Schutz vor Angriffen Neue Sicherheitsschleuse im Justizzentrum am Wall

Waffen und andere gefährliche Gegenstände bleiben in Zukunft draußen: Das Justizzentrum am Wall in Bremen erhöht seine Sicherheitsstandards mit einer neuen Schleuse.
14.05.2019, 21:57
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Neue Sicherheitsschleuse im Justizzentrum am Wall
Von Ina Bullwinkel

Das Justizzentrum Am Wall hat eine neue Sicherheitsschleuse bekommen. Den Schleusenraum am Eingang gab es zwar schon vorher, nur wurde er nicht täglich für Kontrollen benutzt. Zudem fehlte die jetzt installierte Sicherheitstechnik, wie Metalldetektoren und Geräte zur Durchleuchtung von Rucksäcken und Taschen. "Auch wenn es in der Vergangenheit im Justizzentrum glücklicherweise keine Vorfälle mit Waffen oder anderen gefährlichen Gegenständen gegeben hat, haben uns tragische Ereignisse in anderen Bundesländern veranlasst, diesen Schritt zu gehen“, sagte Staatsrat für Justiz Jörg Schulz, der die Anlage am Dienstag offiziell eingeweihte. "Mit der Schleuse wollen wir nach außen klar machen: Mit gefährlichen Gegenständen kommt niemand ins Haus."

Die neue Schleuse hat laut dem Sicherheitsbeauftragten des Justizzentrums, Marko Rothaar, auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun: „Was die Leute in ihren Taschen tragen, hat sich geändert“, sagte Rothaar. Sie würden Scheckkarten mit Messern darin finden oder zusammenfaltbare Schlagstöcke. In dem Justizzentrum, in dem unter anderem das Arbeits- und Sozialgericht sitzen, werden zwar keine Fälle verhandelt, die direkt mit Gewalt zu tun haben.

Lesen Sie auch

Trotzdem ist nach Rothaars Angaben eine erhöhte Sicherheit notwendig: „Familiensachen oder Verhandlungen vor dem Sozialgericht sind häufig hochemotionale Verfahren, bei denen Beteiligte unvorhersehbar reagieren können.“ Die Sicherheitskontrolle am Eingang diene deswegen auch dem Schutz der Service-Kräfte an der Information, wo es in der Vergangenheit bereits schwierige Situationen gegeben habe. Auch werde die Kontrolle für Verhandlungen gebraucht, die ein hohes Interesse der Öffentlichkeit erregen, teilte Staatsrat Schulz mit.

Die Mittel für den Umbau der Sicherheitsschleuse in Höhe von gut 100 000 Euro stammen aus dem Handlungskonzept des Bremer Senates „Sichere und saubere Stadt“. Die Schleuse wird dauerhaft mit einem Wachmeister und einer Wachmeisterin besetzt sein. Hierfür wurden zwei neue Stellen geschaffen, eine davon stammt aus dem Landesprogramm für Langzeitarbeitslose (Lazlo).

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+