Erst Beteiligung, dann Studie

Neue Pläne für eine Überseestadt-Straßenbahn

Die Überseestadt soll besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden. Dafür werden nun die ersten Schritte eingeleitet: Zunächst ist ein Beteiligungsprozess geplant, dann könnte eine Studie kommen.
25.10.2019, 10:59
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Von Anke Velten
Neue Pläne für eine Überseestadt-Straßenbahn

Einige Teile der Überseestadt sind an die Straßenbahn angebunden, andere noch überhaupt nicht. Das soll sich ändern.

Christina Kuhaupt

Die Stadt will prüfen lassen, ob und gegebenenfalls wo eine Straßenbahnverbindung durch die Überseestadt möglich wäre. Bevor eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird, soll zunächst im kommenden Frühjahr ein Beteiligungsprozess gestartet werden. Das Ergebnis der Verkehrsgutachter könnte bereits im Herbst 2020 vorliegen.

Der Waller Fachausschuss Überseestadt sollte als erstes von der Neuigkeit erfahren. Maximilian Blobel aus dem Referat Verkehrsprojekte der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau musste den ortskundigen Zuhörern den Handlungsbedarf nicht erläutern: Bislang ist die Überseestadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut erschlossen. Die bestehenden Straßenbahnlinien halten an der Peripherie und befinden sich für weite Teile des Ortsteils außerhalb des 600-Meter-Radius, der in Bremen als Richtwert für die Erreichbarkeit der Haltestellen gilt. Gleichzeitig gebe es vor allem in den Spitzenzeiten eine hohe verkehrliche Belastung durch den motorisierten Individualverkehr. Die Buslinie 20, die eine Zeitlang Hauptbahnhof und Überseestadt verbunden hatte, ist eingestellt worden, weil sie vor allem im Berufsverkehr ein "Pünktlichkeitsproblem" hatte, so Blobel.

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Im integrierten Verkehrskonzept für die Überseestadt, das seit Ende des vergangenen Jahres vorliegt, wurde bereits gefordert, eine Straßenbahnverbindung zu prüfen und eine mögliche Trasse über Konsul-Smidt-Straße und Kommodore-Johnsen-Boulevard vorgeschlagen. Im Koalitionsvertrag der neuen Bremer Regierung sind laut Blobel nun explizit der Ausbau des Bus- und Straßenbahnnetzes und konkret eine "neue, direkte Straßenbahnlinie weit in die Überseestadt" festgeschrieben.

Das Planungsrecht stehe dem Vorhaben nicht entgegen, so der Verkehrsplaner: Bereits im Masterplan für die Überseestadt seien die Hauptstraßen für einen späteren Gleisbau ausgelegt worden. Allerdings hätten sich in den vergangenen Jahren sowohl das bauliche Umfeld als auch die Vorgaben für den Straßenbahnen stark verändert. Daher müsse neu und ergebnisoffen geprüft werden, „ob der Bau überhaupt noch möglich, oder der Zug mittlerweile schon abgefahren ist.”

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