Überseestadt

Neue Skyline für Bremen

Der Bauunternehmer Kurt Zech will in der Überseestadt mehrere Gebäude bauen, eines davon soll ein Hochhaus mit 18 Geschossen werden. Der Investor nimmt dafür 200 bis 300 Millionen Euro in die Hand.
23.02.2018, 19:01
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Neue Skyline für Bremen
Von Jürgen Hinrichs
Neue Skyline für Bremen

Will die ersten Häuser schon 2020 fertig haben: Investor und Bauunternehmer Kurt Zech vor einem Bauplan für den Europahafenkopf.

Christina Kuhaupt

Kurt Zech nimmt sich seine Heimatstadt vor: Der Unternehmer will in den nächsten Jahren nicht nur die halbe City umbauen, sondern engagiert sich im großen Stil auch in der Überseestadt. Am Freitag hat Zech zusammen mit Vertretern der Wirtschafts- und der Baubehörde seine Pläne für die Bebauung des Europahafenkopfes vorgestellt. Es sollen vier Gebäude mit einer Gesamtfläche von etwas mehr als 100.000 Quadratmetern entstehen. Der Investor wird dafür nach eigenen Angaben 200 bis 300 Millionen Euro in die Hand nehmen. Die ersten Häuser sollen bereits im Jahr 2020 fertig sein.

Das höchste Gebäude wird 18 Geschosse umfassen. Zech will dort einen guten Teil seiner Firmen unterbringen, vermietet aber auch Flächen an andere Unternehmen. „Mit dem Europahafenkopf werden wir die schönsten und besten Arbeitsplätze in Bremen schaffen“, verspricht der Unternehmer. Die Lage sei perfekt: direkt am Wasser und in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. In den anderen Gebäuden sollen rund 400 Wohnungen entstehen, teils zur Miete, teils als Eigentum. Ein Viertel der Mietwohnungen werden sozial gefördert.

Senatsbaudirektorin bezeichnet Plan als "großen Wurf"

Ein Haus bekommt den Schwerpunkt Mobilität – mit Parkplätzen für Autos und Fahrräder, einer Carsharing-Station, einem Fahrradverleih und einer Fahrradwerkstatt. Unter die gesamte Fläche wird auf zwei Ebenen eine Tiefgarage eingezogen, sodass an dem Standort insgesamt rund 1000 Stellplätze für Autos entstehen.

Senatsbaudirektorin Iris Reuther bezeichnete den Plan als „großen Wurf“. Er sei das Ergebnis eines einzigartigen Wettbewerbs mit sechs Teilnehmern gewesen. Die Büros hätten ihre Ideen nicht anonym eingereicht, wie es sonst üblich sei, sondern als Beiträge für einen offenen Diskussionsprozess.

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„Der favorisierte Entwurf von Cobe Architekten aus Kopenhagen formuliert ein charaktervolles, ja charismatisches Ensemble, das die zentrale Adresse am Europahafen mit drei Hochpunkten und vier Bausteinen weithin sichtbar prägen soll“, erklärte die Senatsbaudirektorin. Ein Quantensprung für die Attraktivität der Überseestadt könne das Konzept für die öffentlichkeitswirksamen Erdgeschosse mit spannenden Gastronomieangeboten, großzügigen Eingangsbereichen und Showrooms leisten. Reuther: „Ich freue mich sehr.“

Zech erwirbt Fläche von der Stadt Bremen

Die Fläche, die jetzt bebaut werden soll, ist gut zwei Hektar groß. So viel wie sonst in den vergangenen 20 Jahren am Europahafen passiert ist, so wenig war es an diesem Ort. Trotz seiner exponierten Lage blieb er die ganze Zeit über eine Brache. Pläne von Hochtief, dort ein Bürohochhaus zu errichten, scheiterten. Auch Zech hatte sich ohne Erfolg mal daran versucht, seitdem gehört ihm die Hälfte des Areals.

Die zweite Hälfte ist im Besitz der Stadt und wird zu einem großen Teil nun an Zech verkauft. Übrig bleibt eine Fläche, die in der Achse zwischen dem Hafenbecken und dem Hilde-Adolf-Park liegt. Sie wird nicht bebaut, sondern als Platz genutzt, der in öffentlicher Hand bleibt.

Zech lobte die Zusammenarbeit mit den Behörden. Im September vergangenen Jahres habe es das erste Gespräch über den Europahafenkopf gegeben. Dabei sei der Architektenwettbewerb verabredet worden, eine Ideen-Meisterschaft, wie Zech es nannte. Im November habe es die ersten Entwürfe gegeben, und nun, nur drei Monate später, bereits das Ergebnis. „Wenn das in diesem Tempo weitergeht, ist das ein Musterbeispiel für die gesamte Republik“, sagte der Unternehmer. Bislang sei man auf einem Rekordpfad, „es würde mir schwerfallen, den abzubrechen“. In den nächsten Monaten wolle man den Bauantrag abgeben und möglichst bereits im Sommer mit den Arbeiten beginnen.

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Mit solcher Geschwindigkeit geht es mit den Zech-Plänen für die Innenstadt nicht voran. Ein Meilenstein soll der Abriss des Parkhauses-Mitte sein. Der Senat hatte Zech Ende vergangenen Jahres zugesagt, ihm das Parkhaus zu diesem Zweck zu überlassen. Es soll Platz machen für die sogenannte City-Galerie. Offen ist freilich noch, welchen Kaufpreis der Unternehmer zahlen muss. Hinter den Kulissen wird darüber in den Behörden stark gerungen.

Zech wies am Freitag darauf hin, wie kompliziert das Konstrukt von Eigentümerrechten in der Nachbarschaft des Parkhauses sei. „Das können Sie gar nicht miteinander vergleichen – am Europahafen ist das wie eine Blinddarmoperation, unkompliziert. Bei der Innenstadt handelt es sich um eine Herztransplantation.“

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