war das aber keine große Belastung, sondern eher eine spannende Abwechslung. Auch das Wuseln der Handwerker im Haus, die noch allerlei Kleinigkeiten zu erledigen haben, wird mit Interesse verfolgt wie auch die Arbeiten vor dem Neubau. Da muss noch einiges erledigt werden.

Unter anderem fehlt noch die neue Zufahrt von der Rotdornallee zum Gebäude und die Innenhöfe müssen auch noch gestaltet werden. Hochbeete sollen angelegt werden, Grünbereiche und auch Spielecken für kleine Besucher der Bewohner und Patienten.

Im Grunde genommen sind zwei ineinander geschobene Gebäude mit einer Nutzfläche von 8000 Quadratmetern entstanden, die durch ein Foyer voneinander getrennt sind. Die Komplexe sind aufgeteilt in die Abteilungen für Senioren und Schwerstpflegebedürftige sowie Wachkoma-Patienten. 150 Betten stehen zur Verfügung.

Auf jeder Etage gibt es Wohnküchen, in denen Präsenzkräfte als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Hier wird gekocht und zugleich können sich die Bewohner und Bewohnerinnen hier aufhalten, sich unterhalten, etwas Spielen oder einfach nur sitzen und das Treiben drumherum und in anderen Gebäudeflügeln beobachten oder wahrnehmen.

Es gibt Therapie- und Gymnastikräume. Im Erdgeschoss kann ein Raum sowohl als Veranstaltungs- wie auch Andachtsraum genutzt werden. Auch ein Friseursalon ist hier zu finden. Zudem ist die Verwaltung für die beiden Abteilungen nun auch im Gebäude tätig.

Nicht nur das Gebäude ist modern. Auch die Betreuung entspricht nun modernsten medizinischen, therapeutischen und Pflege-Gesichtspunkten. 'Es hat einen Wandel in der Versorgung gegeben', erläutert Heisler, der zum Ärzteteam von Friedehorst gehört.

Von Notrufanlagen über Beatmungsanlagen in den Zimmern bis zu einem speziellen Lüftungssystem im Gebäude zieht sich das Thema. Die bisherigen Räumen entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das war unter anderem der Grund, weshalb dieses Bauprojekt verwirklicht wurde.

Durch den Neubau bestand auch die Möglichkeit, die Abteilung Via Vita aufzustocken. 'Wir haben nun 60 Betten, also 20 Patienten mehr', informiert Heisler. Im Seniorenbereich gibt es 90 Betten. Wie schon Grundsteinlegung im Oktober 2008 und Richtfest im April 2009 soll nun auch die Einweihung gefeiert werden - am 19. Februar.

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