Feierliche Enthüllung in Bremen Neue Skulptur am Rembertitunnel

Bremen. Seit Jahren schon versucht der Verein „Bremen setzt ein Zeichen“, aus dem Rembertitunnel einen Ort des interreligiösen Dialogs zu machen. Damit verbunden ist eine Umgestaltung des Tunnels. Am Sonnabend ist eine neue Skulptur enthüllt worden.
15.04.2012, 14:22
Lesedauer: 2 Min
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Von York Schaefer

Bremen. Seit Jahren schon versucht der Verein „Bremen setzt ein Zeichen“, aus dem Rembertitunnel einen Ort des interreligiösen Dialogs zu machen. Damit verbunden ist eine Umgestaltung des Tunnels. Am Sonnabend ist eine neue Skulptur enthüllt worden.

Als gegen 15.30 Uhr nach einigem Ruckeln die blaue Plastikplane zu den feierlich-dramatischen Klängen von Carl Orffs „Carmina Burana“ heruntergezogen wurde, konnten etwa 50 Zuschauer eine zwei Meter hohe Stahlskulptur betrachten, die mit Hunderten bunter Steine belegt ist. Wer sich künftig Richtung Stern-Kreisel durch den Tunnel bewegt, bekommt eine Lotusblüte zu sehen, aus der ein Lebensbaum entwächst, in dessen blumigem Geäst ein Papagei sitzt.

„Die indische Lotusblüte ist ein jahrhundertealtes östliches Friedenssymbol, es steht für Reinheit, Einheit und Schöpferkraft in vielen Religionen“, erklärte Tunnel-Künstlerin Regina Heygster. Der indianische Lebensbaum wiederum stehe für Fruchtbarkeit und Frieden. „Der Baum ist in der Erde verwurzelt und strebt zugleich in den Himmel“, erklärte die energische Aktivistin die weitere Symbolik der Skulptur, die sie als Pendant zu dem bereits existierenden Bildnis aus Taube und Bremer Schlüssel auf der anderen Seite des Tunnels verstanden wissen will.

Regina Heygster hatte den Friedenstunnel-Verein vor elf Jahren als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 gegründet. Seitdem setzen sich Vertreter aus sechs Religionsgemeinschaften – Christen, Muslime, Buddhisten, Hindus, Bahá‘í und Aleviten – für eine interreligiöse Verständigung ein. 200 000 Euro hat der Verein bisher gesammelt. Bis 2016 sollen sechs weitere Skulpturen entstehen.

„Mit dem Friedenstunnel wollen wir ein Wahrzeichen für Bremen schaffen, das für die Weltoffenheit der Stadt steht und ein Symbol für den Frieden zwischen allen Religionen ist“, sagte Katholikin Heygster. Die Formulierung „Verstehen ist das Tor zum Verständnis“ des muslimischen Bremer Sozialpädagogen Abdulkerim Sari hatte Regina Heygster auf dem Tunnelbogen mit ihrer Formulierung „Verständigung ist das Tor zum Verstehen“ erweitert.

Nicht alle Weltreligionen beteiligen sich an dem Projekt. Die Jüdische Gemeinde Bremens hatte sich schon vor Langem distanziert. Sie betrachtet den Tunnel vor allem als Kunstprojekt. Es habe mit interreligiösem Dialog nichts zu tun, hatte die Vorsitzende der Gemeinde, Elvira Noa, betont. „Wir respektieren das“, sagte Regina Heygster. Sie erwarte auch, dass nicht alle Bremer die Ästhetik der Umgestaltung nachvollziehen können. „Wir werden mit Kritik leben müssen.“

Volker Keller, Beauftragter der Bremischen Evangelischen Kirche für den Dialog mit den Religionen, hatte den Friedenstunnel zuvor mit den Symbolorten anderer Städte verglichen. Dem Raum der Stille etwa am Brandenburger Tor in Berlin oder der Frankfurter Paulskirche. „Er soll ein Symbol sein für den Geist der Stadt, für ihre Offenheit“, sagte Keller.

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