Programm soll modernisiert werden

Neue Pläne für Funkhaus Europa

Das Programm vom Funkhaus Europa soll modernisiert werden. Das haben Radio Bremen und der WDR betont. Außerdem soll Radio Bremen auch in Zukunft die gleiche Anzahl Programm-Stunden liefern wie bisher.
14.02.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Neue Pläne für Funkhaus Europa
Von Jürgen Hinrichs
Neue Pläne für Funkhaus Europa

Rund 20 Stellen stehen bei Radio Bremen für Funkhaus Europa im Personalplan.

Frank Thomas Koch

Das Programm vom Funkhaus Europa soll modernisiert werden. Das haben Radio Bremen und der WDR betont. Außerdem soll Radio Bremen auch in Zukunft die gleiche Anzahl Programm-Stunden liefern wie bisher.

Was passiert mit der Radiowelle Funkhaus Europa – dem Programm, das sich gezielt an Migranten richtet? Ein Vertrag für das Kooperationsprojekt von Radio Bremen, WDR und RBB existiert nicht mehr, er ist vom WDR mit Wirkung zum Ende vergangenen Jahres gekündigt worden. Seitdem schießen Spekulationen ins Kraut – vom Streichen ganzer Programmelemente bis hin zum endgültigen Aus der Welle. Radio Bremen und der WDR wiegeln indes ab, beide Sender betonen auf Anfrage des WESER-KURIER, dass mitnichten daran gedacht werde, die Welle Funkhaus Europa abzuwickeln, es gehe vielmehr darum, das Programm zu modernisieren.

Radio Bremen ist nach Angaben des Senders im Moment mit drei Programmen am Funkhaus Europa beteiligt: Café Mondial (montags bis freitags, 14 bis 16 Uhr), Nova (die ganze Woche zwischen 16 und 18 Uhr) und Le Week (jeden Sonntag von 8 bis 12 Uhr). Darüber hinaus werden in Bremen für die Welle während der ganzen Woche die Nachrichten produziert. Mindestens damit, mit dem eigens für das Funkhaus und seine Klientel von Hörern produzierten Nachrichten, soll in wenigen Wochen Schluss sein, heißt es aus verschiedenen Quellen.

„Radio Bremen wird auch nach dem Relaunch vermutlich die gleiche Anzahl von Programm-Stunden zuliefern wie bisher“, betont Programmdirektor Jan Weyrauch. Zukünftig solle zum Beispiel das gesamte Tagesprogramm am Wochenende aus Bremen kommen. „Weitere Details werden wir aber zunächst mit unseren Gremien besprechen“, sagt Jan Weyrauch weiter. Was den neuen Vertrag angehe, seien die beteiligten Sender auf einem sehr guten Weg. Jan Weyrauch: „Kein Grund zur Besorgnis.“

Tagesweite liegt bei rund 190.000 Hörern

Auch der WDR bestätigt, dass es für das Funkhaus Europa neue Pläne gibt. Der Programmausschuss des Senders werde sich intensiv mit den Konzepten beschäftigen und dem Rundfunkrat danach eine Entscheidung empfehlen. „Von harten Einschnitten oder gar radikalen Streichungen im Programm kann nicht die Rede sein“, reagiert WDR-Sprecherin Ingrid Schmitz auf entsprechende Berichte der „tageszeitung“. Funkhaus Europa sei ein Hörfunkprogramm, das sich vor allem Themen des interkulturellen Zusammenlebens widmet. „Auf diesem Grundsatz beruhen auch unsere neuesten Ausbaupläne.“

Der WDR hat nach eigenen Angaben für Funkhaus Europa mehr als 40 Stellen in seinem Personalplan, bei Radio Bremen sind es rund 20. Seit dem Start des Programms vor knapp 18 Jahren gab es den Sendern zufolge einen permanenten Anstieg beim Hörerzuspruch. Die Tagesweite liege mittlerweile bei rund 190.000 Hörern.

Entstanden war Funkhaus Europa als Fortsetzung der sogenannten „Gastarbeiterprogramme“ mit Inhalten in der jeweiligen Landessprache. Dieser Ansatz wurde 30 Jahre später als nicht mehr zeitgemäß eingeschätzt. Die Programme gibt es seitdem mit Funkhaus Europa in einem Guss, ergänzt von einem deutschsprachigen Angebot tagsüber. Abends sendet die Welle in 14 weiteren Sprachen, zum Beispiel in Arabisch, Kroatisch und Griechisch.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+